Ortenau Nachwuchs in guter Form

Die Sportler des Ortenauer Reiterrings (ORR) sind bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Schutterwald erfolgreich gewesen. Julia Beck (RV Lahr) gewann den Großen Preis.

(abo/red). Es gibt Phasen im Sportlerleben, in denen offenbar alles gelingt. Sofia Köninger vom Reitclub Achern hat derzeit eine solche Phase. Obwohl die 16-Jährige erst die dritte Saison auf Turnieren reitet, wurde sie Mitte Juni in Ichenheim südbadische Meisterin der Springreiter-Junioren (bis 18). Einen Sieg gab es nun zudem beim Championat der Junioren im Rahmen der baden-württembergischen Meisterschaften in Schutterwald.

Startberechtigt waren Jugendliche bis 16 Jahre. Der Reitclub hatte beim Championat bereits Ende der 80er mit der heute in London lebenden Beatrice Kleinert und später mit Sascha Braun immer wieder erfolgreiche Teilnehmer und Medaillengewinner gestellt. Sofia Köningers Hoffnungen erhielten eine Woche zuvor aber einen herben Rückschlag, als Erfolgspferd Cliff in Kehl-Sundheim in einer Wendung ausrutschte, zu Boden ging und beim aufstehen seiner Reiterin unbeabsichtigt eine schmerzhafte Rippenprellung zufügte. So standen zunächst drei Tage Krankenhaus statt Turnier auf dem Programm.

Das Championat entwickelte sich dann überraschend zu einem Ortenauer Vergleichskampf. Die erste Wertung, ein Stilspringen der Klasse L, ging an die am Altenheimer Turnierstall Teufel trainierende Lea Mild mit Capucino, vor dem Lahrer Moritz Schmiederer mit dem Anfang des Jahres aus dem Turnierstall Teufel übernommenen Lord Lennox. Köninger schöpfte mit Platz vier auf Cliff erstes Selbstvertrauen.

In der zweiten Wertung, einem Ein-Sterne-M nach Fehler und Zeit, zeigten Köninger und Cliff der Konkurrenz die Hinterhufe und übernahmen mit dem Sieg die Führung in der Gesamtwertung. Schmiederer riskierte ebenfalls alles, musste wegen eines Flüchtigkeitsfehlers mit Platz fünf Vorlieb nehmen, blieb in der Gesamtwertung aber auf Platz zwei. Lea Mild und Capucino rutschten auf den achten Platz zurück. Beide rehabilitierten sich am nächsten Tag in der Finalprüfung über einen sehr anspruchsvollen Parcours eines Ein-Sterne-M als Erste von fünf Teilnehmern für das entscheidende Stechen.

Wie konzentriert die Jugendlichen ritten, zeigte die Tatsache, dass weitere sieben Paare nur wegen leichter Fehler die Entscheidung verpassten. Es war also alles möglich. Allerdings gehörte auch der Lahrer Moritz Schmiederer zu den Pechvögeln, Rang fünf in der letzten Wertung und die Bronzemedaille in der Gesamtwertung trösteten über das Pech hinweg.

Die ersten vier Starter des Stechens hatten alle Fehler, Lea Mild und Capucino kamen mit einem Abwurf auf Rang drei, in der Gesamtwertung auf Platz vier. Das Stechen wurde dann nochmals zu einem Glanzauftritt von Sofia Köninger. Der 13-jährige Hengst aus dem Besitz seines Züchters Ernst-Frieder Homberger aus Legelshurst ließ nie den Gedanken an einen Fehler aufkommen und war mit vier fehlerfreien Runden das mit Abstand beste Pferd des Championats. Köninger konnte den durchaus eigenwilligen Kämpfer für sich gewinnen und nutzte trotz schmerzender Rippen mit konzentrierten Ritten auch im Stechen ihre Chance. Als einziges fehlerfreies Paar gewannen beide nicht nur die Finalprüfung, sondern mit großem Abstand auch die Gesamtwertung des Championats der Junioren.

Nachdem bei den Frauen Julia Beck (32) jubeln durfte, setzte sich bei den Männern Markus Kölz aus Winnenden durch. Zweiter wurde Alexander Schill (RV Ichenheim), Dritter Timo Beck (RFV Legelshurst).