Pandemie-Kongress Corona als Grenzregion meistern

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Durch den Bund vorgeschriebene Kontrollen – wie hier zu Beginn der Pandemie in Altenheim – soll es nicht mehr geben, so der Tenor des Corona-Kongresses. Quelle: Unbekannt

Unter der Überschrift "Pandemie am Oberrhein" haben sich am Freitag Vertreter der trinationalen Grenzregion über Erkenntnisse aus der Krise ausgetauscht. Der Kongress soll eine erste Etappe zu einer gemeinsamen Pandemie-Strategie sein.

(red/ma).

Das hatte vor allem zu Beginn der Corona-Krise angesichts der Wiedereinführung von Grenzkontrollen nicht immer funktioniert – und für viel Frust links und rechts des Rheins gesorgt.

Freier Grenzverkehr soll aufrechterhalten bleiben

"In den vergangenen eineinhalb Jahren haben wir gelernt, dass es nicht ausreicht, die Nachbarn darüber zu informieren, welche Corona-Regeln gerade national und regional beschlossen wurden", erklärt die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer in ihrer Funktion als Präsidentin der Oberrheinkonferenz.­ "Bei Pandemien in Zukunft müssen die Anliegen der Menschen in den Grenzregionen von vorneherein gleichberechtigt in die politischen Entscheidungen auf EU-Ebene und auf Ebene der nationalen Regierungen einfließen."

Um daher künftig besser auf ähnliche Notsituationen vorbereitet zu sein, wurde mit der Aufarbeitung der Erkenntnisse aus den vergangenen Monaten begonnen. Im Rahmen dreier Workshops zu den Themenfeldern Gesundheit, Wirtschaft sowie Gefahrenabwehr und Krisenmanagement wurden erste Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Dazu gehören insbesondere Forderungen wie ein Mechanismus zur Sicherstellung des freien Grenzverkehrs in der Region und die vorherige Anhörung von Grenzregionen bei der Einführung von Maßnahmen zum Infektionsschutz. Auch die Bedeutung einer vergleichbaren Datenbasis, der Vereinbarkeit von Datensystemen und einer klaren Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungskommunikation über die Grenze hinweg wurden betont. Die Empfehlungen sollen laut Mitteilung in einer künftigen Strategie zum Umgang mit Pandemiesituationen münden.

"Wenn wir wollen, dass die Hauptstädte uns hören, dann müssen wir zusammenstehen", betont Christian von Wartburg, Präsident des Oberrheinrats. "Und bei allem Kummer, den die Pandemie gebracht hat: Nie waren wir am Oberrhein solidarischer und gemeinsamer im Bestreben, für die Menschen auch in schwierigen Zeiten Lösungen zu finden."

Die Regionen Elsass, Baden, Südpfalz und Nordwestschweiz mit ihren sechs Millionen Einwohnern fügen sich in der Metropolregion Oberrhein zu einem gemeinsamen Kultur-, Lebens- und Wirtschaftsraum zusammen. Gestaltet und begleitet wird deren Kooperation von der Oberrheinkonferenz und dem Oberrheinrat. Die Oberrheinkonferenz verbindet die Regierungs- und Verwaltungsbehörden. Sie initiiert eine Vielzahl von Projekten. Der Oberrheinrat bildet die Versammlung der politisch Gewählten; er nimmt zu wichtigen regionalen Fragen Stellung, auch gegenüber den Hauptstädten.

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