Ottenheim Ruhe auf der Koppel

Wie geht es in der Corona-Pandemie im Pferdesport weiter? Die Tiere dürfen zwar ausgeritten werden, Training ist aber verboten. Die Badischen und Südbadischen Meisterschaften sind derweil noch geplant, deren Start ist jedoch fraglich.

Die Situation für den Pferdesport in der Region allgemein und speziell für die Vereine stellt sich im Schatten der Corona-Pandemie mittlerweile seit gut einem Jahr recht schwierig dar. "Profis können zwar Turniere bestreiten, doch im Amateur- und Freizeitbereich gelten andere Regeln", sagt Martin Frenk, in Personalunion Geschäftsführer des Pferdesportverbands Südbaden und Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins (RFV) Ottenheim.

Demnach können, ja müssen Pferde versorgt und auch bewegt werden, allerdings gelten auch hier klare Regeln. "Versorgung und insbesondere Bewegung müssen sein, es handelt sich um Lebewesen. Das ist anders als bei Hauskatzen, die sich in der Regel nur im Haus aufhalten. Dennoch ist genau darauf zu achten, dass kein Trainingsbetrieb erlaubt ist, daran hat sich aufgrund der Pandemie seit Monaten schon nichts geändert", unterstreicht Frenk.

Unveränderte Ausgangslage

Ansonsten hat sich die Ausgangslage für die Pferdesportler in den vergangenen Monaten praktisch nicht verändert. "Als Verband hatten wir für dieses Jahr unter anderem die Südbadischen Meisterschaften in Ichenheim und die Badischen Meisterschaften geplant. Ob die Turniere wirklich stattfinden können, das weiß Stand jetzt keiner. Es hängt alles in der Schwebe, weil man auf die Entwicklung der Infektionszahlen blicken muss", teilt Frenk mit.

Betrachtet er die Sachlage als Vereinsvorsitzender, sieht es im Ried auch nicht anders aus. "Die aktuellen Vorgaben lassen ein Vereinsleben praktisch nicht zu. Anfang Mai sollte unser Reit- und Springturnier stattfinden. Ob es dazu kommt, wissen wir schlicht und einfach nicht".

Die einzigen Aktivitäten am und rund um den Natursportpark in der Ottenheimer Rheinstraße sind kleine Pflegemaßnahmen für die Tiere, die einzelne Helfer vornehmen. "Mehr ist nicht möglich, wir halten uns auch entsprechend an diese Vorgaben", erläutert der RFV-Vorsitzende. Eines lasse sich mit Blick auf Anfang Mai aber sagen: "Ein Turnier ohne zugelassene Zuschauer macht aus unserer Sicht keinen Sinn."

Soziales Miteinander fehlt

Wie bei vielen anderen Vereinen auch fehle in den aktuellen Pandemie vor allem das soziale Miteinander durch den Austausch zwischen den Mitgliedern. Insgesamt komme der RFV allerdings bislang noch recht ordentlich durch die Corona-Zeit.

Auf Verbandsebene bestand eine von Martin Frenks Hauptaufgaben darin, die Vereine während der vergangenen Wochen und Monate stets auf dem Laufenden zu halten. Einige Vorgaben änderten sich in recht schneller zeitlicher Abfolge, zudem ergaben sich jede Menge Fragen rund um das Tagesgeschehen.

Die eigentlich für März geplante Hauptversammlung des Verbands wurde verschoben. "Da es praktisch keine Turniere oder Veranstaltungen gibt, hätten wir ohnehin kaum etwas zu berichten gehabt", meint Frenk. Die Versammlung soll nun im Juni als Präsenzveranstaltung nachgeholt werden – sollten es die Infektionszahlen und daraus abgeleiteten Vorgaben denn zulassen.

Viel mehr als das Prinzip Hoffnung bleibe den Amateur- und Freizeitreitern aktuell nicht, bedauert Frenk. "Wir müssen gemeinsam die Entwicklung sehr genau im Blick behalten."

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