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Ringsheim Ein Ruhe spendender Fremdkörper

Ein ICE rauscht an der fast fertigen Ringsheimer Lärmschutzwand vorbei. Sie soll nicht nur den Krach von Personen-, sondern vor allem von Güterzügen auf ein erträgliches Maß reduzieren. Foto: Mutz Foto: Lahrer Zeitung

Die Lärmschutzwand östlich der Bahnlinie in Ringsheim ist zum größten Teil fertig. Die drei Meter hohe hell bis dunkelgraue Wand ist kein Hingucker, erfüllt jedoch ihren Zweck, wie eine Umfrage unter einigen Anwohnern ergeben hat.

 

Ringsheim. Dennoch sind nicht alle von der Wand begeistert, wie eine Bahnanliegerin, deren Garten direkt an die Wand angrenzt, feststellte. Abends liege ihr Grundstück und Teile des Hauses wegen der Wand komplett im Schatten. Außerdem reduziere die Wand nicht die Erschütterungen, wenn Güterzüge vorbei rattern. Da sie an der Bahnlinie aufgewachsen sei, sei sie Bahnlärm gewohnt und wäre auch gerne ohne sperrige Wand ausgekommen. Das ist eine Meinung. Andere Bewohner begrüßen das 945 Meter lange Bauwerk, das im Süden bei der Firma Simona beginnt und im Norden etwa 100 Meter vor der Brücke der Ortsumfahrung endet, und vor allem seine Wirkung.

Passiver Schallschutz: Eigentümer sollen angeschrieben werden

Im Bereich des Bahnhofs fehlen noch transparente Wandteile. Laut Bürgermeister Heinrich Dixa sei man mit der Bahn und dem Europa-Park im Gespräch, wie man diesen Teil der Wand noch etwas aufhübschen könne. Am kommenden Donnerstag soll um 11 Uhr am Parkplatz der Kahlenberghalle die Fertigstellung der Wand in Ringsheim und gleichzeitig der symbolische Baubeginn für den Schallschutz in Kenzingen gefeiert werden. Laut Pressemitteilung der Bahn investiert der Bund im Rahmen des Programms "Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen" an der Rheintalbahn in Ringsheim und Kenzingen insgesamt 4,4 Millionen Euro für den aktiven Schallschutz.

Weitere 60 000 Euro würden für passive Schallschutzmaßnahmen eingesetzt. Auf eine schriftliche Anfrage der Gemeinde Ringsheim zum weiteren Vorgehen bezüglich privater Maßnahmen hat die DB Netz AG aus Karlsruhe mitgeteilt, dass die Umsetzung passiver Schutzmaßnahmen vor wenigen Tagen an das Büro Modus Consult aus Karlsruhe vergeben worden sei. In wenigen Wochen werde das Planungsbüro zur Ermittlung den in Betracht kommenden Gebäudeeigentümern eine Liste zusenden, die hinsichtlich passiver Maßnahmen förderfähig seien. Danach sollen die Verhandlungen mit den Eigentümern beginnen.

Bei einer Informationsveranstaltung der Bahn im Ringsheimer Bürgerhaus im Oktober 2014 referierte Sabine Weiler, Projektleiterin Lärmsanierung Bahn, zu den Fördermaßnahmen. Gebäudeeigentümer, die in das Lärmraster fielen, könnten Schutzmaßnahmen beantragen (etwa Schallschutzfenster, Dämmung von Dächern und Rollläden oder Schalldämmlüfter), die bis zu 75 Prozent der Gesamtkosten aus Bundesmitteln bezuschusst würden. Zudem teilte Martin Reichert vom Büro Consult damals mit, dass bereits alle Gebäude "fassaden- und stockwerkscharf" erfasst und dokumentiert seien. Bei 170 Wohneinheiten sei passiver Lärmschutz möglich, das habe die schalltechnische Untersuchung ergeben.

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