Reaktionen von Kunden Auch in Lahr sind die Spritpreise gefallen

Alessandra Hamsch, Vincent Kapitel-Stietzel und Christopher Piskadlo
Trotz deutlich günstigerer Preise gab es an den Lahrer Tankstellen – hier die von Günther Energie beim Flugplatz – am Mittwoch keine Schlangen. Foto: Kapitel-Stietzel

Die Steuersenkung für Kraftstoffe, die seit Mittwoch gilt, wurde wider Erwarten direkt umgesetzt. Auch in Lahr. Ein Betreiber verkaufte sogar mit Verlust. Dennoch blieben lange Warteschlangen aus.

Lahr – Pünktlich zu Mitternacht am 1. Juni sprangen deutschlandweit vielerorts die digitalen Anzeigetafeln um: Der vom Bund beschlossene Tankrabatt (siehe Info) kommt bei den Verbrauchern an. Die LZ hat die Reaktionen von Tankstellenbetreibern und ihren Kunden in Lahr eingefangen.

So sieht es bei den Spritpreisen aus: Der Benzinpreis an der Tankstelle "BFT zum Boxenstop" in der Geroldsecker Vorstadt ist von Dienstag auf Mittwoch um 22 Cent, von 2,16 auf 1,94 Euro pro Liter, gefallen, der Dieselpreis von 2,01 auf 1,99 Euro. Am Tankcenter Lahr in der Bismarckstraße musste man am Dienstag für den Liter Diesel noch 2,01 Euro und für Super 2,16 Euro pro Liter zahlen. Seit Mittwoch zahlt man dort 1,93 Euro für Diesel und 1,95 Euro für Super. An der Aral-Tankstelle ist der Benzinpreis von 2,23 auf 1,99 Euro pro Liter gesunken. Diesel ist für zwei Euro erhältlich, hier betrug der Preis vor der Senkung noch 2,08 Euro. An der Tankstelle von Günther Energie am Flugplatz ist der Benzinpreis für Super E 10 im Vergleich zu Dienstag von 2,14 Euro auf 1,88 Euro gefallen, also um 26 Cent pro Liter. Der Dieselpreis ist von 2,02 Euro auf 1,94 Euro heruntergegangen.

So sieht es an den Tankstellen aus: Der große Ansturm auf die Lahrer Tankstellen blieb trotz des Preisfalls am Mittwoch aus. Lange Warteschlangen vor den Zapfsäulen suchte man vergeblich. Die LZ war vormittags und am Nachmittag an den Stationen unterwegs. "Wir sind weit weg davon, dass die Leute Schlange stehen, es ist ein fast normaler Tag", sagte Harald Günther, Chef von Günther Energie in der Einsteinallee. Das könne sich aber noch ändern, weil in den Medien zuvor davon ausgegangen worden war, dass die Preise vorerst noch oben bleiben: "Ich denke, dass der ein oder andere noch wartet." Am Tankcenter ergibt sich ein ähnliches Bild. Auch hier ist der Andrang verhalten. Ebenso an der BFT und an den beiden Aral-Tankstelle in der Turmstraße und in der Freiburger Straße.

Das sagen die Betreiber: Während Memin Welz, Betreiber des Tankcenters Lahr, noch am Dienstag mit einem Ansturm auf die Zapfsäulen gerechnet hatte, musste er einen Tag später feststellen: "Der Sprit geht heute nicht aus. Ich wäre aber froh, wenn es leerer wird." Er hofft darauf, dass am Wochenende mehr Kunden kommen. "Heute sind deutlich mehr da als gestern", stellte eine Kassierin von der Tankstelle BFT fest. Ihr Chef Vedat Ceyan erklärt: "Die Spritpreise sind noch nicht voll runtergegangen. Es werden erst noch die Restbestände mit den alten Konditionen verkauft. Ende der Woche könnten sie aufgebraucht sein." Ceyan rechnet damit, dass ab Samstag das Tanken noch einmal deutlich billiger wird. Dann könnte auch viel mehr an den Zapfsäulen los sein.

"Ich bin seit 35 Jahren in diesem Geschäft und habe noch nie eine Steuerreduktion in diesem Ausmaß erlebt", sagte Harald Günther am Dienstag. Er wisse deshalb nicht, was auf ihn zukomme. Aufgrund des neuen Ölembargos der EU gegen Russland erwartete er "eine leichte Unterversorgung auf dem Markt, der Nachschub ist nicht sicher gestellt". Zudem rechnete Günther damit, dass er die ersten ein bis drei Tage sein bereits zu alten Preisen eingekauften Treibstoff ohne Preisnachlass verkaufen würde, um keine Verluste zu machen. Am Mittwoch kam es dann aber anders als gedacht: "Der Preis ist gesunken, weil wir in der glücklichen Lage sind, dass wir gestern Nacht mit neuer, günstigerer Ware beliefert wurden – wir konnten die Preissenkung gleich weitergeben." Den älteren Treibstoff der vergangenen Tage hat er teilweise auch zu den neuen Preisen verkauft – mit Verlust für den Betreiber. An den Aral-Tankstellen wollte man sich auf LZ-Anfrage nicht zu der Preisveränderung äußern.

Das sagen die Kunden:  "Es ist auf jeden Fall eine Erleichterung. Ich tanke mal wieder voll", sagt ein Mann an der Aral-Tankstelle in der Turmstraße. Auch ein Kunde aus Schuttertal, der am Tankcenter sein Auto befüllte, hatte extra auf den heutigen Tag hingefiebert: "Ich hätte eigentlich am Montag getankt. Heute ist es schon billiger." So dachten am Mittwoch aber nicht alle – die meisten Kunden, die man an den Tankstellen traf, tankten schlicht aus Routine. "Ich hätte heute sowieso getankt", erklärte eine Kundin bei BFT-Boxenstop. Für sie sei der Sprit immer noch zu teuer. Auch an der Agip-Tankstelle in der Freiburger Straße herrschte Normalität. Ein Autofahrer, der sich einen Kaffee holte, hatte nicht einmal etwas von gesunkenen Preisen mitbekommen. "Ist mir noch nicht aufgefallen, ich lasse sonst immer den Chef tanken", sagte er.

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