Ottenheim FC Ottenheim erfährt in der Relegation trauriges Déjà-vu-Erlebnis

Diersburg-Keeper Yanick Born tröstet nach dem Spiel Ottenheims Tom Schlenker (Mitte), der wie schon im Vorjahr in den Relegationsspielen den Kürzeren zog. Auch der eingewechselte Ottenheimer Mathias Roll, Torschütze zum 2:2, kann es nicht fassen. Foto: Heck Foto: Lahrer Zeitung

2. Aufstiegsspiel zur Kreisliga A: FC Ottenheim - SV Diersburg 2:2 (1:1). Nicht nur die beiden Radlerinnen, die am frühen Samstagabend im lockeren Tempo das riesige Meer aus Autos am Sportplatz in Ottenheim passierten, erlebten offenbar ein Déjà-vu, auch die Zuschauer in der proppevollen Spielstätte reisten mental ein Jahr zurück. "Beim Abstiegsspiel 2018 war es ähnlich voll hier", erinnerte sich eine der beiden Radlerinnen an die verloren gegangene Relegationspartie gegen den VfR Hornberg vor fast auf den Tag genau einem Jahr.

Doch nicht nur die Menge an Zuschauern wirkte wie eine Kopie des Vorjahres, auch die Szenen, die sich nach dem Schlusspfiff abspielten, hatte man irgendwo schon einmal gesehen. Denn nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel in Diersburg hatte der FCO nach einer starken Saison vor eigenem Publikum die direkte Rückkehr in die Kreisliga A verpasst. Seltsam lethargisch hatte die Truppe von Trainer Stefan Schlageter, der zum letzten Mal in Ottenheim an der Seitenlinie stand, über nahezu die gesamte Partie gewirkt. Lediglich in den Schlussminuten, als die Hausherren beim Stand von 1:2 noch drei Treffer zum Aufstieg benötigten, das Spiel also gelaufen war, besannen sich die FCO-Kicker ihrer Stärken und drehten noch einmal auf.

Der Ausgleichstreffer von Mathias Roll eine Minute vor dem Ende kam jedoch zu spät. "Ich hatte eigentlich gedacht, die Jungs sind relegationserfahren. Dann haben sie sich aber doch von der Stimmung hier anstecken lassen", so der sichtlich enttäuschte Stefan Schlageter nach der Partie. Abgezeichnet habe sich die maue Leistung seiner Kicker im Vorfeld nicht, gestand der FCO-Trainer: "Da ich ja jetzt aufhöre, habe ich in den letzten Tagen all meine Kraft und Konzentration in die Vorbereitung auf dieses Spiel gelegt. Und die Jungs haben im Training voll mitgezogen", so Schlageter, der die frühe Ottenheimer Führung durch Marc Karkossas Strafstoßtor (13.) eher als Knackpunkt für sein Team sah: "Wären sie in Rückstand geraten, hätte das zu dem Zeitpunkt vielleicht einen Motivationsschub gegeben. Aber durch die Führung wirkten wir etwas zu selbstsicher." Der Ausgleich durch Jan Schäfer in der 23. Minute sei dann ein "Nackenschlag" gewesen. "Unsere Moral war von einem Augenblick zum anderen weg.". Auch der Platzverweis gegen Diersburgs Thomas Wörter zu Beginn der zweiten Hälfte (54.) habe daran nicht mehr ändern können.

Pause vom Fußball für Stefan Schlageter

Etwas Gutes konnte der frühere Assistent von Oliver Dewes beim Verbandsligisten SC Lahr und spätere Cheftrainer des SV Dörlinbach, Stefan Schlageter, den Relegationsspielen dennoch abgewinnen. "Es war schön, dass der Wettkampf sportlich fair verlief und wir in Diersburg nett empfangen wurden. Ich hoffe, das konnten wir den Diersburgern heute zurückzahlen", so der Coach über die überaus faire Partie. Trost für seine Spieler war das jedoch nicht: "Ich werde es nicht packen, die Jungs heute noch aufzubauen. Das wird einige Wochen und Bierchen dauern."

Schlageter wird jetzt erst einmal eine Pause vom Fußball einlegen, um mehr Zeit mit der Frau und den beiden Kindern zu verbringen. In einem Jahr will er dann am liebsten wieder mit einem neuen Verein angreifen. FCO: Ostermann - Schnak (64. Kreuter), Schlenker, Grether, Jeske, (46. Walter) Angenvorth, Mittag, Gaß, Krieg, Karkossa, Okpara (77. Roll). Diersburg: Born - Wörter, Schäfer, Fischer (66. Stürzel), Kernberger, Seger, Kälble (78. Semmelroth), Allgeier, Weßbecher (52. Bau), Lüwer (77. Feißt), Kalisch. Tore: 1:0 Karkossa (13./FE), 1:1 Schäfer (23.), 1:2 Kälble (72.), 2:2 Roll (89.). Schiedsrichter: Marvin Maier (Windschläg). Bes. Gelb-Rote Karte für Th. Wörter (54.) Diersburg. Zuschauer: 1000.

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