Projekt kommt voran Wohnen im "Dorv-Zentrum" in Hugsweier

Stefan Maier
So sehen die Pläne der Werkgruppe Lahr für das "Dorv"-Zentrum in Hugsweier aus. Quelle: Unbekannt

Das "Dorv"-Projekt in Hugsweier wird größer als gedacht. Die Firma Eichner-Bau als Investor will dort nicht nur ein Dienstleistungsangebot zur Nahversorgung, sondern auch mehr Wohnraum als geplant schaffen. 17 Wohnungen sollen entstehen.

Lahr - Das "Dorv-Zentrum" schreitet voran, berichtet die Stadtverwaltung über den Stand des Projekts, das auf dem Grundstück des früheren "Café Edelweiß" entstehen soll. Nach einer Konzeptvergabe liegt die Planung der Arbeitsgemeinschaft aus Eichner-Bau und Werkgruppe Lahr für die Neustrukturierung der Fläche mit dem Aufbau eines Zentrums mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs vor, die mit einem Dienstleistungs- und kleinem Gastronomieangebot gekoppelt ist, vor.

Die Gesellschaft "Dorv-Leben Hugsweier" habe ihr Ziel erreicht und bis zum Jahresende 2021 die anvisierten 80 000 Euro mittels Anteilsscheine gesammelt. Der Geschellschafter-Zweck sei somit erfüllt, 86 000 Euro können für den "Dorv-Laden" eingesetzt werden.

Der "Dorv-Laden" soll der Unterversorgung des Stadtteils entgegenwirken. "Mit 17 Wohneinheiten leistet das Konzept zudem einen wichtigen Beitrag zur Deckung des dringend benötigten Wohnungsbedarfs im Stadtteil", so die Stadtverwaltung.

Die Grundstücke hat die Stadt zur besseren Steuerung des Projekts Ende 2018 erworben. Nun stehe der Verkauf an die Firma Eichner-Bau und ein sädtebaulicher Vertrag zwischen Investor und der Stadt Lahr an. Vorab gehe es nun um die Sozialwohnungsquote für das "Dorv-Zentrum", so die Stadt weiter. Im Rahmen der Konzeptvergabe war der Investor aufgefordert, einen Mietpreis für das "Dorv-Zentrum" zu benennen. Eine attraktive Kaltmiete für das Zentrum mit einer Laufzeit von 15 Jahren konnte laut Stadt nur durch die Quersubventionierung aus den ursprünglich 14 geplanten Wohnungen erzielt werden. Mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit zu optimieren, plante der Investor zusätzliche Wohnungen im Dachgeschoss. Dadurch könne der Ausgangs-Mietpreis reduziert werden. Allerdings verteuern die Baupreissteigerungen, die im November 2021 bereits bei neun Prozent lagen, die Maßnahme. Der Investor habe darum gebeten, auf die Sozialwohnungsquote verzichten zu dürfen, mit dem Hinweis auf den Sozialaspekt der langfristig preisgedämpften Vermietung für das Zentrum. Unabhängig davon verpflichte sich der Investor, bei einem Nichtzustandekommen eines Mietverhältnisses für das Zentrum die Sozialwohnungsquote einzuhalten.

Der Investor hat zudem gebeten, das die Stadt eine Mietbürgschaft für das "Dorv-Zentrum" für 15 Jahre übernimmt. Grundsätzlich gehe die Verwaltung davon aus, dass das Projekt sich selbst trage. Zudem gebe es rechtliche Bedenken. Die Stadt will diesen Punkt deshalb nicht weiterverfolgen.

Der Gemeinderat befasst sich bei seiner Sitzung am Montag, 16. Mai, ab 17.30 Uhr in der LGS-Halle mit diesem Thema.

Seit einigen Jahren ist die wohnortnahe Versorgung im Stadtteil Hugsweier nicht mehr gewährleistet. Auf Initiative des Ortschaftsrats Hugsweier begleitet seit Anfang 2015 das Stadtplanungsamt den Stadtteil Hugsweier und arbeitet an dem Modellprojekt "Dienstleistung und ortsnahe Rundum-Versorgung" ("Dorv"). Seit 2016 arbeitet ein 13-köpfiges Team aus Bürgern aus Hugsweier an der Entwicklung eines multifunktionalen "Dorv"-Zentrums.

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