Orschweier Wenn man im Nebenjob gegen Profiteams antritt

Axel Siefert (vorne) und sein Trainerkollege Dennis Bührer vom Bahlinger SC bekommen es am Samstag in der Regionalliga mit den Kickers Offenbach zu tun. Foto: Künstle

Über zu wenig Arbeit kann sich Axel Siefert nun wirklich nicht beschweren: Der 50-Jährige leitet das Reinigungsunternehmen Twenmark. Allein dieser Job wäre wohl mehr als tagesfüllend. Zusätzlich trainiert Siefert gemeinsam mit dem Ex-Profi und hauptberuflichem Lehrer Dennis Bührer den Bahlinger SC, seit dem Sommer in der Regionalliga. Diesen Job machen viele Trainerkollegen hauptberuflich. Zudem haben Siefert und Bührer Kinder. "Es muss koordiniert werden", sagt Siefert, der in Dinglingen aufgewachsen ist und heute in Orschweier lebt. "Unser Familienleben fängt um halb neun am Abend an", berichtet er.

Aufwand wie in Bundesliga

Natürlich ist der Aufwand durch den Aufstieg im Sommer noch mal gestiegen. "Die Regionalliga ist nicht umsonst eine Profiliga. Wir haben nicht viel weniger Aufwand als ein Bundesligist", so Siefert. Beispiel Spielanalyse: Kollege Bührer analysiert das eigene Spiel, Siefert kümmert sich um den Gegner. Danach wird alles zusammengetragen und sich ausgetauscht. Dazu müssen fünf Trainingseinheiten pro Woche geplant werden, persönlicher Austausch der Trainer inklusive. "Der Unterschied zur Oberliga ist immens", findet Siefert. "Aber es macht definitiv Spaß."

"Überragende Platzierung"

Denn neben dem ganzen Aufwand sei die Liga ein Traum. "Du kannst dich mit Profimannschaften messen, es gab in der Hinrunde sehr viele tolle Momente", erinnert sich Siefert. Fast unnötig zu erwähnen, dass man mit Platz neun und 27 Punkten zur Winterpause extrem zufrieden ist. "Man findet immer ein Haar in der Suppe, aber die Platzierung ist überragend", sagt Siefert. Wenig überraschend ist das Ziel für die verbleibenden 14 Spiele: "Wir wollen über dem roten Strich bleiben. Wenn man mal drin ist und so viel investiert hat, will man drin bleiben."

Ziel: In Liga etablieren

Derzeit geht man beim BSC von vier Absteigern aus, Platz 14 würde also für den Klassenerhalt reichen. Auf den 15. haben die Kaiserstühler derzeit acht Punkte Vorsprung und damit alle Trümpfe in der eigenen Hand. Perspektivisch sieht man sich nicht nur deshalb in der Regionalliga, derzeit wird auch der Bau eines neuen Stadions geplant. "Das wäre ein Meilenstein", sagt Siefert. Denn nicht nur das Trainerteam und die Mannschaft müssen sich anpassen, auch der Verein selbst hatte ein "Riesenbrett" zu bauen. Man brauchte beispielsweise eine Pressetribüne und einen Raum für Dopingkontrollen. "Es ist gigantisch, was der Verein vorlegt", sagt A-Lizenz-Inhaber Siefert.

7000 Fans werden erwartet

Das Trainerteam und die mannschaft wollen da nun nachlegen. Bereits am Samstag (Anpfiff um 14 Uhr) geht’s für den BSC wieder los. Und wie: bei den Kickers Offenbach (Platz elf, 26 Punkte) erwartet Siefert bis zu 7000 Fans. Zu Vergleich: im heimischen Stadion hat Bahlingen im Schnitt rund 1600 Zuschauer. "Das müssen wir dann im Kopf hinbekommen", fordert Siefert. Denn gegen einen direkten Konkurrenten im Mittelfeld, will man "auf jeden Fall etwas holen".

Sautner an ZDF-Torwand

Nach einer Gelbsperre fehlen wird dabei Erich Sautner. Dennoch wird es für ihn ein wichtiges Wochenende. Durch sein Traumtor gegen Saarbrücken hat er sich für die Torwand des "Aktuellen Sportstudios" im ZDF qualifiziert (Samstag, ab 23.30 Uhr) und tritt dort gegen den Studiogast an. "Ich bin gespannt, wie viele Bälle ich versenke", sagt der BSC-Spieler.

Anders sieht das Wochenendprogramm von Siefert aus. In der Fasent-Hochburg Orschweier ist er durch seine Frau in die närrischen Tage involviert. "Sonntag und Montag ist Fasent – am Dienstag ist dann wieder Training", benennt er seine Pläne. Zunächst aber steht der Auswärtssieg in Offenbach auf seiner Agenda ganz oben.

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