Ottenheim "Die ungewöhnlichste Vorbereitung"

Der TuS Ottenheim trainierte am Montag auf dem Rasen. Die Hütchen helfen den Spielern, auf Abstand zu bleiben.Foto: Lübke Foto: Lahrer Zeitung

Auch wenn noch niemand weiß, wann die neue Handball-Saison beginnt: Die Teams in der Ortenau wollen bereit sein und starten mit dem Training. Eine Vorbereitung in Pandemiezeiten ist jedoch weit entfernt vom Alltag.

Masken, Handschuhe, Desinfektionsmittel und bloß auf Abstand bleiben: Auf den Plätzen und in den Hallen zeigt sich derzeit ein Bild, dass noch nicht an den "normalen" Trainingsalltag der Handballer erinnert. Körperkontakt ist untersagt und die Vorbereitung kann auch nicht auf den Tag des Saisonstarts ausgerichtet werden, da dieses Datum nicht bekannt ist. In Ottenheim, Schutterwald, Altenheim und Hofweier wollen die Trainer trotzdem gut aus den Startlöchern kommen. Wechsel zwischen Platz und Halle in Ottenheim: Ulf Seefeldt, Trainer des TuS Ottenheim, schickt seine Spieler zum Vorbereitungsstart nicht nur durch verschiedene Parkour für Kraft und Ausdauer, sondern auch vom Platz in die Halle und wieder zurück. "Wir dürfen die Halle nutzen, müssen aber viele Auflagen erfüllen", so der Coach. Zu den Regeln gehört unter anderem, dass die Spieler beim Betreten der Halle Schutzmasken tragen und diese dann zum Trainingsstart ablegen dürfen. Zudem muss pro Spieler ein Platz von 40 Quadratmetern gewährleistet sein.

Seit Montag läuft in Ottenheim die, so Trainer Seefeldt, "ungewöhnlichste Vorbereitung überhaupt". Dreimal pro Woche bittet der Coach seine Spieler zum Training, wann ein Testspiel erste Erkenntnisse zur Leistungsform bringen kann, ist unklar. "Wir sind gerade dabei, Partien auszumachen. Die können dann aber vielleicht erst Mitte August starten", sagt Seefeldt, der mit seinem Team Dank der Aufsteiger-Quotientenregel in der kommenden Spielzeit in der Südbadenliga am Ball ist. Hofweier setzt auf individuelle Pläne: Bis Michael Bohn, Coach des HGW Hofweier, seine Männer zum Mannschaftstraining empfängt, gehen noch ein paar Tage ins Land. "Wir startet Mitte Juli mit dem Teamtraining", so Bohn. Bis dahin gelten die individuellen Trainingspläne, die die Handballer mit nach Hause bekommen haben. "Sie schicken die Daten zu Kraft und Ausdauer an mich. Als kleinen Anreiz haben wir auch schon einen Wettkampf zwischen Alt und Jung daraus gemacht. Das klappt gut", sagt der Trainer.

Ohne die Corona-Pandemie wäre auch Hofweier bereits ins Mannschaftstraining eingestiegen. "Wir dürften auch in die Halle. Die aktuellen Hürden wie nur acht Spieler pro Hälfte und ein Gesundheitscheck für jeden Akteur, nehmen wir aber nicht auf uns", so Bohn, der in den kommenden drei bis vier Wochen jedoch weitere Lockerungen erwartet.

Testspiele hat der HGW derweil für den August bereits lose vereinbart. "Wenn es dann möglich ist, die Partien auszutragen, können wir die Termine schnell fix machen", erläutert Bohn die Planungen. Sollte es zu den Spielen kommen, ist es wahrscheinlich, dass Bohn sein Team in der aktuellen Konstellation aufs Feld schickt. "Ich denke, wir werden keine Abgänge mehr haben. Nach Neuzugängen schauen wir uns zwar noch um, brauchen da aber auch nicht zwingend Verstärkung", meint er. Schutterwald startet mit Trainer-Verstärkung: Nico Baumann, Coach des Oberligisten TuS Schutterwald, macht sein Team mit neuem Personal an der Seitenlinie fit. Marco Schiemann als Co-Trainer und Michael Gengenbacher als Coach für die Torhüter haben ihre Arbeit aufgenommen. Der neue Assistent Schiemann leitet in der Halle die zweite Trainingsgruppe, denn die Schutterwälder sind aufgrund der Corona-Bedingungen derzeit in zwei Zehn-Mann-Teams aufgeteilt. "Dass geht jetzt sicher auch noch zwei bis drei Wochen so weiter", erklärt Baumann, der hofft, dass das Mannschaftstraining nicht "nach hinten losgeht" und möglicherweise eine zweite Infektionswelle verursacht.

Auch in Schutterwald tragen die Spieler während des Trainings keine Maske, beim Betreten und Verlassen der Halle ist der Mundschutz jedoch Pflicht. Die Zwangspause ging derweil nicht folgenlos an den Spielern vorbei. "Sie hatten ja drei Monate gar keinen Ball in der Hand. So etwas gab es noch nie. Daher trainieren wir jetzt auch schon früher als sonst mit dem Ball, um die Schulter auf die Bewegungen vorzubereiten", berichtet Baumann.

Der Coach rechnet damit, dass die Wettkampfpause dieses Jahr noch lange anhalten wird. "Ich erwarte nicht, dass die Saison im September beginnen kann. Deshalb trainieren wir auch dosiert um bei einem späten Start nicht vollkommen erschöpft zu sein." Guter Fitnessstand in Altenheim: Die Mannschaft vom TuS Altenheim hat ihren Trainer zum Vorbereitungs-Auftakt überrascht. "Der körperliche Zustand war besser als gedacht. Die Spieler sind wochenlang laufen gegangen", freut sich Stefan Bayer. Auch der Südbandenligist aus dem Ried nutzt derzeit die Halle wie auch das Feld draußen, trifft sich aber nur zweimal die Woche. "Kleine Bewegungen und große Bewegungen im Parkours stehen auf unserem Plan", erzählt Bayer.

Den richtigen Umgang mit den Spielern zu Corona-Zeiten hat Bayer in einer vereinsinternen Schulung vom Hygienebeauftragten gelernt. "Wenn ein Spieler verletzt auf dem Boden liegt, muss ich erst Handschuhe anziehen und eine Maske aufsetzen, bevor ich ihm hochhelfen darf", weiß Bayer, der in Richtung Saisonstart optimistisch ist: "Bei den aktuellen Lockerungen halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass wir im September wieder spielen."

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