Offenburg Verkehr: 250.000 Euro für Blitzer-Anhänger

Die Stadt Lahr hatte sich in der Vergangenheit bereits einen Blitzer-Anhänger gemietet. Unser Foto zeigt das Gerät im vergangenen Jahr im Stadtgebiet.    Foto: Symbolbild: Braun

Offenburg - Der Ortenaukreis nimmt Raser ins Visier: Der zuständige Ausschuss hat nun die Anschaffung eines "mobilen Blitzers" beschlossen. Der Preis soll einmalig bis zu 250.000 Euro betragen – weitere 120.000 Euro pro Jahr kostet der Unterhalt.

Weil sich die Anforderungen an die Geschwindigkeitsüberwachung im Kreis verändert haben, wird der Ortenaukreis in eine sogenannte teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlage, also einen beweglichen Blitzer, investieren. Das hat der Kreisausschuss für Umwelt und Technik in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, so eine Pressemitteilung des Landratsamts.

Zwei Messfahrzeuge sind bisher im Einsatz
Die Anschaffungskosten für so eine Anlage – je nach Hersteller bis zu 250.000 Euro – wurden im Doppelhaushalt 2019/2020 bereits eingeplant. Die jährlichen Betriebskosten würden bei rund 120.000 Euro liegen, so die Behörde. Zur Bearbeitung der Fälle müsse die Bußgeldstelle zudem um zwei zusätzliche Stellen aufgestockt werden. "Wir gehen davon aus, dass sich die Gesamtkosten über die zusätzlichen Bußgeldeinnahmen finanzieren", bestätigte der zuständige Dezernent, Michael Loritz (siehe Info).

"Die über eine Tonne schwere Anlage ist einem Kfz-Anhänger integriert und wird mit Akkus betrieben. Auf- und Abbau übernimmt unser Messteam, ansonsten läuft die Anlage autonom, so können wir rund um die Uhr Messungen durchführen", ergänzt Klaus-Peter Busam, Leiter des Straßenverkehrsamts. "Im Gegensatz zu den ›Blitzersäulen‹ bleiben wir bei der Standortwahl flexibel. An allen technisch möglichen Messstellen können wir die Anlage aufstellen", so Busam. Damit könne der Wunsch der Kommunen nach längeren und passgenaueren Messzeiten an bestimmten Orten erfüllt werden.

"Die bisherige Konzeption des Ortenaukreises besteht aus einer flächendeckenden mobilen Geschwindigkeitsmessung mit zwei Messfahrzeugen, bei der die Verkehrsteilnehmer jederzeit und an jedem Ort mit einer Überwachung der Geschwindigkeit rechnen müssen", erklärt Loritz. Da aber immer mehr Verkehrsteilnehmer auf den Ortenauer Straßen unterwegs seien, werde eine intensivere Kontrolle notwendig: "Rund um die Uhr, auch nachts und an Wochenenden", so der Dezernent.

Ein weiterer Grund seien die Rufe vieler Gemeinden nach stationären Blitzern. Der Grund: Häufig hielten sich Autofahrer nicht an das Tempolimit, Bürger würden sich um die Verkehrssicherheit sorgen und wegen der Lärmbelästigung beklagen. "Zu schnelles Fahren ist noch immer Ursache Nummer eins bei Unfällen mit Todesfolge. Darüber hinaus fühlen sich viele Menschen durch Lärm und Abgase in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt, deswegen sind Geschwindigkeitsbegrenzungen und deren Überwachung unerlässlich", bekräftigte Loritz. Eine gute Alternative zu den als "Blitzersäulen" bekannten vollstationären Messanlagen sei die "teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlage".

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