Rheinhausen "Viele machen Großes möglich"

Als das Generationenhaus St. Josef in Rheinhausen entstand, erfüllte es eine Leuchtturmfunktion: Es war das Erste seiner Art in Südbaden. Nun wurde das Fünfjährige der Einrichtung gefeiert.

Rheinhausen. "Wir feiern uns selbst" – unter diesem Motto stand das Fest. Träger, Bewohner und Kita-Kinder trafen sich im Bürgerhaus – auf den Tag genau exakt fünf Jahre, nachdem der erste Bewohner eingezogen war. "Von null auf hundert Prozent startete das Generationenhaus St. Josef damals", erinnerte Rheinhausens Bürgermeister Jürgen Louis in seiner Ansprache.

In der Kita im Erdgeschoss werden mittlerweile drei Kleinkindgruppen und vier Ü-30-Gruppen betreut. Im Pflegeheim sind alle 36 Plätze belegt, zeitweise gibt es dort sogar eine Warteliste. Auch die 14 Appartements des betreuten Wohnens in der Nähe haben alle Mieter gefunden.

In Zukunft will der Trägerverband, der Saarländische Schwesternverband, in der Nähe noch die Tagespflege und den ambulanten Pflegedienst ansiedeln, wie Vorstandsmitglied Jörg Teichert bei seiner Ansprache bestätigte. Der saarländische Schwesternverband habe es sich zur Aufgabe gemacht, gerade in ländlichen Regionen die Versorgung der älteren Generation und die Betreuung der jüngsten sicherzustellen.

Generationenhaus als neuer Dorfmittelpunkt

Die Quartierslegung in Rheinhausen sei dabei besonders gelungen: "Es ist ein Dorfmittelpunkt entstanden, der seinesgleichen sucht. Was hier geschaffen wurde, ist das, was die Zukunft bringen sollte", erklärten Teichert und Dietmar Krause von der Regionalleitung des Schwesternverbands einstimmig. Die Besonderheit in St. Josef sei die Kombination von Jung und Alt, die sich dort immer wieder begegnen, wovon beide Seiten profitieren würden.

Das sahen auch Kita-Leiterin Nadine Häs und Monique Mathea, die Einrichtungsleiterin der Pflege, so: Das generationenübergreifende Arbeiten von Kindern und Senioren bringe die Generationen zusammen und schaffe die Bereitschaft, voneinander zu lernen und miteinander mit Respekt und Wertschätzung umzugehen. So würden Vor­- urteile abgebaut und Kulturgut von der einen an die andere Generation weitergegeben.

In der SeKi-Gruppe tauschen sich die Kinder und die Bewohner des Pflegeheims im zweiwöchigen Rhythmus über ihre jeweilige Lebenswelt aus. Bei den Begegnungen spiele man, musiziere oder tanze. Ein wichtiges Ritual bildet das gemeinsame Singen: Die Kinder lehren die Senioren Lieder, die sie kennen, und die Senioren bringen ihnen Lieder aus ihrer Kindheit bei. Eine Kostprobe davon gaben sie dem Publikum: Gemeinsam sangen sie unter der Leitung und Gitarrenbegleitung von Gerold Kunz "Komm, mein Pferdchen" und "Das Lied der Begegnung". Der Applaus war so groß, dass drei Zugaben gegeben wurden.

Der Erfolg des Generationenhauses sei aber ohne die vielen Ehrenamtlichen nicht möglich, erinnerte Bürgermeister Louis und holte alle anwesenden Ehrenamtliche auf die Bühne. Es waren mehr als 30. "Viele Menschen machen Großes möglich", dankte Louis ihnen für ihr Engagement, das sich nicht nur auf das Generationenhaus, sondern auch auf das Café de la Vida erstrecke. Mit diesem wurde eine Begegnungsstätte für behinderte und nicht-behinderte Menschen geschaffen.

Ein besonderer Dank galt Eugen Maurer, der als Fahrer regelmäßig mit dem Café-de-la-Vida-Auto unterwegs ist. Ihm überreichte Louis als Dankschön eine aus einem Kaffeesack gefertigte Fahrermütze. "Danke an Sie alle! Auf die nächsten fünf, 50, 100 Jahre des gemeinsamen Miteinanders mit Jung und Alt", schloss Louis seine Festrede.

Bei der Feier im Bürgerhaus standen die im Mittelpunkt, die das Generationenhaus auch nutzten: Nachdem der offizielle Teil vorbei war, konnten Kinder und Senioren an verschiedenen Stationen gemeinsam ein Spiel spielen, Mandalas malen oder kegeln. Auch das Festessen, Currywurst mit Pommes, hatten die Bewohner des Generationenhauses selbst ausgewählt. Für musikalische Unterhaltung sorgte das Duo Ernst und Franz Maurer, das auch regelmäßig in der Pflegeeinrichtung musiziert.

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