Offenburg Suche nach Identität

Szene aus dem Recherchestück "Nicht von hier irgendwo" Foto: Pinzker Foto: Lahrer Zeitung

Offenburg (red/rha). Anlässlich des 81. Jahrestags der Reichspogromnacht gedenkt die Stadt Offenburg gemeinsam mit dem "Arbeitskreis 9. November" am Sonntag, 10. November, ab 11 Uhr, im Salmen mit dem Recherchestück "Nicht von hier irgendwo" des Theaterkollaborativs Futur II Konjunktiv an die NS-Pogrome und deren Folgen.

"Nicht von hier irgendwo" spiegelt die ersten Jahre nach der Shoah, als sich viele der jüdischen Überlebenden ausgerechnet in Deutschland, zumeist in den westlichen Besatzungszonen, wiederfanden. Als "Displaced Persons" strandeten sie 1945, unmittelbar nach dem Krieg, in so genannten DP-Camps. Nach grausamen Jahren der Verfolgung, Zwangsarbeit oder im Konzentrationslager hatten diese Menschen zwar nun die Möglichkeit, ihr Leben wieder selbst zu entwerfen, doch sahen sie sich völlig mittellos der Situation der Staatenlosigkeit gegenüber. Nachgerade Flüchtlinge in diesem "Nicht- Land" Deutschland, vor dem sie kürzlich erst gerettet wurden.

Eine Einreise in ein anderes Land war oft entweder gar nicht oder nur auf illegalen Wegen möglich. Es war ein Leben der Wiedersprüche, des Dazwischen, der Suche nach einer Identität zwischen jüdischen Traditionen und alltäglicher Realität, der Hoffnung auf einen neuen Lebensort, gar auf eine Zukunft. Das Stück gibt diesen Menschen eine Stimme, ein Gesicht. Aus historischen Überlieferungen kristallisieren sich persönliche Erfahrungen, individuelle Wünsche und Vorstellungen. Aus Berichten und Dokumenten entsteht in performativer, theatraler Form ein vielstimmiges, sehr persönlich gefärbtes Mosaik.

Der Eintritt ist frei. Da die Platzanzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten per E-Mail an fb.kultur@offenburg.de oder Telefon 0781/ 82 22 98 oder www.offenburg-kultur.de. Eine weitere Vorstellung, auch für Schulen, gibt es am Montag 11. November, um 10 Uhr.

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