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Offenburg "Starre Regeln bremsen Arbeitnehmer und Arbeitgeber"

Trutz-Ulrich Stephani will für die FDP im Wahlkreis Offenburg ein Bundestagsmandat sichern. Foto: Trenz

Ortenau. "Ich bin in der FDP, weil wir in Deutschland einen tief greifenden Politikwandel brauchen, um unsere Zukunftsfähigkeit zu erhalten", sagt Trutz-Ulrich Stephani, Direktkandidat der Liberalen im Wahlkreis Offenburg. 1994 sei er in Erding in die Partei eingetreten, um sich für mehr Marktwirtschaft einzusetzen, erläutert der gebürtige Bonner seine Entscheidung, sich politisch zu engagieren.

 

Als Mitglied des Gemeinderats Ortenberg und Vorsitzender des FDP-Ortsverbands Offenburg/Ried ist der 62-Jährige mit seiner Wahlheimat vertraut – ebenso mit den Themen, die viele Menschen in der Region beschäftigen. Die Verkehrssituation im Ortenaukreis sei zwar insgesamt gut, sagt Stephani und verweist auf die vorhandene Infrastruktur mit Straßen wie der A 5, der B 33 und B 28, mit dem ICE-Halt in Offenburg und dem Flughafen Baden Airport, der ebenfalls nicht weit weg ist. "Aber der Straßenbau hat bis vor Kurzem gestockt. Vor allem der dreispurige Autobahnausbau von Offenburg Richtung Süden lässt auf sich warten", gibt er zu bedenken. Die bestehenden Projekte – also der Ausbau von A 5, B 33 und Rheintalbahn – sollten deshalb aus seiner Sicht zügig zu Ende geführt werden. Allerdings weist der FDP-Kandidat auch auf die ökologische Komponente hin: "Danach sollten, sofern nötig, bestehende Straßen saniert werden, aber der weitere Verbrauch von Land und die Versiegelung sollten ein Ende haben."

In Sachen Breitbandausbau ist die Haltung des promovierten Chemikers, der in der EDV-Branche selbstständig tätig ist, wohl nicht zuletzt beruflich bedingt: "Datennetze gehören heute zur Infrastruktur wie Verkehrswege." Sein Heimatort Ortenberg und auch Offenburg seien zwar gut ans Netz angebunden. In anderen Gemeinden sehe es aber meist schlechter aus. "Ich begrüße die Initiative des Kreises zum Ausbau eines Backbone-Netzes", betont Stephani – um dann zu ergänzen: "Bei allem sollten kostengünstige Lösungen im Vordergrund stehen, für abgelegene Orte etwa Satellitentechnologie und Datenreduzierung."

Die Windräder im Kreis toleriere er zugunsten der erneuerbaren Energie, auch wenn die Ortenau abgesehen von den Höhen windarm sei, sagt der 62-Jährige. Allerdings ist er auch der Meinung, dass nur private Investoren Windkraftanlagen errichten und betreiben sollten – und zwar ohne Subventionen.

Und was sind aus Sicht des FDP-Kandidaten die beiden wichtigsten Themen im Ortenaukreis? Für was will er sich als Bundestagsabgeordneter einsetzen, sofern ihm die Wähler das Vertrauen aussprechen? "Der Politikbetrieb in Berlin findet zu abgehoben von unserem Land statt", findet Stephani. Deshalb sei es wichtig, das Gespräch zwischen Bürgern und Politikern deutlich zu verbessern.

Außerdem litten viele Betriebe unter den Dokumentationspflichten des Arbeitszeitgesetzes. "Starre Regeln bremsen die Arbeitnehmer und Arbeitgeber", sagt der 62-Jährige, der von 1987 bis 2003 Chef und Inhaber einer Software-Firma in Erding war. "Steuern und Abgaben zehren mehr als 50 Prozent des Verdienstes auf. Hier ist Entlastung notwendig", betont er.

Einen wichtigen Ausgleich im Privatleben findet Stephani im Gesangverein, wie er verrät. Seit fünf Jahren sei er Mitglied in einem solchen Verein, an dem er neben dem großen Liedgut vor allem auch die Geselligkeit schätze.

INFO

Zur Person

Trutz-Ulrich Stephani, geboren am 11. Februar 1955 in Bonn, ist 1994 in die FDP eingetreten. Er ist Mitglied des Gemeinderats Ortenberg und Vorsitzender des FDP-Ortsverbands Offenburg/Ried. Im Juli 2016 wurde er zum Bundestagskandidaten im Wahlkreis Offenburg nominiert. Außerdem arbeitet Stephani im FDP-Landesfachausschuss "Wirtschaft und Finanzen" sowie im Bundesfachausschuss "Wirtschaft und Energie" mit. Bevor sich der promovierte Chemiker 1987 erstmals mit einer Software-Firma in Erding selbstständig machte, arbeitete er zunächst zwei Jahre als Angestellter. Lange Zeit war er auch im Ausland, betreute etwa von 2003 bis 2009 ein eigenes Projekt im indischen Kalkutta, bei dem Energie aus Müll gewonnen wurde. Seit 2009 ist er in Ortenberg in den Bereichen erneuerbare Energie und EDV selbstständig tätig.

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