Ringsheim Bürgermeister: "Gehen Sie zur Wahl"

Soll das neue Feuerwehrhaus wie geplant südlich der Kahlenberghalle gebaut werden? Die Ringsheimer dürfen das am 27. Juni bei einem Bürgerentscheid per Wahl entscheiden.Foto: Ullrich Foto: Lahrer Zeitung

Wo wird das neue Feuerwehrhaus stehen? Über diese Frage werden die Ringsheimer am 27. Juni entscheiden. Vorab gab es eine digitale Info-Veranstaltung der Gemeinde, eine weitere wird am 18. Juni folgen. Die BI verweigerte ihre Teilnahme.

Ringsheim. Sicherheit, einsatztaktische Vorteile und Zukunftsfähigkeit – das sind die drei großen Schlagworte, die aus Sicht des Gemeinderats, der Feuerwehr, des Bürgermeisters und anderer Experten für den Feuerwehr-Standort südlich der Kahlenberghalle sprechen. In einer digitalen Info-Veranstaltung, die als Youtube-Video über die Gemeinde-Homepage unter www.ringsheim.de abrufbar ist, legten sie ihren Standpunkt dar. Die Bürgerinitiative mit Joachim Pfeffer hätte ebenfalls die Möglichkeit gehabt, dort ihren Argumente zu vertreten. Sie hatte das aber abgelehnt, sodass ein direkter Meinungsaustausch nicht möglich war. Stattdessen hatte die BI am Montag nochmals einen Flyer mit ihren Standpunkten publiziert und verteilt. Auf ihre Argumente wurde bei der Info-Veranstaltung dennoch eingegangen.n Bereits 300 Briefwähler: 76 Personen haben sich das Video sofort nach Erscheinen am Donnerstagabend angesehen und gleich vier "Gefällt-Mir"-Angabe dagelassen, am nächsten Morgen waren es bereits 220, bis Redaktionsschluss rund 250. "Das ist so etwa die Anzahl, die wir erwartet haben", sagte Bürgermeister Pascal Weber im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Zudem habe das digitale Format den Vorteil, dass man sich das Video ja auch später noch ansehen könne. Die Wahlunterlagen hat die Gemeinde schon verschickt, 300 Ringsheimer haben – Stand Freitagmorgen – die Briefwahl bereits beantragt. "Ich gehe aktuell von einem knappen Rennen aus", prognostiziert Weber und appelliert an die Bürger: "Gehen Sie zur Wahl!" Er erklärte der LZ: "Wir hoffen auf eine gute Wahlbeteiligung. Wenn es uns gelingt, die Leute dazu zum Wählen zu motivieren, sind wir optimistisch."nBitte hier ankreuzen: Wer sich der Mehrheit des Gemeinderats (9:1 Stimmen) anschließt, das Feuerwehrhaus südlich der Kahlenberghalle zu bauen, muss mit "Nein" stimmen. Wer das Feuerwehrhaus wie die BI am Grasweg sehen will, muss "Ja" ankreuzen.n Kosten an beiden Standorten ähnlich: Den Beginn der digitalen Info-Veranstaltung machten die Gemeinderätinnen Anja Biehler und Ruth Volz. Biehler betonte, dass man als Gemeinderat "sehr sorgfältig, nachhaltig und verantwortungsvoll mit den Steuergeldern" umgehe. Der Erschließungsaufwand sei laut der Machbarkeitsstudie an beiden Standorten ähnlich, zudem habe man für den Standort südlich der Kahlenberghalle bereits eine Förderzusage erhalten. Durch die Synergieeffekte, die sich mit der Kahlenberghalle ergäben, könne man dort außerdem auf den Stabslageraum verzichten, der sonst bei Feuerwehrhäusern vorgeschrieben sei und am Grasweg gebaut werden müsste. Bürgermeister Weber erklärte zudem später, dass er nicht verstehe, wie die BI auf 450 000 Euro Kosten für die geplante Zu- und Abfahrt ("Rampe") komme. Das zuständige