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Ortenau Ex-Bundesligaprofi verstärkt Ettenheim

Der FV Ettenheim hat einen echten Hochkaräter verpflichtet. Markus Schuler, kürzlich 40 Jahre alt geworden, absolvierte für Hannover 96 und Arminia Bielefeld 182 Bundesligaspiele. Jetzt verstärkt er den Bezirksligisten.

 

Die Kicker des FVE hatten nach ihren vorherigen Auftritten in Pokal und Liga Bedarf für Verstärkungen, besonders in der Abwehr. Schuler feierte seinen Einstand beim FVE im Auswärtsspiel beim FV Rammersweier (4:4), wo er gleich mit zwei Torvorlagen glänzte. In den Partien mit Schulers Beteiligung blieb der FVE bei zwei Remis und zwei Siegen zunächst ungeschlagen. Am vergangenen Wochenende gab es beim 1:2 in Seelbach allerdings die erste Niederlage mit dem Ex-Bundesligaspieler in der Abwehr.

Schuler ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet bei der Sparkasse Ortenau. Er lebt in Ettenheim – so war auch der Kontakt zum FV Ettenheim zustande gekommen. Seine Karriere beendete Markus Schuler bei Arminia Bielefeld; seither hatte er keinem Verein angehört. Nun hat er aber wieder Lust verspürt, gegen den Ball zu treten – und beim FV Ettenheim ist man heilfroh, einen Mann mit seiner Erfahrung und Klasse gefunden zu haben, der "den Laden hinten zusammenhält".

Seine Karriere begann Schuler beim SV Feldberg, bei dem er bis 1994 aktiv war. Danach wechselte er in seinen Geburtsort zum FC Löffingen, um dann 1996 für eine Saison beim FC Neustadt zu spielen. In der Saison 1997/98 schnürte Schuler die Schuhe für den FV Donaueschingen, wo er vom Zweitligisten Fortuna Köln gesichtet und verpflichtet wurde. Nach dem Abstieg der Fortuna, bei der Schuler selten in der Startelf stand, wechselte er als Linksaußen im Jahr 2000 zum FSV Mainz, bei dem er schnell einen Stammplatz hatte und von Trainer Kürgen Kopp vom Offensivspieler zum Außenverteidiger umgeschult wurde – eine Rolle, die er weiterhin sehr offensiv interpretierte. Nach dem verpassten Aufstieg der Mainzer im Mai 2002 machte Schuler von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und wechselte zum Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96.

Nach zwei Jahren verließ er die Niedersachsen, die ihn ebenfalls nur unregelmäßig einsetzten, und unterschrieb bei Arminia Bielefeld. Im Januar 2007 verlängerte er seinen auslaufenden Vertrag um weitere drei Jahre bis 2010. Nach dem Karriere-Ende des ehemaligen Kapitäns Rüdiger Kauf zur Saison 2011/12 wurde Schuler zum neuen Kapitän ernannt. Dennoch verließ er den DSC nach dieser Spielzeit. Die Bielefelder hätten ihn gern als Co-Trainer behalten, doch Schuler wollte aus familiären Gründen in seine Heimat nach Baden-Württemberg zurückkehren. Ein Mittelfußbruch sorgte ohnehin dafür, dass seine erfolgreiche Zeit auf dem Fußballplatz früher endete als geplant. Schuler verließ die Arminia mit viel Wehmut. Die "Alm" wird er in bester Erinnerung behalten, genauso wie die Fans, die "Schule" ins Herz geschlossen hatten und ihn am letzten Spieltag emotional feierten. Schuler besitzt den Trainer B-Schein und hätte auch Co-Trainer bei den Ostwestfalen werden können. Doch der Job an der Außenlinie war für ihn damals kein Thema.

Ein Vorbild für die jungen Teamkollegen

Der Außenverteidiger verstärkt nicht nur aufgrund seiner Qualität die Ettenheimer im Kampf gegen den Abstieg. Besonders die jungen Spieler können sich an dem erfahrenen Ex-Profi aufrichten. Der bodenständige Typ kann sich problemlos in die Mannschaft von FV-Trainer Torsten Grießbaum eingliedern. Nach seinem Mittelfußbruch ist es für ihn ein schönes Gefühl, wieder auf dem grünen Rasen zu stehen und dem FV Ettenheim weiterzuhelfen.

In seiner gesamten Karriere als Profifußballer kassierte er lediglich einen einzigen Platzverweis. Bei seinen Zweitliga-Einsätzen in Köln und Mainz erzielte Schuler drei Tore. In seiner Zeit in Bielefeld konzentrierte sich "Schule" auf die Verteidiger-Position.

Bis zum Ende der Saison 2008/09 absolvierte Schuler 182 Bundesligaspiele, ohne jemals selbst getroffen zu haben. Einen einzigen Erstliga-Treffer erzielte Schuler auf dem Spielfeld dennoch. In der Saison 2007/08 traf er im Spiel gegen Dortmund – allerdings ins eigene Netz.

Die Kämpfernatur erlebte auch bittere Stunden im Fußballgeschäft. 2009 stieg er mit Bielefeld in die 2. Liga ab, 2011 sogar in die 3. Liga. Mit Mainz endete die Saison 2002 ebenso tränenreich, ein Punkt fehlte zum Aufstieg. Die Chancen, mit Ettenheim die Klasse zu halten, stehen trotz der ersten Niederlage mit ihm nicht schlecht – ob mit oder ohne eigenem Tor, zwei Torvorlagen beim 4:4-Debut gegen den Rammersweier sprechen für sich.

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