Permanente Brandgefahr Kippenheimer Wald leidet unter der anhaltenden Trockenheit

Julia Göpfert
Der Klimawandel setzt auch dem Kippenheimer Wald zu: Mehr als 100 Buchen, denen die Trockenheit zum Verhängnis geworden war, mussten im Jahr 2021 allein bei der Haselstaude gefällt werden. Foto: Archivfoto: Decoux

Der Klimawandel macht sich auch beim Kippenheimer Wald bemerkbar. Wieder mussten krankheitsbedingt mehr Bäume gefällt werden als geplant. Das sorgt zwar für eine positive Bilanz 2021, lässt die Räte aber mit Sorge in die Zukunft blicken.

Kippenheim - Eigentlich war es eine positive Nachricht: Statt mit einem Minus von 71 000 Euro hat der Gemeindewald Kippenheim für das Jahr 2021 ein Plus von knapp 135 000 Euro zu verzeichnen. Die rund 236 000 Euro Mehrerlös sind zum einen dem guten Holzpreis geschuldet, der sich nach dem Einbruch im Jahr 2020 wieder erholt hat. Dazu kamen einmalige Förderungen wie die Bundeswaldprämie in Höhe von 65 000 Euro und der Mehrbelastungsausgleich in Höhe von 13 000 Euro. Zum anderen wurden aber statt der geplanten 3500 Festmeter 4114 Festmeter aus dem Wald entnommen. Damit hat Kippenheim zum wiederholten Mal die durchschnittliche geplante Einschlagsmenge überschritten, erklärte Tobias Beigel, Leiter des Forstbezirks Lahr.

Grund dafür ist die anhaltende Trockenheit seit 2018, die dem Wald zu schaffen macht. Die Bäume sterben zum einen an der Trockenheit, zum anderen werden sie durch diese aber auch anfälliger für Insekten und Pilze. Dadurch werde der Wald durchlöchert, die Bäume jenseits der 80 Jahre in späteren Jahren fehlen. "Irgendwann werden wir das Plus, das wir jetzt haben, brauchen", prophezeite Revierleiter Hans-Jürgen Wilting. Er bemühe sich, kranke Bäume möglichst zeitnah aus dem Wald zu nehmen, damit er für sie noch einen guten Preis bekäme, bevor sie von Trockenstress und Insekten zersetzt würden.

Wald muss umgebaut werden

Der Kippenheimer Gemeinderat signalisierte, dass er bereit sei, mehr in die Aufforstung des Waldes zu investieren. Jedoch, erklärte Wilting, dass mehr als die aktuellen vier Hektar Aufforstungsfläche pro Jahr nicht möglich seien. Die Bäume müssten nicht nur gepflanzt, sondern auch gepflegt werden, damit sie überlebten.

Begegnen könne man dem nur durch einen Umbau des Waldes, sprich indem man trockenresistentere Baumsorten anpflanzt. Es gebe es aber noch keine Erkenntnisse darüber, welche das sein könnten. Man könne sich nur breit aufstellen. Es würden in Kippenheim unter anderem gerade die Klimaresistenz von Winterlinde, Schwarznuss, Walnuss Platanen, Tulpenbaum, Traubeneiche, Roteiche oder Pappel überprüft. "In 20 Jahren wird der Wald ganz anders aussehen als heute", prophezeite Wilting.

Aktuell sehe die Situation in der südlichen Ortenau alles andere als gut aus. "Wir können nur hoffen und beten, dass der Regen bald kommt", erklärt Beigel. Es herrsche seit Wochen extreme Dürre, die Waldbrandgefahr bewege sich zwischen Stufe drei und fünf. "Die Südwest-Lage, der Wind, die Trockenheit und das heiße Wetter sorgen für eine permanente Gefahrensituation", so Beigel.

Verkehrssicherung an der Haselstaude

Aus Gründen der Verkehrssicherung mussten 2021 an der Haselstaude rund 100 Altbuchen gefällt werden. Leicht hatten es sich Verwaltung und Untere Naturschutzbehörde die Entscheidung nicht gemacht, aber nach einigen Begehungen mit verschiedenen Fachleuten und laut Aussage eines Gutachtens gibt es keine andere Lösung. Die Trockenheit hatte den Buchen zu sehr zugesetzt, Äste und Kronen brachen unvermittelt ab.

  • Bewertung
    0