Orschweier Ernteausfälle beim Mais liegen in der Ortenau bei bis zu 30 Prozent

Die Trockenheit sorgt für deutliche Ausfälle bei der Maisernte.  Foto: Schmidt

Orschweier - Wie steht es um Ernteaussichten und vor allem Preisentwicklungen beim Mais? Dafür interessierten sich die Landwirte beim jährlichen Maistag auf dem landwirtschaftlichen Versuchsfeld für die südliche Rheinebene in Orschweier besonders.

Auch auf den zahlreichen Maisparzellen mit hunderten Sorten-, Düngungs- und Pflanzenschutzversuchen auf dem Gelände der Landwirtsfamilie Anselm ergab sich bei einer Begehung mit den betreuenden Experten der Landratsämter Ortenau und Emmendingen das übliche Bild. Die lange sommerliche Trockenperiode hatte für teils erhebliche Dürreschäden gesorgt. Trotzdem lässt sich hier deutlich erkennen, wie verschiedene neue Maissorten auf unterschiedliche Düngungsmengen und Pflanzenschutzeinsätze reagieren.

Doch ohne genügend Wasser reifen die Maiskolben nun mal nicht optimal aus. Der Ortenaukreis hat die größte Anbaufläche aller baden-württembergischen Kreise. Auf gut 14 300 Hektar wird Mais angebaut, das ist mehr als die Hälfte des gesamten Ortenauer Ackerlands.

Auch Rainer Moritz, Chef des Offenburger Landwirtschaftsamts, konstatierte massive Schäden. Darum laufe nun ein Bund-Länder-Hilfsprogramm für die betroffenen Landwirte an, die Dürrehilfe 2018. Auch wenn größte Schäden mit bis zu 50 Prozent Ertragseinbußen vor allem in Nord- und Ostdeutschland zu verzeichnen seien, kommen die Maisanbauer im Rheintal nicht ungeschoren davon. Hier werde zwischen zehn und gut 30 Prozent weniger geerntet als im Vorjahr.

Das kann durch höhere Verkaufspreise nicht kompensiert werden, machten Franz Utz, geschäftsführender Bereichsleiter der Zentralgenossenschaft Raiffeisen Karlsruhe, und Mike Möllmann von der Friesenheimer Baden-Agrarhandel, deutlich. Denn die Preise sind vom Weltmarkt abhängig, "und Spitzenernten etwa in Osteuropa sorgen jetzt für ausreichende Angebotsmengen".

Der Schädling ist wieder auf dem Vormarsch

Nicht nur Trockenheit bremst Maiserträge. Auch der Maiswurzelbohrer sei in der Rheinebene wieder auf dem Vormarsch, so Landwirtschaftsdirektor Klaus Mastel vom Freiburger Regierungspräsidium. Wurden vor drei Jahren nur 9000 repräsentative Käfer des Mais- Schädlings in den aufgestellten Hormonfallen gemessen, waren es heuer 100 000. Darum werde die Allgemeinverfügung weiter gelten, nach der Fruchtfolgen zu beachten sind, um die Verbreitung des aggressiven Schädlings zu bremsen. Diese Zwischenfrüchte sollten auch den durch das verminderte Mais-Wachstum höheren Nitratwerten im Boden Rechnung tragen, um die Grenzwerte einzuhalten.

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