Polizei ermittelt in Ringsheim Fuchsjunge vermutlich aus Bau entführt und ausgesetzt

So sahen die erst wenige Tage alten Tiere aus, als sie gefunden wurden – nur drei von ihnen überlebten. Foto: Polizeipräsidium

Ringsheim - Das Polizeipräsidium Freiburg ermittelt wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und der Jagdwilderei bei Ringsheim. Vermutlich haben ein oder mehrere Unbekannte Fuchswelpen zunächst aus ihrem Bau entführt und dann ausgesetzt – fünf verstarben.

Tiere wurden von den Findern zunächst für Hunde gehalten

Feldarbeiter haben am 10. März auf einem landwirtschaftlichen Acker zwischen Herbolzheim und Ringsheim eine Plastikplane entdeckt, welche an den Ecken mit Steinen beschwert war und unter der sich insgesamt acht ausgesetzte Welpen befanden. Auf den ersten Blick schien es sich bei den erst wenige Tage alten Tieren um Hundewelpen zu handeln. Zwei waren bereits verstorben, drei weitere verstarben kurz darauf, teilt die Polizei mit. Bei einer rechtsmedizinischen Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich bei den Tieren höchstwahrscheinlich aber nicht um Hunde, sondern um junge Füchse handelt. Das abschließende Ergebnis der gentechnischen Untersuchung liegt aber noch nicht vor. Die überlebenden Welpen wurden der Wildtierhilfe in Karlsruhe überstellt.

"Auch wenn es sich um Füchse handelt – eine Straftat liegt dennoch vor", bestätigt Markus Schoor vom Polizeipräsidium Freiburg der Lahrer Zeitung. Denn dass die erst wenige Tage alten Tiere von selbst unter die Plane gekommen sind, sei nahezu ausgeschlossen – zumal diese ja an den Ecken beschwert war. "Auch darunter geboren wurden sie nicht. Denn Füchse bringen ihre Welpen immer in einem Bau zur Welt", macht Schoor deutlich. Aktuell geht die Polizei deshalb davon aus, dass jemand die Abwesenheit der Füchsin ausgenutzt hat, um die Babys aus dem Bau zu rauben und unter die Plane zu verbringen – wohl in der Absicht, sie dort verhungern zu lassen. "Wer das getan hat und welches Motivs er dafür gehabt haben könnte, wissen wir aber noch nicht", erklärt Schoor.

Motiv des Täters noch unklar, Hoffnung auf Zeugenhinweise

Eine solche Tat sei nicht nur ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, sondern auch Jagdwilderei. Die Fachdienststelle Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidium Freiburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten sich beim Polizeirevier Emmendingen unter Telefon 07641/58 20 zu melden.

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