Rheinhausen Asche ohne Folgen

Tiefschwarz und kilometerweit zu erkennen war die Rauchwolke, die am 26. Mai über dem Europa-Park aufstieg. Die Asche soll jedoch keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Foto: Rein Foto: Lahrer Zeitung

Die Sorgen der Menschen in und um Rust sind wohl unbegründet gewesen. Beim Großbrand im Europa-Park entstanden so gut wie keine gefährlichen Stoffe. Das ist das Ergebnis einer vom Kreis Emmendingen in Auftrag gegebenen Untersuchung.

 

Rust/Rheinhausen, Fast drei Monate ist es her, dass über Rust eine tiefschwarze Rauchsäule aufstieg. Es war das kilometerweit sichtbare Zeichen eines verheerenden Feuers. Im Europa-Park standen Teile des skandinavischen und holländischen Themenbereichs in Flammen, das Fahrgeschäft "Piraten in Batavia" sowie eine angrenzende Lagerhalle mit dem Kostümfundus wurden komplett zerstört. Der Brand war innerhalb weniger Stunden gelöscht, die Warnung, Fenster und Türen geschlossen zu halten, um keine mit Schadstoffen belastete Luft einzuatmen, schnell wieder aufgehoben. Die Hinterlassenschaften des Feuers beschäftigten die Menschen aber noch Wochen danach.

Welche Folgen hat der Ascheregen, der während und nach dem Großfeuer in einem Umkreis von mehreren Hundert Metern niederging? Bedeuten die Brandrückstände eine Gefahr für Mensch und Umwelt? Ängste, die vor allem die Ruster Nachbargemeinde Rheinhausen umtrieb. Zahlreiche Bürger hatten die unliebsamen Fundstücke ins Rathaus getragen, die Gemeinde nahm die Sorgen ernst und bat die Emmendinger Kreisverwaltung um Klärung. Ein Prüflabor nahm sowohl die gefundenen Aschestücke unter die Lupe als auch eigene Proben – und hat nun Entwarnung gegeben.

Gemüse und Salat einfach abwaschen

Das Endergebnis der Analyse sei "sehr erfreulich", teilte der Leiter des Emmendinger Gesundheitsamts, Armin Dietz, Rheinhausens Bürgermeister Jürgen Louis in einem Schreiben mit: "Die Besorgnis einer relevanten Belastung oder gar Gefährdung hat sich nicht bestätigt."

Dem Amtsleiter zufolge wurden kritische Stoffe wie Dioxine oder Asbestfasern, die bei Großbränden entstehen beziehungsweise weitergetragen werden können, "im Probenmaterial gar nicht oder in nur unbedenklichen Gehalten ermittelt".

Lediglich beim Element Antimon, das zu einer Reizung von Augen und Schleimhäute führen kann, sei eine "geringfügige Überschreitung" um das Zweieinhalbfache festzustellen gewesen. Laut Dietz dennoch kein Grund zur Sorge: Falle die Asche zu Boden, würden die darin enthaltenen Stoffe auf eine unbedenkliche Konzentration verdünnt. Demnach sei ein "messbarer Transfer von Metallen in Ernteprodukte nicht zu erwarten", und für alle draußen angebauten Pflanzen für den Verzehr unbedenklich.

Auch eine direkte Gefährdung von Menschen durch die Asche ist laut Dietz nicht zu erwarten. Bloßer Kontakt mit der Haut, etwa beim Aufsammeln der Aschestücke hätte keine "nennenswerte Belastung" zur Folge. Sollten sich Schmutzpartikel beispielsweise auf Gemüse oder Salat abgesetzt haben, genüge es, die Pflanzen mit Wasser abzuwaschen, "um die Nahrung anschließend unbesorgt konsumieren zu können".

Der Ermittlungen zum Brand im Europa-Park sind noch immer nicht abgeschlossen. Wie die Pressersprecherin der Freiburger Staatsanwaltschaft, Martina Wilke, auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, sei derzeit noch nicht absehbar, wann der Abschlussbericht vorliege. Thomas Mack sagte vor Kurzem in einem Interview, dass man von einem Schaden von mehr als 20 Millionen ausgehe.

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