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Rheinhausen Gemeinsam hoffen, bangen und kämpfen

Lea (Zweite von links) mit Schwester Mira, Mama Elvira Meier und Seelsorger Jens Terjung Foto: kat Foto: Lahrer Zeitung

Von Katrin Meier

 

Rheinhausen. Wenn die kleine Lea Meier lacht, geht die Sonne auf. Auch für Jens Terjung. Der Seelsorger hat das Mädchen und seine Familie während seines fünfmonatigen Klinikaufenthalts in der Uni-Kinderklinik Freiburg betreut.

Da seine Stelle zur Hälfte aus Spenden des Vereins "Herzklopfen" finanziert wird, haben Leas Eltern einen Spendenaufruf gestartet, an dem sich neben vielen Freunden und Bekannten auch einige Rheinhausener Gruppierungen beteiligten. Am Ende kamen 2000 Euro zusammen.

Sie lacht, ihre Augen strahlen. Lea ist ein fröhliches Kind, das gerne tanzt und mit ihren Freundinnen oder ihrer kleinen Schwester Mira spielt. Der Achtjährigen geht es gut. Aber das war nicht immer so. Als Lea dreieinhalb Jahre alt war, wurde sie krank. Hinter den Mandeln wurde ein Abszess entdeckt. Diese Wucherung begann zu wandern. Es kam zu einer gefährlichen Folgeerkrankung: Die Ärzte diagnostizierten eine schwerere Entzündung des Brustkorbs. Das hatte zur Folge, dass die Lymphknoten Wasser aus dem Blut zogen und in den Brustkorb abgaben.

Vor der Familie lagen bange Monate. In dieser schweren Zeit bekam sie aber auch immer wieder Mut zugesprochen. Während Leas Klinikaufenthalt auf der Intensivstation der Universitätskinderklinik wurde sie und ihre Familie von Jens Terjung seelsorgerisch begleitet. Terjung arbeitet seit 2001 als evangelischer Seelsorger an der Klinik, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, mit dem Schwerpunkt Begleitung von schwer erkrankten Kindern und deren Familien.

"Er war fast jeden Tag bei uns, hat uns Mut gemacht, mit uns gehofft, gebangt, gebetet und sogar geweint", erinnert sich Elvira Meier, Leas Mama. Es seien viele intensive Gespräche über Sorgen und Ängste geführt worden. "Er hat uns geholfen, einen Weg zu finden, mit all dem klar zu kommen",“ erzählt sie.

Als es Lea besser ging, hat er sich Zeit genommen mit ihr zu spielen, machte ihr Mut, weiter zu kämpfen. "Wir haben uns über jeden kleinen Fortschritt bei Leas Genesung gemeinsam gefreut, neue Kraft geschöpft und Trost bekommen, wenn es wieder Rückschläge gab", berichtet die Mama.

Seine Arbeit war für die Eltern in dieser schwierigen Zeit sehr wertvoll und wichtig. Aus diesem Grund haben sich Elvira und Andreas Meier entschlossen, eine Spendenaktion zugunsten der Seelsorgerstelle von Jens Terjung ins Leben zu rufen und den Verein "Herzklopfen" zu unterstützen. "Wir haben im Freundes- und Bekanntenkreis sowie bei Arbeitskollegen Spenden in Höhe von knapp 1000 Euro gesammelt", sagt Elvira Meier.

Am 14. Dezember fand in der Kirche St. Ulrich mit dem Chor "Mamas und Papas", dem Orchester der Musikschule Fries unter Leitung von Markus Fries und dem Schulchor der Grundschule Rheinhausen ein Adventsgottesdienst zugunsten der Aktion statt. Der Erlös in Höhe von etwas unter 1000 Euro wurde dann vom Chor auf glatte 1000 Euro aufgerundet. Nun wurden die zwei Schecks im Gesamtwert von 2000 Euro an Jens Terjung für die Seelsorgearbeit in der Kinderuniklinik Freiburg übergeben. Der Seelsorger war überwältigt und freute sich sehr.

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