Rheinhausen Mitglied werden

Daniela Bäuerle und Pfarrer Stefan Meisert wollen stärker auf die Rheinhausener Hilfsangebote aufmerksam machen und so deren Arbeit fördern. Hier zeigen sie den Info-Flyer. Foto: Meier Foto: Lahrer Zeitung

Die Rheinhausener Hilfsvereine aus St. Achatius und St. Ulrich greifen Bürgern und Familien in Notlagen unter die Arme. Mit einer besonderen Aktion haben sie auf ihre Arbeit aufmerksam gemacht.

Die beiden Hilfsvereine freuen sich über neue Mitglieder, die sich jährlich mit einem Mitgliedsbeitrag von 12,50 Euro engagieren. „Es ist schlichtweg so, dass uns unsere überwiegend älteren Mitglieder wegsterben“, bemerkt Diana Bäuerle.

Rheinhausen. "Suppe wärmt Herzen": Unter diesem Motto luden die Hilfsvereine aus St. Achatius und St. Ulrich nach dem Gottesdienst in St. Achatius zu einer leckeren und kostenlosen Suppe ein.Die Veranstalter waren sehr zufrieden: "Das gemeinsame Suppeessen brachte die Menschen zusammen und miteinander ins Gespräch", freute sich Diana Bäuerle. Da es schnell dunkel wurde, gab es eine Vesperkirche, die Suppe wurde im Gotteshaus eingenommen. "Die Atmosphäre war klasse", so Bäuerle. "Wir konnten die Menschen für die Aufgaben des Hilfsvereins sensibilisieren – genau darum ging es uns auch", bemerkt sie.

Bäuerle ist stellvertretende Vorsitzende des Oberhausener Hilfsvereins, in Niederhausen hat diese Position Wolfgang Steiner inne. Pfarrer Meisert ist Kraft seines Amtes bei beiden Institutionen der Vorsitzende. "Wir erhoffen uns von diesem Abend zum einen, dass wir wieder ins Bewusstsein unserer Mitbürger gerückt sind. Zum anderen soll sich dadurch langfristig ein Netzwerk entwickeln", bemerkt Pfarrer Meisert. Dadurch, dass die Menschen über das Essen miteinander ins Gespräch kamen, soll sich mehr gegenseitige Achtsamkeit entwickeln. "Nachdem sie sich hier begegnet sind, grüßen sie sich beim nächsten Wiedersehen oder bei einer kurzen Begegnung vielleicht – bereits das stärkt die Gemeinschaft", so Meisert weiter.

Die Hilfsvereine möchten auch künftig durch Aktionen verstärkt auf sich aufmerksam machen. Sie sind aus ehemaligen Krankenpflegevereinen entstanden und haben in Rheinhausen eine lange Tradition. In Niederhausen sind es 59 Mitglieder und in Oberhausen 133, die sich mit einem jährlichen Betrag von 12,50 Euro karitativ engagieren. Dadurch wird unter anderem die Familienpflege gewährleistet. Sie sorgt für die Betreuung und Versorgung von Kindern bis zum 14. Geburtstag in Notsituationen.

"Wenn Mama ausfällt, springen wir ein", steht auf dem neuen Flyer, der auf die Vereine aufmerksam machen soll. Denn wenn die Familienpflege über die Krankenkasse organisiert wird, wird diese nur zum Teil übernommen. In dieser Lage greifen die Hilfsvereine ein und unterstützen die Familien.

Sozialstation und Caritas unterstützen die Gemeinde unter anderem durch professionelle Schuldnerberatung, Hilfe für Senioren oder Mütter in Not. Der Caritas-Ausschuss der Seelsorgeeinheit Herbolzheim-Rheinhausen umfasst zwölf Menschen aus allen fünf Pfarreien. "Dennoch kann uns dies als Menschen nicht von unserer gemeinnützigen Engagement entbinden", hebt der Pfarrer hervor, der "sehr dankbar" für die Arbeit der Hilfsvereine und die Hilfe anderer engagierter Mitbürger ist. "Vieles geschieht da im Verborgenen", erzählt der Geistliche. Mitglieder fahren Mitbürger zum Beispiel zum Einkaufen, nehmen sie auf Ausflüge mit oder in Gottesdienste mit. Oder sie besuchen Menschen in der Gemeinde, ähnlich wie die Nachbarschaftshilfe, geben Zuwendung und erledigen kleinere Dienste – wie gute Geister. "Die Menschen kommen dabei ihrem christlichen Glauben nach", erzählt der Theologe. Sie wollten ihre Mitmenschen nicht aus dem Blick verlieren. Das klappe in Rheinhausen und im Bleichtal noch sehr gut. Im Dorf sei das einfacher, da kenne man sich noch, bilanziert Meisert. In der Stadt Herbolzheim sei es allerdings schwieriger.

Die nächste Aktion der Hilfsvereine aus Niederhausen und Oberhausen steht fest: Am Samstag, 16. November, lädt die Kirchengemeinde zur "Nacht der Lichter" ein. Auch hier wird es wieder Informationen zur karitativen Arbeit und eine warme Suppe geben. Diesmal findet die Aktion übrigens in Herbolzheim statt.

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