Ringsheim Da leuchten nicht nur Kinderaugen

Anna, Lukas und Noah machten sich auf dem Deutz von Anton Koßmann aus Rheinhausen zu einer kleinen Spritztour bereit. Foto: Lahrer Zeitung

Der CDU-Gemeindeverband Rust hat im Rahmen des Ferienprogramms zum alljährlichen Bulldogtreffen auf dem Schulhofgelände und im Klosgarten eingeladen. Viele Liebhaber alter Bulldogs und Kleintraktoren folgten dem Ruf des Vorsitzenden Christian Fix.

Ringsheim. Auch die CDU-Abgeordneten Peter Weiß und Marion Gentges sowie Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare folgten der Einladung zum Bulldogtreffen und sprachen auf der Veranstaltung Grußworte. 65 Exponate, so viele wie noch nie, kamen nach Rust. Fein säuberlich in Reihen geparkt, je älter desto glänzender poliert, zogen die Blicke der Erwachsenen, aber auch der Kinder auf sich. Auf einem schicken Bulldog sitzen, am Lenkrad herumzuzerren und Hebelchen zu bedienen, da erfüllt sich auch heute noch ein Traum für Buben.

Die CDU-Crew sorgte mit Grillgut und Getränken für das leibliche Wohl der Besucher. Mädchen mit bunt geschminkten Gesichtern huschten über das Gelände, auf dem Vorplatz der Kirche schoben Kinder mit Spielzeugtraktoren den Sand von einer Ecke in die andere. Jahr für Jahr fährt auch ein legendärer Lanz-Bulldog aus dem Jahre 1952 mit 28 PS und Einzylinder-Zweitakt-Glühkopfmotor vor. Sein Sound gleicht einem Donnerschlag, der auch heute noch adrenalingesteuerten Ferrari-Hitzköpfen Respekt abverlangen würde.

Eine ganz besondere Beziehung pflegt Norbert Kuri aus dem Herbolzheimer Ortsteil Bleichheim zu seinem Traktor, einem roten "Fahr" aus dem Jahr 1952 mit 17 Pferdestärken. Das ganze Fahrzeug funkelte richtig und stach durch kleine Details aus der Menge heraus. Ein kleiner Bollenhut auf dem nach oben ragenden Auspuffrohr ist das Bekenntnis des Besitzers zur Region: "Das ist mein Schwarwaldmaidli", sagte Kuri.

In der vorderen Anhängervorrichtung steckt ein bunter Blumenstrauß. Besonders wertvoll ist für Kuri die Original-Hochzeitskiste aus dem Jahre 1911 am Heck des Traktors, die er wie viele andere Teile restauriert hat.

Vom ausgemusterten Gerät zum Schmuckstück

Kurti selbst war mit dem Gefährt nie auf dem Acker. Er hat es vor ein paar Jahren von einem Landwirt in Hüfingen in erbärmlichem Zustand erworben. Als Praktiker konnte er einiges selbst reparieren, doch eine Menge Geld hat er in Ersatzteile investiert. Was nicht mehr als Originalteil zu bekommen war, hat er anfertigen lassen –­ eben eine außergewöhnliche Beziehung zwischen Mensch und Bulldog.

Ein häufiges Traktormodell in der Region waren die Deutz-Traktoren aus den 1960er-Jahren, die auch heute noch in Nebenerwerbsbetrieben oder als Zweittraktor bei der Tabakernte in Gebrauch sind und ebenfalls in Rust zu sehen waren.

Wie stark sich der Landbau in den vergangenen 70 Jahren verändert hat, zeigte sich auch an ein paar kraftstrotzenden Neufahrzeugen mit weit über einhundert PS und Kosten von nahezu einer halben Million Euro. Nur wenige Kleinlandwirte nutzen ihre Kleintraktoren noch für den Feldanbau oder im eigenen Garten.

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