Ringsheim Große Leidenschaft ist zu hören

Mehr als 90 Sänger und 35 Instrumentalisten haben den Konzertabend in Ringsheim dem französischen Komponisten Gabriel Fauré gewidmet. Foto: Mutz

Ringsheim - Mehr als 90 Sänger und 35 Instrumentalisten haben in der Katholischen Kirche St. Johannes in Ringsheim große Leidenschaft für die Musik gezeigt. An zwei Tagen konnten zahlreiche Freunde der klassischen Musik diese erleben.

Der SEL-Chor (Schüler-Eltern-Lehrer) mit Stimmbildungs-AG des Städtischen Gymnasiums Ettenheim und der französische Chor "Voix A Pamée" aus Pamiers widmeten das Konzert unter der Leitung von Silke Hausmann dem französischen Komponisten Gabriel Fauré.

Die barocke Kirche bot sich als geeigneter Ort für diese Konzertliteratur an. An beiden Abenden, am Freitag und Samstag, war das Konzert gut besucht. Ein erfreuliches Fazit im Voraus: Auch junge Leute lassen sich für klassische Musik begeistern, wie aus den Gesichtern abzulesen war.

Minutenlanger Applaus für alle Mitwirkenden

Das mittelgroße Orchester, in der Regel doppelt besetzt, war stets präsent und folgte mühelos dem Dirigat von Hausmann und Leenen. Gelegentliche Ansatzprobleme im Waldhornregister waren hörbar, trübten aber das gute Ergebnis nicht.

Mit der "Unvollendeten" von Schubert eröffnete das Orchester unter der Leitung von Cornelius Leenen den Konzertabend. Bedrohliche Stille am Anfang, die sich in unterschiedlicher musikalischer Ausprägung und Modalität entfaltete. Verdienter Applaus folgte. Dann nahm der mächtige Chor Aufstellung, um dem französischen Dirigenten Fauré zwei Themen zu widmen. "Chantique de Jean Racine, op.11", komponierte Fauré 1865 als preisgekrönte Abschlussarbeit seiner musikalischen Ausbildung. Die französische Textgrundlage entspringt der Nachdichtung eines Hymnus von Jean Racine. Der tief gehende Text wurde der Intention des Verfassers gemäß mit viel Hingabe und Zurückhaltung vom Chor und dem Orchester unter der Leitung von Hausmann interpretiert. Ein nur kurzes Stück, aber dennoch mit großem Nachhall.

Das nachfolgende Requiem in sieben Sätzen verfolgt auch bei Fauré die übliche Dramaturgie. Am Anfang wird der Zuhörer von der eigenwillig abgeklärten Getragenheit gefangen, die vom Chor und Orchester in glänzender Weise umgesetzt wurde. Der Wechsel der Stimmungen kennzeichnete die Totenmesse. Zwischendurch suggerierten Hornfanfaren die Aura dieser Messe. Aber schon im nächsten Moment gab es wieder Licht am Horizont. Streicherparts malten eine in sich ruhende Herrlichkeit aus. All dies setzte sich bei den Solisten fort. Mit 14 jungen Sopranistinnen der Stimmbildungs-AG und Basssolist Cornelius Leenen gewann das Requiem noch mehr an Leuchtkraft und Ausdruck. Die angekündigte Harfe kam nicht zum Einsatz, die Künstlerin musste kurzfristig absagen. Ein kleiner Kunstgriff mit dem E-Piano ließ erkennen, wie die Harfe ungefähr geklungen hätte.

Am Ende gab es für alle Mitwirkenden minutenlangen stehenden Applaus. Das Konzert wird in wenigen Tagen beim Gastchor in Pamiers/Frankreich wiederholt.

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