Ringsheim Bald drei neue Hotels in Ringsheim?

Die Zahl der Beherbergungsbetriebe im Ringsheimer Westen wächst: Zwischen Bahn und A 5 will ein Investor zeitnah eine Bungalow-Siedlung bauen, zwei weitere Hotels in unmittelbarer Nähe könnten folgen, sagt Bürgermeister Pascal Weber.

 

Ringsheim. Entstehen sollen die Anlagen allesamt im Leimenfeld II – genauer: auf dem Areal zwischen Herbolzheimer, Elz- und Mahlberger Straße. Die Fläche in direkter Nachbarschaft von Holiday Inn und Tennisanlage (im Norden) sowie den Hotels Babylon (Süden) und La Toscana (Osten) besteht aus drei Einzelgrundstücken mit einer Gesamtgröße von rund 2,4 Hektar, also mehr als ein Drittel des kompletten Gewerbegebiets. Somit wird in absehbarer Zeit auch der letzte "weiße Fleck" im Leimenfeld II mit (fremdem) Leben gefüllt.

Für das mit 1,46 Hektar mit Abstand größte der drei Grundstücke im Süden des Areals liegen laut Rathauschef Weber bereits konkrete Pläne vor. Ein Investor aus Freiburg hat die Fläche gekauft. Er will dort neben einem größeren Hotel-Gebäude (Ecke Elz- und Mahlberger Straße) eine Bungalow-Siedlung errichten – und zwar offensichtlich sehr bald. Der Bauantrag hat den Gemeinderat bereits passiert, Weber rechnet damit, dass "noch im Herbst oder spätestens im Frühjahr" die Bagger rollen. Der Gesamtkomplex – Bungalows und Hotel zusammengerechnet – soll 240 Betten haben.

Auch das zweite Grundstück (65 Ar), in südlicher Verlängerung der Tennisplätze, hat schon vor einiger Zeit den Eigentümer gewechselt. Allerdings, so Weber, seien die Pläne des Privatmanns aus der Nähe von München noch nicht so weit fortgeschritten wie bei seinem künftigen Nachbarn. Möglicherweise sei der Investor noch auf der Suche nach Geldgebern, jedenfalls liege noch kein Bauantrag vor. Sicher ist aber: "Die Gedanken gehen auch hier klar Richtung Holtelbau."

Genauso wie bei dem Interessenten, der gerne die 27,5 Ar große Fläche direkt an der Herbolzheimer Straße, im Anschluss an das Holiday Inn kaufen würde. Einst war dort ein Windtunnel geplant, ein Projekt, das bekanntermaßen im Sande verlief. Die jetzigen Pläne haben wohl mehr Substanz. Weber: "Noch ist der Kaufvertrag nicht unterschrieben, aber wir sind in finalen Gesprächen."

Dem Rathauschef ist bewusst, dass durch diese Pläne die latent vorhandene Kritik am Hotel-Boom in Ringsheim wieder lauter werden dürfte. Der bekannte Tenor: Für Touristen ist Platz, für das produzierende Gewerbe nicht. Weber kennt diesen Vorwurf – und hat in der Vergangenheit schon mehrfach versucht, ihn zu entkräften. Er sagt: "Ein großer Teil im Leimenfeld II ist als Sonderfläche Tourismus ausgewiesen, daran gibt es nichts zu rütteln." Weil zwischen zwei Hotels nun mal keine Schmiede passe, sei der Weg Richtung Fremdenverkehr vorgezeichnet. Dennoch habe man sich in der Vergangenheit bemüht, einen Branchen-Mix hinzubekommen: "Wir haben dort auch einen Friseur, ein Küchenstudio und eine Tankstelle." In absehbarer Zukunft soll eine Praxis für Physiotherapie folgen (zwischen Küchenstudio und Hotel Toscana). Das Grundstück sei bereits verkauft.

Damit sind die gesamten sechs Hektar im Leimenfeld II bebaut oder zumindest verplant. Konkrete Überlegungen für die Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets gibt es laut Weber derzeit nicht. Sollte in dieser Hinsicht jedoch künftig etwas passieren, "wird es Ziel der Verwaltung sein, Raum für Handwerker zu schaffen". Der Bürgermeister betont aber auch: "Dazu braucht es eine entsprechende Nachfrage."

Derzeit gibt es im Leimenfeld II drei Hotels mit insgesamt 582 Betten:

Holiday Inn Express: 330 Betten

La Toscana: 200 Betten

Babylon: 52 Betten

Entsteht wie geplant das neue Hotel mit Bungalows, würde sich die Gesamtbettenanzahl im Gewerbegebiet um 240 auf dann 822 erhöhen.

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