Oppenau Eine Gemeinde im Ausnahmezustand

Oppenau - Hundertschaften der Polizei haben am Montag ihre Suche nach dem 31-jährigen Yves R. im Wald um Oppenau fortgesetzt. Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Einige Menschen zog es trotz der ungewissen Lage in die Innenstadt.

Kinder durften zuhause bleiben

"Aufgrund der gegenwärtigen, gefährlichen Situation bleiben Kindergärten und Schule am Montag geschlossen", teilte das Oppenauer Rathaus noch am Sonntagabend mit. Auch Kinder und Jugendliche, die in Oberkirch zur Schule gehen, durften zu Hause bleiben. Das habe Bürgermeister Uwe Gaiser mit seinem Oberkircher Amtskollegen Matthias Braun so abgestimmt. Zu groß war die Sorge, ihnen könnte auf dem Schulweg etwas passieren.

Möglichst kein Aufenthalt im Freien 

Während am Ortsrand – im improvisierten Lagezentrum der Polizei am Sportplatz des TuS Oppenau – reges Treiben herrscht, scheint die Altstadt wenig vom Ausnahmezustand betroffen zu sein. Am Montagvormittag wirkt alles sehr ruhig. Kein Wunder: Die Polizei hatte die Bevölkerung dazu aufgerufen, den Aufenthalt im Freien auf das Nötigste zu beschränken. Vor allem der Wald rund um die Schwarzwaldgemeinde solle gemieden werden. Trotz des Aufrufs finden sich einzelne Fußgänger in der Innenstadt ein, einige Menschen sitzen im Außenbereich eines Cafés oder kaufen ein. Allerdings haben nicht alle Geschäfte geöffnet.

Das war passiert 

Zur Erinnerung: Am Sonntagmorgen hat der 31-jährige Yves R. es geschafft, vier Polizeibeamte mit einer vorgehaltenen Pistole im Wald oberhalb der Stadt zu entwaffnen und sich aus dem Staub zu machen. Zuvor hatten besorgte Spaziergänger wegen des mit Pfeil und Borgen bewaffneten Manns die Ordnungshüter alarmiert. Seitdem läuft im Renchtal eine Großfahndung nach dem Flüchtigen. An zentralen Knotenpunkten – Kreuzungen, Kreisverkehren – behalten Polizeibeamte den Verkehr entlang der B 28 im Auge. Teilweise stehen schwer bewaffneten Kräfte eines Sondereinsatzkommandos auf beiden Seiten der Bundesstraße – so zum Beispiel von Oberkirch kommend im Bereich Ramsbach.

Das Medieninteresse ist groß

Der Vorfall im Wald sei immer mal wieder Thema im Gespräch mit Kunden, berichtet die Verkäuferin einer Bäckerei auf Nachfrage unserer Zeitung. "Es ist aber nicht so, dass jeder, der reinkommt, direkt davon anfängt", erklärt sie. Man hoffe nun eben, dass alles schnell vorbei sei. Mehr wolle sie dazu auch nicht sagen, so die junge Frau abschließend.

Derweil ist das Medieninteresse an dem Fall groß: Am Lagezentrum der Polizei finden sich regionale und überregionale Berichterstatter ein, immer wieder gibt es Live-Schaltungen. Die Sprecher des Polizeipräsidiums müssen vor den Kameras Fragen beantworten.

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