Racing Straßburg vorne dabei Selbst die Königsklasse ist noch möglich

Felix Gieger
Kennt sich in Europa aus: Straßburgs Trainer Julian Stéphan – hier 2019 in einem Europa-League-Spiel mit Stades Rennes gegen den FC Arsenal. Foto: Vincent

Nach zuletzt drei Unentschieden in Serie hat Racing Straßburg gegen Monaco mit den Deutschen Nübel und Volland mal wieder gewonnen. Dadurch lebt auch die Hoffnung auf den Einzug in den europäischen Wettbewerb weiter.

Gegen dieses Kunststück konnte auch Alexander Nübel nichts ausrichten. Es lief die 23. Minute in der Partie zwischen Racing Straßburg und AS Monaco, als Alexander Djiku nach einer Ecke aus fünf Metern zum Fallrückzieher ansetzte. Nübel, der ehemalige Keeper von Schalke 04 und derzeit als Leihspieler von Bayern München im Fürstentum, berührte den Ball zwar noch, konnte das Traumtor jedoch nicht verhindern. Und weil Nübels Kollegen – darunter auch der 15-fache Nationalspieler Kevin Volland – kein eigenes Tor erzielten, gewann Straßburg im voll besetzten Mainau-Stadion mit 1:0.

Es war der erste Sieg nach zuletzt drei Unentschieden in Serie für die Elf von Trainer Julien Stéphan. Dank des "Dreiers" leben die Träume vom europäischen Wettbewerb im Elsass weiter. "Die Spieler haben ein sehr starkes Spiel abgeliefert und sich den Sieg verdient. Es war ein echter Kollektivsieg", sagte der zufriedene Coach nach der Partie. Eine direkte Kampfansage an die Tabellennachbarn vermied er jedoch. Stattdessen sagte er, dass man dem Ziel von 50 Punkten immer näher komme. Denn derzeit steht Racing mit 47 Zählern auf Rang fünf, der für die Playoffs der Europa-Conference-League berechtigen würde. Stade Rennes – Stéphanes Ex-Club – liegt mit 49 Punkten auf dem vierten Platz, Nizza und Marseille haben jeweils 50 Zähler auf dem Konto.

Viel Lob für Racings Trainer Julian Stéphan

Es ist also noch einiges drin in den verbleibenden zehn Partien für die Straßburger. Selbst Platz zwei, der die Qualifikation für die Champions League bedeuten würde, ist in direkter Reichweite für die Elsässer, die in dieser Saison zu den französischen Topteams gehören. Am Ende der Runde könnte Racing sogar nach Paris Saint Germain zweitstärkste Kraft auf der anderen Rheinseite werden.

Das dürfte auch ein Verdienst des neuen Trainers sein, der in der französischen Presse immer wieder für seine Arbeit im Meinau-Stadion gelobt wird. Bereits in seiner ersten Saison mit Straßburg schickt er sich an, den Club ins internationale Geschäft zu führen. Dort kennt der 41-Jährige sich durchaus aus. Mit Rennes spielte er in der Champions- und Europa-League.

Ob er das auch mit Straßburg schaffen wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen, wenn die Elsässer noch gegen einige der Topteams antreten müssen – am letzten Spieltag der Saison kommt es zum Duell mit dem derzeitigen Zweiten aus Marseille. Für die Fans im Meinau-Stadion war die Sache am Sonntag dagegen schon klar. Sie feierten den Sieg ihrer Mannschaft und freuten sich dabei in ihren Gesängen auf Spiele in Prag, Kopenhagen oder Basel. Und wenn daraus dann Auftritt in Barcelona, Manchester oder München werden würden, hätten die Straßburger Fans wohl auch nichts dagegen.

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