Ortenau Ein Auftakterfolg, der "viel wert ist"

Der Russe Alexey Vatutin behauptete sich im Einzel in zwei Sätzen und war auch im Doppel für Oberweier erfolgreich auf Punktejagd. Foto: Fissler

2. Bundesliga, Herren: TC BW Oberweier – BASF TC Ludwigshafen 5:4. Vor der Kulisse von 600 Zuschauern hat Aufsteiger Oberweier in einer emotionalen Berg-und-Tal-Partie gestern das erste Ausrufezeichen in der zweiten Bundesliga gesetzt.

(tom). Beide Mannschaften schenkten sich zum Start nichts, agierten vielfach auf Augenhöhe. Aus Sicht der Gastgeber war wichtig, dass die einzelnen Positionen immer wieder ausgeglichen werden konnten. Alexey Vatutin (Russland) behauptete sich gegen Alexandre Sidorenko (Frankreich) in zwei Sätzen, ebenso der erfahrene Slowene Andrej Kracman gegen Vincent Schneider. Seine aktuell gute Form untermauerte Paul Wörner, der Ludwigshafens hoch gehandelten Neuzugang Vasile Antonescu (Rumänien) vor allem im ersten Satz beim 6:1, 7:6 regelrecht vom Platz fegte. "Am Ende hat er sich selbst das Leben etwas schwer gemacht", meinte Oberweiers Chefcoach Oliver Killeweit.

Adrian Obert hatte gegen den ebenfalls neu zu den Gästen gestoßenen Nicola Kuhn anfänglich große Probleme. Im zweiten Satz ging es eng zu, im Tiebreak hatte aber der Oberweierer das bessere Ende zum Satzausgleich für sich. Der Match-Tiebreak musste entscheiden, wobei Obert schon 6:3 vorne lag. "Adrian wollte dann zu viel, war etwas übermotiviert. Die Folge waren einige Doppelfehler, Kuhn hat dann stark reagiert", so Killeweit.

3:3 stand es nach den Einzeln, zu diesem Zeitpunkt leistungsgerecht. Wichtig war aus Sicht der Ortenauer, Ruhe zu bewahren, den vierten Punkt zu setzen. Das gelang eindeutiger als gedacht. Ins erste Doppel wurden Eduardo Struvay (Belgien)/Kracman, die beiden erfahrensten Akteure, gestellt. Sie spielten ihre Routine gewinnbringend aus, bezwangen Hernan Casanova (Argentinien)/Rene Schulte mit 6:1, 6:3. Der Druck lag wieder auf Gästeseite, wobei das zweite Doppel dramatische Züge trug. Vatutin/Philipp Bauer trafen auf Sidorenko/Antonescu, die Begegnung spiegelte die gesamte Dramatik des Tages wider. Auch hier entschied der Match-Tiebreak. Die Oberweierer lagen 7:9 zurück, um am Ende mit 11:9 vorzeitig den Sack zuzumachen. "Da war alles dabei, das ganze Programm", so Killeweit, der ergänzte: "Der Sieg ist viel wert, da kommendes Wochenende ein knallharter Doppelstart folgt."

Die Ergebnisse: Mesaros – Casanova 4:6, 3:6; Vatutin – Sidorenko 7:5, 6:4; Struvay – Kuhn 3:6, 4:6; Wörner – Antonescu 6:1, 7:6; Obert – Schulte 3:6, 7:6, 8:10; Kracman – Schneider 6:2, 7:5; Struvay/Kracman – Casanova/Schulte 6:1, 6:3; Vatutin/Bauer – Sidorenko/Antonescu 6:4, 4:6, 11:9; Wörner/Obert – Kuhn/Schneider 6:1, 2:6, 4:10.

(rf). Oberliga, Damen: TC 1923 Grenzach – TC Ettenheim 6:3. Es hat nicht sollen sein: Das Damenteam des TC Ettenheim ist gestern nach einem Jahr Oberligazugehörigkeit wieder in die erste Bezirksliga abgestiegen. Beim TC Grenzach hätte ein 5:4-Sieg zum Klassenerhalt gereicht, die Chancen dazu waren da. Nach den beiden Einzelsiegen von Klara Formanová und Petra Furtwängler sah alles nach einem 3:3 nach den Einzeln aus. Kerstin Schwendenmann hatte bis zum 6:0, 3:0 in ihrem Einzel gegen Nicola Grether alles im Griff, verlor dann plötzlich den Faden, musste noch in den Match-Tiebreak und verlor diesen knapp mit 9:11. So ging es mit einem 2:4-Rückstand in die Doppel. Alle drei Paare gewannen den ersten Satz, doch auch hier schafften die Grenzacherinnen in zwei Begegnungen noch die Wende. Sowohl Schwendenmann/Formanová als auch Bühler/Schmidt verloren jeweils im Match-Tiebreak mit 7:10.

Am Ende retteten sich die TCE-Damen durch das bessere Satzverhältnis noch auf den vorletzten Platz, vor Grenzach. Bei zwei zu erwartenden Absteigern aus der Badenliga würde dies aber für beide Teams das Abrutschen in die erste Bezirksliga bedeuten.

Die Ergebnisse: Gämperli – Krämer 6:1, 6:2; Moiseeva – Bühler 6:2, 6:1; Grether – Schwendenmann 0:6, 6:3, 11:9; Toporzissek – Formanová 1:6, 4:6; Strauch – Furtwängler 2:6, 0:6; Biester – Schmidt 7:5, 6:2; Moiseeva/Toporzissek – Krämer/Furtwängler 2:6, 3:6; Gämperli/Strauch – Schwendenmann/Formanová 5:7, 6:3, 10:7; Grether/Biester – Bühler/Schmidt 2:6, 7:6, 10:7.

(rf). 1. Bezirksliga, Herren: TC Müllheim – TC Ettenheim 1:8. Durch den klaren Sieg haben sich die Herren des TC Ettenheim bereits vor dem Nachholspiel gegen Oberweier den Klassenerhalt gesichert. Der Tabellenletzte bot zwar noch einmal den starken Schweizer Dimitri Bretting an der Spitzenposition auf, er war dann aber auch der Einzige, der für Müllheim punktete. Die übrigen Einzel holten sich die TCE-Herren souverän in zwei Sätzen, sodass die Entscheidung bereits gefallen war.

In den Doppeln schraubten die Ettenheimer das Ergebnis noch auf 8:1. Während der TC Müllheim nach einem Jahr somit wieder in die zweite Bezirksliga absteigen muss, kann der TC Ettenheim auch am Nachholspieltag nicht mehr auf Platz sechs der Tabelle abrutschen. Der erhoffte Klassenerhalt wurde souverän geschafft.

Die Ergebnisse: Bretting – Schille 6:0, 6:0; Seib – Sosnovski 2:6, 3:6; Kuny – Volkmer 3:6, 4:6; Rutishauser – Louis 2:6, 0:6; Petersen – Jean-Philippe Louis 0:6, 2:6; Reinecker – Vogel 4:6, 4:6; Seib/Kuny – Schille/Volkmer 6:7, 3:6; Bretting/Reinecker – Sosnovski/Vogel 0:2 Aufgabe Müllheim; Rutishauser/Petersen – Louis/Louis 1:6, 0:6.