Offenburg VCO-Sieg von Verletzung überschattet

Der VC Offenburg setzt seinen starken Lauf in der 3. Liga fort. Im Spitzenspiel gegen den Tabellendritten SV Sinsheim gab es die nächsten Punkte. Der Sieg wurde jedoch von der Verletzung Leonie Amanns überschattet.

3. Liga, Frauen: VC Offenburg - SV Sinsheim 3:2 (22:25, 25:22, 19:25, 25:21, 15:8). "Normalerweise springt man in so einer Situation nicht zum Angriffsschlag hoch", meint VCO-Trainerin Richarda Zorn, wenn sie an die unglückliche Aktion zurück denkt, die einen Schatten auf den Heimsieg der Offenburgerinnen gegen Sinsheim warf. Denn Leonie Amann sprang hoch, als ein Pass eigentlich zu nah ans Netz gestellt wurde. Sie knickte bei der Landung um und verletzte sich schwer. "Die Bänder sind durch. Sie will zwar noch diese Saison wieder spielen, ich sehe das aber realistisch. Sie wird wohl den Rest der Spielzeit ausfallen", bedauert Zorn.

Lisa Solleder spielt gegen Sinsheim wie im "20. Frühling"

Abgesehen von Amanns Verletzung gab die Partie gegen Sinsheim erneut Anlass zur Freude auf Offenburger Seite. "Wir haben wieder sehr gut aufgeschlagen und die Bälle sauber angenommen. Insgesamt haben wir unsere Taktik gut umgesetzt", lobt Zorn. Wenn es zu Laufspielzügen mit zwei Angreifern komme, habe die Mannschaft zwar in der Offensive noch ihre Probleme, aber der Gegner sei auch nicht von schlechten Eltern gewesen. Das Spiel war ein Auf und Ab für Offenburg. Sinsheim gelang die Satzführung und auch das 2:1, aber der VCO schlug zurück und egalisierte erneut zum 2:2. "Ich schätze Sinsheim stärker ein als Tabellenführer Bad Soden. Sie haben mehr Erfahrung in ihren Reihen und agieren in Drucksituationen gelassener", so Zorn über die Qualitäten der Gäste, die sich erst im Tiebreak geschlagen geben mussten.

Apropos Erfahrung: Die bringt auch Lisa Solleder mit, die aufseiten der Offenburgerinnen mit ihrer Leistung gegen Sinsheim herausstach. "Unser Präsident Fritz Scheuer meinte, sie hat derzeit ihren 20. Frühling", sagt Zorn mit einem Schmunzeln in der Stimme. Auch Louisa Seib lieferte laut ihrer Trainerin einen starken Auftritt ab.

Aufstiegsverzicht ist kein Motivationsproblem für die Mannschaft

Nahezu die komplette Spielzeit auf dem Feld stand auch Jana Grathwol, die ihre letzte Partie für den VCO bestritt. Sie hatte sich im vergangenen September bei Zorn gemeldet und angefragt, ob sie sich beim VCO im Winter fit halten könne. Die Trainerin wollte, auch vor dem Hintergrund, dass Noemi Freitag zum Saisonstart fehlte, in den Spielen auf Grathwol ebenfalls nicht verzichten und diese sagte zu, mit den Offenburgerinnen auch um Punkte zu kämpfen. Die 19-Jährige zieht es nun weiter zum Studium nach Köln. Vom Verein erhielt sie zu ihrem Ausstand einen Blumenstrauß und einen Gutschein.

Auch der Abschied von Trainerin Richarda Zorn rückt näher. Es ist, vorerst, ihre letzte Saison an der Seitenlinie (wir berichteten). "Ich bin ehrlich gesagt etwas volleyballmüde. Durch das Traineramt habe ich sehr wenig Zeit für Freunde und Familie. Dem Zwang, immer da zu sein, kann und will ich nicht mehr nachkommen", erklärt Zorn ihre Gründe für den Rückzug. Die langjährige VCO-Spielerin hat den Trainerposten vor der aktuellen Spielzeit von Florian Völker übernommen. Ein Nachfolger ist, laut Zorn, noch nicht gefunden.

Sollte Tabellenführer Bad Soden patzen und der VCO seinen Erfolgslauf fortsetzen, könnte sich Zorn mit der Meisterschaft verabschieden. Drei Punkte beträgt der VCO-Rückstand auf den Ligaprimus, der allerdings derzeit noch ein Spiel weniger bestritten hat. Einen Aufstieg wird es für die Offenburger aber bekanntermaßen nicht geben. "Die Mannschaft hat entschieden, auf den möglichen Aufstieg zu verzichten. Der Aufwand, zum Beispiel mit längeren Auswärtsfahrten, ist einigen Spielerinnen zu hoch", sagt Zorn. Zudem bräuchte es in der 2. Liga einen Trainer mit entsprechender Lizenz, der den Offenburgerinnen derzeit noch fehlt.

Einen Spannungsabfall, weil es "nur noch" um die Meisterschaft geht, sieht die Trainerin in der Mannschaft aber nicht. "Die Mädels wollen weiterhin jedes Spiel gewinnen und sind top motiviert", so Zorn. Gegen den SV Sinsheim hat der VCO dies erneut bewiesen.

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