Offenburg TGO verteidigt Preiserhöhung

Die Tariferhöhung im TGO-Netz zum 1. August stößt auf Gegenwind. "Fridays for Future" Offenburg und die Linke Liste Ortenau kritisieren die steigenden Preise. Nun hat sich der Tarifverbund in einer Stellungnahme geäußert.

Offenburg (red/fg). Im Durchschnitt um 2,81 Prozent steigen die Preise des Tarifverbunds Ortenau. Das hat die TGO in seiner ersten Gesellschafter- und Beiratssitzung des Jahres beschlossen. Es sei eine "durchaus moderate Preiserhöhung", heißt es in einer TGO-Pressemitteilung. Grund dafür seien gestiegene Personal- und Betriebskosten der Verkehrsunternehmen sowie die fallenden Tarifzuschüsse aus öffentlichen Mitteln. Diese würden direkten Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen. Insgesamt sollen durch die Tariferhöhung Mehreinnahmen von rund 634 000 Euro realisiert werden.

Linke Liste fordert Kreistag zu höheren Subventionen auf

Von der Linken Liste Ortenau sowie der "Fridays-for-Future"-Gruppe aus Offenburg gab es daraufhin Kritik. Jaana Hilberer von "Fridays for Future" meinte dazu, dass dieser Schritt zeige, dass man die Proteste der Jugendlichen nicht ernst nehme und alle Lippenbekenntnisse der herrschenden Parteien für den Müll seien. Die Linke Liste Ortenau hat als Reaktion auf die Preiserhöhung den Kreistag aufgefordert, "die Subventionen für den Tarifverbund drastisch zu erhöhen, damit der Nahverkehr günstiger und vor allem ausgebaut werden kann". Yannik Hinzmann, Sprecher der Linken Liste, erinnerte die Parteien an ihr Versprechen bei der "Fridays-for-Future"-Podiumsdiskussion, bei der alle anwesenden Parteien meinten, dass man den öffentlichen Nahverkehr attraktiver und günstiger gestalten will. "Es sei mehr als traurig, dass die TGO-Geschäftsführung nun diese Wünsche einfach in den Wind schlägt", heißt es in einer Stellungnahme der Linken Liste.

Genau diese Behauptung sei jedoch "unrichtig", heißt es von der TGO. So habe man zum 1. August 2017 durch die erfolgreiche Preisstufenreform den Verbundtarif – "als einziger im Land" – um durchschnittlich 3,8 Prozent abgesenkt. Und auch bei der diesjährigen Erhöhung sei man mit 0,4 Prozent unterhalb der wirtschaftlich notwendigen Erhöhung geblieben. Somit würden die Verkehrsunternehmen, trotz wirtschaftlicher Zwänge, zur Vergünstigung der Tarifstruktur beitragen.

Der Linken Liste scheint das jedoch nicht genug zu sein: Wenn man zukünftig 2,65 Euro pro Fahrt in Kehl zahlen müsse, dann sei es kein Wunder, dass die Bevölkerung nicht auf öffentliche Verkehrsmittel umsteige. "Hier müssen dringend Kurzstreckentickets für maximal ein Euro eingeführt werden", heißt es auf der Webseite.

Dieser Hinweis sei "nicht haltbar", hält der TGO entgegen. Der Tarif biete jedem attraktive Möglichkeiten, "dauerhaft günstig mit Bus und Bahn mobil zu sein". Mit der TGO-Punktekarte könne man flexibel und spontan unterwegs sein. "Mit 2,06 Euro pro Fahrt für drei Tarifzonen ein günstiger Einstiegspreis", so die TGO-Mitteilung weiter.

Auch dem Vorwurf, man sei der teuerste Verkehrsverbund in Baden-Württemberg, widerspricht der TGO. Man liege im normalen Preisgefüge zu den umliegenden Verkehrsverbünden.

Linke Liste und "Fridays for Future" fordern, den Nahverkehr attraktiver zu machen. "Für eine noch größere Absenkung des TGO-Tarifs würden weitaus höhere Tarifzuschüsse des Ortenaukreises notwendig, die eine Anpassung der Kreisumlage zur Folge hätte", antwortet der Tarifverbund dazu. Zusätzlich müsse beachtet werden, dass ein extrem niedriges Tarifniveau kein Garant für Fahrgastzuwächse sei. Den Ausbau des ÖPNV in der Ortenau würden die tätigen Verkehrsunternehmen stetig und ständig vorantreiben.

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