ADAC-Experte gibt Tipps fürs Reisen in Pandemie-Zeiten Urlaub stornieren wird schwieriger

Die Reiselust wächst: Viele suchten noch kurzfristig ein Ziel, berichtet ADAC-Experte Rolf Köchl. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Ortenau - Nach monatelangen Reisebeschränkungen entspannt sich die Lage zunehmend. Viele Länder lockern zur Urlaubssaison die Corona-Auflagen. Reiseexperte Rolf Köchl vom ADAC Südbaden gibt Tipps, worauf Reisende achten sollten.

Sinkende Corona-Zahlen und die fortschreitende Impfkampagne erleichtern das Reisen im In-und Ausland und ebnen den Weg für einen weitgehend "normalen" Sommerurlaub. "Die aktuelle Lage erweckt wieder Hoffnung. Viele, die bisher keine Reise gebuchthaben, suchen noch kurzfristig nach einem Urlaubsziel", berichtet Rolf Köchl.

"Gefragt sind vor allem Eigenanreiseziele in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich." Im Trend liegen zudem Camping und Hausbooturlaube im eigenen Land. "Hier sollte man generell vorab buchen, denn viele Campingplätze und Binnenreviere im Inland haben nur noch wenig Kapazitäten", rät der ADAC-Experte.

Wer seinen Sommerurlaub bereits gebucht hat, sollte sich vor Reiseantritt über die aktuelle Einstufung des Reiseziels informieren. Seit dem 1. Juli gilt eine Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen grundsätzlich für Länder, die von der Bundesregierung als Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet eingestuft sind (bei einer Inzidenz größer 200).

Angst vor einer Infektion ist kein Erstattungsgrund

"Eine Reisewarnung führt nicht automatisch zu einem kostenfreien Rücktrittsrecht", gibt Köchl zu bedenken. "Ob der Urlaub kostenfrei storniert werden kann, hängt damit zusammen, was genau gebucht worden ist und muss im Einzelfall beurteilt werden." Wegen der coronabedingten Unsicherheiten beim Reisen haben allerdings viele Anbieter großzügige Umbuchungs- und Stornierungsregelungen aufgenommen. "Hier lohnt sich ein Blick in den Vertrag", empfiehlt der Reise-Experte.

Für Länder, die als Risikogebiet eingestuft sind, wird von nicht notwendigen, touristischen Reisen abgeraten, sofern nicht eine sicherheitsrelevante strengere Empfehlung gilt (Inzidenz größer 50 und kleiner 200). "Sollte eine Reise storniert werden wegen Ängsten vor Corona, so ist dies seit Juli wesentlich schwieriger geworden. Reiserücktrittsversicherungen greifen bei Corona Quarantäne, beziehungsweise Abbruch nur, wenn eine akute Erkrankung und deren Behandlung vorliegt. Hier empfehlen wir, sich vor der Reise bei ihrem Versicherer zu informieren", erläutert Köchl weiter. Immer mehr Länder erleichtern die Einreise für Personen, die bereits geimpft oder genesen sind und verzichten auf Test-und Quarantänepflichten.

Eine regelmäßig aktualisierte Übersicht der Corona-Lage und -Regelungen im In- und Ausland bietet der ADAC im Internet. Alle Infos dazu und viele Reise-Tipps und Hinweise für den gelungen Urlaub finden Interessierte auf der Webseite adac.de/tags/corona.

  • Bewertung
    0