Offenburg Welpen-Fund hat ein Nachspiel

Haslach/Mahlberg - Hausdurchsuchungen haben am Mittwoch in Haslach für Aufsehen gesorgt. Der Grund wurde am Donnerstag bekannt: Sie stehen in Verbindung mit dem illegalen Welpenhandel, der im Juni in der Schleifmattstraße aufflog.

Zwei Wohnungen sind in Haslach durchsucht worden, eine weitere in Mahlberg. Das teilten der Kreis und das Polizeipräsidium Offenburg am Donnerstagnachmittag mit. Anfang diesen Monats war ein illegaler Transport von Zwergspitzwelpen aufgeflogen, als Polizeibeamte einen Transporter in Haslach, unweit des dortigen Reviers, kontrollierten. Dabei wurde ein Tatverdächtiger vorläufig festgenommen.

Veterinäramt warnt vor Kauf von Welpen aus dem Ausland

Durch die mediale Berichterstattung seien in der Folge mehrere Zeugenhinweise eingegangen, heißt es in der Mitteilung. Die Folge: Die Durchsuchungen in Haslach und Mahlberg, weil neben den Zeugenhinweisen auch durch andere Ermittlungen dringender Tatverdacht gegen zwei Männer und eine Frau bestand. Die von der Staatsanwaltschaft Offenburg erwirkten Beschlüsse wurden von den ermittelnden Beamten der Polizeihundeführerstaffel des Präsidiums zusammen mit Amtstierärzten des Veterinäramts des Landratsamts Ortenaukreis und den örtlichen Polizeidienststellen vollzogen.

"Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial aufgefunden und beschlagnahmt. Dieses bedarf jedoch noch einer umfänglichen Auswertung", meldet die Polizei. Wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs, wie auch verschiedener Straftaten im Sinne des Tierschutz- und Tiergesundheitsgesetzes werden gegen die drei Tatverdächtigen Ermittlungsverfahren geführt. Nähere Angaben zum Sachverhalt will die Polizei nicht machen. Rüdiger Schaupp, Pressesprecher des Präsidiums, verweist auf Anfrage unserer Zeitung auf die laufenden Ermittlungen.

Das Veterinäramt warnt in diesem Zusammenhang beim Kauf von Hundewelpen aus dem Ausland: Tiere werden oft unter widrigen Transportbedingungen und ohne ausreichende Impfungen nach Deutschland gebracht. "In den jüngsten Wochen ist es wiederholt vorgekommen, dass wir bei Tiertransporten aus Osteuropa eingreifen mussten. Es wurden sogar bei legalen Transporten, die von Tierschutzvereinen organisiert werden, Mängel festgestellt", informiert Amtstierärztin Judith Delong.

Bei Hunden, die aus dem Ausland in Deutschland aufgenommen werden sollen, müssen vorab die Voraussetzungen zur Einreise des Tiers sichergestellt werden.

Wenn das Tier diese Voraussetzungen nicht erfülle, könne das weitreichende Folgen haben, so Amtstierarzt Martin Straube. Nach der Tollwut-Verordnung komme bei Tieren, für die ein Kontakt mit tollwutkranken oder -verdächtigen Tieren nicht ausgeschlossen werden kann, eine sofortige Tötung in Betracht. Je nach Fall könne dies zwar mit der Anordnung einer bis zu dreimonatigen Quarantäne vermieden werden. Die Unterbringung des Tieres in einer Quarantäne-Einrichtung ist für den Tierhalter aber mit hohen Kosten verbunden, rund 25 Euro pro Tag und Tier. "Im Falle von illegal und viel zu jung verbrachten Welpen kommen dazu häufig noch erhebliche Tierarzt- und zusätzliche Pflegekosten", gibt Delong zu bedenken.

Bei fehlenden Nachweisen droht den Tieren der Tod

Immer wieder würden Welpen im Internet angeboten, bei denen die tatsächliche Herkunft nicht ersichtlich sei oder bewusst verschleiert werde. Auch ein ausländischer Heimtierausweis sollte den Käufer stutzig machen. Um teure Folgekosten für eine Quarantäne und zusätzliche Tierarztkosten zu vermeiden, sei es ratsam, vor einem Welpenkauf gezielte Fragen zur Herkunft der Tiere zu stellen und sich das Muttertier zeigen zu lassen.

"Teilweise werden dann aber irgendwelche älteren Hunde der gleichen Rasse vorgezeigt, die mit den viel zu jung aus dem Ausland verbrachten Welpen gar nichts zu tun haben", mahnen die Amtstierärzte zur Vorsicht. "Der Kauf, auch aus Mitleid, insbesondere von Welpen der sogenannten Zwergrassen mit unklarer Herkunft, befeuert die weitere Vermehrung solcher Tiere in sogenannten Welpenfabriken, aus denen die Tiere nach Deutschland geschickt werden", zeigt Straube auf.

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