Rheinhausen Mit der Tagespflege Angehörige entlasten

Lahrer Zeitung
Monique Mathea, Leiterin der Pflegeeinrichtung, erläutert den Gästen das Betreuungskonzept (von links); Bürgermeister Jürgen Louis, Landtagsabgeordneter Marcel Schwehr, Staatssekretär Karl-Josef Laumann und Bundestagsabgeordneter Peter Weiß. Foto: Ande Foto: Lahrer Zeitung

Politikerbesuch: Karl-Josef Laumann, Pflegebeauftragter der Bundesregierung, zu Gast im Generationenhaus St. Josef in Rheinhausen

Von Marcus Ande

Je näher der Termin der Landtagswahl rückt (13. März), umso mehr politische Prominenz gibt sich im Wahlkreis die Ehre. Am Dienstag besuchte der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Rheinhausen.

Rheinhausen. In der öffentli chen Begegnungsstätte des Generationenhauses, dem "Café de la Vida", wurde über die "Zukunft der Pflege" gesprochen. Ein Thema, dessen Bedeutung vermutlich gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, das aber bei der Landtagswahl keine nennenswerte Rolle spielen dürfte, wie auch Marcel Schwehr, der örtliche Landtagsabgeordnete der CDU, eingangs andeutete – im Gegensatz zu einem Thema wie beispielsweise dem Schulwesen. Schließlich ist die Pflege weniger landes-, sondern vor allem bundespolitisch von Bedeutung.

Laumann, begleitet vom hiesigen CDU-Bundestagsab geordneten Peter Weiß, machte zwischen zwei Terminen Station in Rheinhausen, wo er auf ein aufmerksames Publikum traf – darunter Menschen, die einen Pflegeberuf ausüben oder auch kommunalpolitisch tätig sind. Die Pflegeversicherung, vor rund 20 Jahren eingeführt, gehöre generalüberholt, so Laumann, der mehrere Aspekte nannte, "die man anders machen kann". Die Frage, die ihn am meisten beschäftige: Wo findet man in Deutschland Menschen, die sich um Pflegebe dürftige kümmern? Deren Zahl werde im nächsten Vierteljahrhundert jährlich um zwei bis drei Prozent steigen. Laumann hat dabei vor allem die häusliche Pflege im Blick: Zwei Drittel der zumeist Hochbetagten würden zu Hause gepflegt – und davon zwei Drittel fast ausschließlich von Angehörigen. Zu deren Entlastung müsse die Tagespflege ausgebaut werden. Hier seien die maximalen monatlichen Leistungen aus der Pflegeversicherung von 550 auf 1200 Euro erhöht worden. Die Bedeutung der Tagespflege machte Laumann auch am Beispiel Demenz fest: "So hält der Ehepartner es aus, mit einem Demenzkranken zu leben", sagte er mit Blick auf die außerordentlichen Belastungen, die mit dieser Aufgabe verbunden sind.

Ein weiterer Aspekt für den Pflegebeauftragten der Bundesregierung ist "ein gutes Miteinander von Familie, Nachbarschaft und Pflegekräften". Bislang habe eine Hochstufung von Pflegepatienten eine höhere Zuzahlung für den Platz im Pflegeheim zur Folge gehabt. "Ab 2017 wird es nur noch eine Zuzahlung in Heimen geben, egal in welcher Pflegestufe", kündigte Laumann eine Vereinfachung an.

Träger der Pflegeeinrichtung im Generationenhaus St. Josef ist der Saarländische Schwesternverband. Monique Mathea, die Leiterin der 36 Plätze umfassenden Station, stellte die Arbeit bei einem Rundgang vor. Thomas Dane, Vorstandsvorsitzender des Schwesternverbands, kündigte an, in einem weiteren Bauabschnitt bis 2017/2018 auch betreutes Wohnen in Rheinhausen anzubieten.

Bürgermeister Jürgen Louis betonte das Konzept des Generationenhauses, in dem ein Pflegezentrum und eine Kindertagesstätte unter einem Dach seien und es zu vielen belebenden Kontakten zwischen Alt und Jung komme.