Ottenheim Ohne viel Aufregung Richtung Aufstieg

Nach 18 Spielen steht der TuS Ottenheim an der Spitze der Landesliga Nord. Trainer Ulf Seefeldt sieht bei seinen Spielern allerdings keine Gefahr, dass sie gedanklich schon aufgestiegen sind. "Wir reden da nicht groß drüber", so der Coach.

Ottenheims Trainer weiß genau, dass es sich blöd anhört. "Aber ich kann es nicht anders sagen: Wir denken Tatsächlich von Spiel zu Spiel", so Ulf Seefeldt am Telefon. Und denken von Spiel zu Spiel heißt beim TuS derzeit denken von Erfolg zu Erfolg. Der Spitzenreiter ist seit vier Spielen ungeschlagen, die letzte Niederlage datiert vom 18. Januar (30:38 bei der SG Freudenstadt/Baiersbronn). Ein komfortables Polster haben sich die Ottenheimer in der Tabelle allerdings noch nicht erarbeiten können. Der TVS Baden-Baden II ist einen und die HSG Hanauerland drei Punkte weg.

Keine Verkrampfung im Trainingsalltag

Nicht nur aufgrund der Verfolger, die dem TuS auf den Fersen sind, mahnt Seefeldt zur Vorsicht. "Wir hatten auch schon Phasen des Misserfolgs. Vor vier bis fünf Wochen sah unsere Lage noch ganz anders aus", so der Trainer. Nach der Niederlage gegen Freudenstadt/Baiersbronn gab es seinerzeit anschließend lediglich ein Unentschieden gegen den TuS Schutterwald II (23:23) – erst danach kam Ottenheim in einen Lauf. Zuletzt gab es ein 29:25 gegen den SV Ohlsbach.

Auch schon vor der Saison sei klar gewesen, dass der Blick der Ottenheimer nach oben geht. "Dieses Saisonziel war aufgrund unser Platzierung im Vorjahr naheliegend", so Seefeldt. Jetzt ist es zwar so gekommen, dass sich die Mannschaft mit dem Thema Aufstieg intensiv auseinander setzen könnte, im Alltag nimmt Seefeldt seine Spieler jedoch sehr entspannt war. Eine Verkrampfung, die aufgrund des großen Ziels vor Augen im Sport durchaus vorkommen kann, sei nicht auszumachen. "Wir machen aus dem möglichen Aufstieg kein Riesending", sagt der TuS-Coach. Viel wichtiger sei es, Woche für Woche gut und konzentriert zu trainieren.

Chris Berchtenbreiter ist nicht nur im Training, sondern auch wenn es ernst wird, bislang nicht nur einmal der Unterschiedsspieler gewesen, der dem TuS die Punkte sicherte. Seefeldt weiß zwar um die Bedeutung des ehemaligen Zweitligaakteurs, widerspricht jedoch, wenn es heißt, die Ottenheimer wären von Berchtenbreiter komplett abhängig. "Man muss auch sehen, dass gegen Ohlsbach beispielsweise Yannick Métier unser bester Torschütze war", entgegnet Seefeldt.

Grundlage für den Erfolg ist die Abwehrarbeit

Trotzdem spiele Berchtenbreiter eine herausragende Rolle im TuS-Gefüge – und das nicht nur aufgrund seiner Tore. "Ungefähr die Hälfte der Spielzeit ist er ja auch in der Defensive zur Stelle. Man kann sagen, er ist auch unser bester Abwehrspieler", betont der Ottenheimer Trainer, der die Defensive – Ottenheim kassiert ligaweit nach Schutterwald II die wenigsten Gegentore – als Prunkstück für den derzeitigen Erfolg bezeichnet.

Vorausschauend auf die nächste Spielzeit hat der Coach, unabhängig vom Aufstieg, bereits gute Nachrichten bezüglich der Kaderplanung zu vermelden. "Abgesehen von Vincent Wussler und Elias Wilhelm wird die Mannschaft so zusammen bleiben", freut sich Seefeldt. Wussler wechselt zum SV Ohlsbach, Wilhelm geht zum TuS Altenheim. Der Trainer- und Betreuerstab bliebe unverändert. David Fritsch vom HC Hedos Elgersweier ist derweil bislang der einzige Neuzugang für die kommende Runde.

Ob die Aufstiegschancen noch konkreter werden können, zeigt sich am kommenden Sonntag, wenn der Tabellenführer ab 17 Uhr beim ASV Ottenhöfen antritt. "Das wird ein unangenehmes Spiel", ist sich Seefeldt vor dem Duell mit dem Tabellenachten sicher.

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