Pandemie Massiver Personalengpass könnte Intensivstationen betreffen

dpa
Ärzte und Pflegekräfte betreuen im Jahr 2021 Patienten auf der Intensivstation der Universitätsmedizin Rostock. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Fehlen bald die nötigen Betten auf Deutschlands Intensivstationen? «Das System steht näher an einem Kipppunkt, als ich bisher dachte», sorgt sich der wissenschaftlicher Leiter des Intensivbettenregisters.

Berlin - Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis vom Corona-Expertenrat der Bundesregierung warnt angesichts steigender Infektionszahlen vor massiven Personalengpässen in den Kliniken.

"Die Personalsituation auf den Intensivstationen ist enorm angespannt", sagte der wissenschaftlicher Leiter des Intensivbettenregisters der Fachvereinigung DIVI den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Das System steht näher an einem Kipppunkt, als ich bisher dachte." Von bundesweit 1300 Intensivstationen hätten Mitte Juni rund 580 erhebliche Personalengpässe gemeldet, inzwischen seien es rund 630.

"Wir hatten in den vergangenen Jahren noch nie so wenig betreibbare High-Care-Betten zur Verfügung wie derzeit", sagte er. Bis vor kurzem habe der Schnitt noch bei deutschlandweit rund 8000 gelegen, jetzt seien es noch 7500. Es sei zu erwarten, dass sich die Lage durch weiter steigende Infektionszahlen und dementsprechend mehr Personalausfälle noch verschlechtere.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den bundesweiten Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Samstagmorgen mit gut 630 angegeben - eine Woche zuvor hatte er bei knapp 450 gelegen, im Vormonat bei gut 280. Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage: Experten gehen von sehr vielen nicht erfassten Fällen aus - vor allem weil viele Infizierte keinen PCR-Test mehr machen lassen, aber nur diese Tests zählen.

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