Ingenieurbüro Keller sei 2020 lediglich von 150 000 Euro ausgegangen.n Mehr Sicherheit durch eigene Zufahrt: Volz betonte, dass man Raumplanung und Anfahrt zum Feuerwehrhaus mit den Anwohnern abgestimmt und noch eine zusätzliche Lärmschutzwand schaffen werde. Insbesondere die Anwohner profitierten von der Zufahrt, da durch diese kein Verkehr über den Grasweg geleitet wird. Dieser sei nicht nur sehr stark beparkt, sondern auch ein Schulweg, betonten sie und später auch Kommandant Christian Feist. Somit biete die geplante Variante an der Kahlenberghalle mit einer eigenen Zu- und Abfahrt nicht nur schnellere Einsatzmöglichkeiten, sondern auch mehr Sicherheit für die Grasweg-Anwohner.n Intensive Vorbereitung: Bürgermeister Pascal Weber erinnerte daran, dass der Standort bei der Kahlenberghalle laut allen Experten – inklusive Kreisbrandmeister Bernhard Frei – der aus feuerwehrtaktischer Sicht am geeignetste sei. Man habe sich die Suche nicht leicht gemacht und rund ein Dutzend Standorte in Ringsheim und viele Feuerwehrhäuser besichtigt, zwei öffentliche Info-Veranstaltungen abgehalten und über Entwicklungen im Amtsblatt informiert. "Wohl kein Projekt in den letzten Jahrzehnten wurde in unserer Gemeinde so intensiv vorbereitet und öffentlich transparent erarbeitet", betonte Weber.nSchneller am Einsatzort: "Wer schon einmal in einer Notsituation war, der weiß: Sekunden werden zu Minuten und Minuten zu Stunden", erklärte Kommandant Feist in seiner Rede. Bevor ein Fahrzeug ausrücken könnte, müssten zunächst neun Einsatzkräfte zu diesem gelangen. Während dies im Falle der Kahlenberghalle zügig über eine Vorfahrtsstraße mit Tempo 50 gehe, müsste man sich im Grasweg mit seiner ausgelasteten Parksituation erst durch eine Tempo-30-Zone mit Schulweg und Rechts-vor-Links-Regelung manövrieren. "Nur wenn wir schnell und sicher am Einsatzort sind, können wir schnell und sicher Hilfe leisten", betonte Feist.n Schnelle Zu- und Abfahrt: Die Bürger hatten im Vorfeld der Veranstaltung die Möglichkeit Fragen zu stellen, drei hatten diese Gelegenheit genutzt. Eine Frage wurde zum Anfahrtsweg über den Grasweg gestellt, eine andere hinsichtlich der Standorte anderer Feuerwehren. Feist betonte, dass kein anderer Feuerwehr-Standort am Ende eines Wohngebiets angesiedelt sei, wie es beim Standort Grasweg der Fall sein werde – auch nicht bei den von der BI als gelungen bezeichneten Beispielen in Kappel-Grafenhausen und Mahlberg. Deren Feuerwehrhäuser seien beide an einer Verbindungsstraße zwischen den Ortsteilen, die eine schnelle Zu- und Abfahrt ermöglicht.nGute Sicht durch Plattform: Die dritte Bürgerfrage zielte darauf ab, ob die geplante Feuerwehr-Ausfahrt auf die Hauptstraße sicher sei. "Ja", erklärte Feist. Die Straße steige aufgrund ihrer Länge nur leicht an und vor der Ausfahrt sei eine ebene Plattform eingeplant: Man könne von ihr auf der einen Seite bis zur Brücke und auf der anderen bis zum Lindenplatz sehen, habe den Verkehr also ausgesprochen gut im Blick.

Die nächste Informationsveranstaltung zum Bürgerbegehren ist für Freitag, 18. Juni, ab 19 Uhr, an der Kahlenberghalle geplant. Aufgrund der niedrigen Corona-Zahlen kann diese als Vor-Ort-Veranstaltung stattfinden.

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