Ortenau (red/jpe). Bestürzt über den Umgang mit Schutzkleidung am Ortenau-Klinikum äußert sich die Gewerkschaft Verdi in einem offenen Brief an die Klinikleitung. Sie unterstützt damit auch eine Unterschriftensammlung der Mitarbeiter zu diesem Thema. Demnach stünden nach einer Dienstanweisung Klinik-Mitarbeitern mit direktem Kontakt zu Patienten mit Hinweisen auf eine SARS-CoV-2-Infektion zwei FFP2-Masken zur Verfügung. Diese sollten so lange personenbezogen benutzt werden, bis ein sicherer Halt nicht mehr gewährleistet ist. Die jeweils andere Maske diene dazu zwischen Alkoholtücher gelagert und getrocknet zu werden, um für eine einwandfreie Weiterverwendung zur Verfügung zu stehen. Diese Anweisung weiche stark von der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts vom 27. März ab, welche die Schutzstandards im Vergleich zum 12. März noch einmal herabgesetzt hatte, erläutert Michael Herbstritt, Gewerkschaftssekretär von Verdi Südbaden/Schwarzwald in seinem Schreiben. Kollegen befürchteten durch die lange Wiederverwendung der FFP2-Schutzmasken ein erhöhtes Infektionsrisiko. Das angewiesene Säubern und Lagern der Masken durch Bacillol führe zu Reizungen der Atemwege, Augenreizungen und Ausschlägen im Gesichtsbereich. Befürchtet werden auch nachhaltige gesundheitliche Beeinträchtigungen. "Uns, wie auch unseren Kollegen, ist bewusst, dass es momentan eine höchst angespannte Marktsituation für Schutzkleidung gibt. Eine gesundheitliche Gefährdung der Kollegen ist auch in dieser Ausnahmesituation nicht hinnehmbar", erklärt Herbstritt.