Offenburg Schutterwald macht Regio-Tour unter sich aus

Während sich die Fürtherin Jörne Sprehe auf ihrer Stute Luna am Sonntagnachmittag den Großen Preis bei den Baden Classics geholt hat, boten auch die anderen Wettbewerb ordentlich Spannung und Unterhaltung.

So durften unmittelbar vor dem Großen Preis elf junge Nachwuchstalente aus der Ortenau im Kostümspringen ihr Können unter Beweis stellen. Die 15-jährige Maxine Riebel (Kehl-Sundheim) setzte sich auf Renetta Mia mit der Stilnote 8,7 an die Spitze des Starterfeldes. Auf Platz Zwei folgten Andrea Carolina Finsterbusch (Baden-Baden) und Jara Krieg (Ichenheim), beide mit einer 8,6. Die Jugendlichen, die allesamt Mitglied in einem der Ortenauer Junioren-Nachwuchskader sind, zeigten durchweg sehenswerte Ritte. Für ihre bunten Kostümierungen bekamen sie viel Applaus. Publikumsliebling Nick Armbruster (RV Schutterwald) gewann den Sonderehrenpreis für das beliebteste Kostüm, das das Publikum mit dem meisten Applaus belohnte.

Das Finale CSI1* im Preis des Gastgebers ging an die Schweizerin Melanie Mändli. Ihr Wallach Best Boy machte seinem Namen alle Ehre: In dem mit 5000 Euro dotierten Preis des Gastgebers Stadt Offenburg galoppierte das Paar mit einem Wimpernschlag Vorsprung auf den Zweitplatzierten zum Sieg. Nur 0,06 Sekunden trennten den Zweitplatzierten Josch Löhden im Sattel von Van Moor von der Bestzeit der Siegerin. Seine Turnierbilanz in der Silber- und Bronze-Tour lässt sich trotzdem sehen: Vier Mal unter den ersten drei Plätzen, davon ein Sieg und zusätzlich noch der Gewinn des Sonderehrenpreises für den besten CSI1*-Teilnehmer - ein Motorroller vom Gestüt Dobel Familie Karcher. Dritte im Preis des Gastgebers wurde die Baden-Württembergische Vize-Landesmeisterin Tabea Lausenmeyer.

Das Finale der Regio-Tour wirkte dann fast wie eine Vereinsmeisterschaft des RV Schutterwald. Die ersten Plätze im Stilspringen mit anschließendem Fehler-Zeit-Stechen gingen an drei Amazonen vom RV Schutterwald: Lea Sophie Haller siegte auf Cini Mini mit schnellen 31,7 Sekunden vor ihren Vereinskameradinnen Rebecca Osswald auf Eaton und Romy Gronau auf Charming Atlantus. Die Siegerin vom ersten Umlauf am Donnerstag, Anna-Marlena Zehnle vom RV Lahr, wurde Vierte, gefolgt von Denise Vogel, die letztes Jahr in der Regio-Tour vorne lag. Sechste wurde Alina Raabe vom RV Kehl-Sundheim auf GS Perla.

Bereits am Samstagabend siegten die Französin Pénélope Leprévost und Casual Z im Finale der Gold-Tour 1,45 Meter. Die Geschwister Züger sichern sich Platz zwei und drei.

Ein emotionales Springen beendete den vorletzten Turniertag: Nach zwei Schrecksekunden im Umlauf wurden die Zuschauer auf den voll besetzten Tribünen der Baden-Arena durch ein temporeiches Stechen entschädigt, das mit dem verdienten Sieg der sympathischen Französin endete.

Marcus Ehning stürzt nach Verweigerung seines Pferdes

61 Teilnehmer sattelten in dem mit 25 000 Euro dotierten Finale der Gold-Tour, elf schafften den Sprung ins alles entscheidende Stechen. Zuvor gab es aber noch zwei Schrecksekunden: Als 55. Starter im Umlauf stürzte Marcus Ehning nach einer Verweigerung seines Pferdes Qooper Z. Auch die folgende Reiterin Charlotte Bettendorf (Luxenburg) ging an einem Oxer mit ihrer Stute Hope Street zu Boden. Glücklicherweise kamen Ross und Reiter ohne größere Blessuren davon.

Im Stechen mussten die Zuschauer auf den voll besetzten Tribünen der Offenburger Baden-Arena sieben Ritte lang auf die erste Nullrunde warten. Dies gelang als erstes der Schweizer Amazone Annina Züger auf Douglass Chavannais. Doch die Freude währte nur kurz, denn ihr Bruder Philipp schnappte ihr auf seinem Lykkeshoejs Castus die Führung um ganze fünf Sekunden weg. Dann aber kam Leprévost, die viele als Favoritin handelten. Mit einem Lächeln auf den Lippen steuerte sie ihre überragend springende 10-jährige Stute Casual Z beherzt durch den Kurs von Parcoursbauer Peter Schumacher und unterbot die Bestzeit von Philipp Züger um eine ganze Sekunde.

Offenburg war zudem die vierte und letzte Möglichkeit für die weltbesten Einzel- und Pas-de-Deux-Voltigierer, um noch wertvolle Punkte für das Weltcup-Finale Ende April im französischen Saumur zu sammeln. In beiden Umläufen setzte sich Nadja Büttiker auf Keep Cool an der Longe von Monika Winkler-Bischofberger an die Spitze des siebenköpfigen, extrem starken Starterfelds. Schon bei ihren Starts in Paris und Salzburg verwies die Schweizerin die Konkurrenz auf die Plätze. In Offenburg bedeutete das für die Weltmeisterin Kristina Boe Rang zwei. Die 30-jährige Unfallchirurgin aus Kirchwärder bei Hamburg nutzt den Weltcup als "Abschiedstournee", mit der sie ihre Karriere als aktive Voltigiererin beenden wird.

Nadja Wiesenberg und Michael Walker sagen Teilnahme ab

In der Konkurrenz der sechs Herren gewann Vize-Weltmeister und Vereinskamerad von Kristina Boe, Jannik Heiland auf dem Wallach Highlander, der von Winnie Schlüter longiert wurde. Mit seiner sauber ausgeführten Kür punktete er vor dem Zweiten Viktor Brüsewitz (GER) und dem Franzosen Clément Taillez. Der Pas-de-Deux Weltmeister Lorenzo Lupacchini aus Italien landete etwas abgeschlagen auf Rang fünf.

Konkurrenzlos war das Schweizer Pas-de-Deux Zoe Maruccio und Syra Schmid als einzige Starter im Weltcup der Doppelvoltigierer, da das Baden-Württemberger Wildcard-Team Nadja Wiesenberg/Michael Walker verletzungsbedingt von der Teilnahme absehen musste.

Mit dem zusätzlichen Masterclass-Wettkampf war in Offenburg die gesamte Bandbreite des Voltigiersports vertreten. Einen gelungenen Abschluss und schöne Bilder aus dem Gruppensport boten die beiden Teams Pegasus Mühlacker und das Juniorteam Gut Waffenschmiede mit ihren Gruppenküren. Im ersten Umlauf übernahmen die Junioren aus Bayern mit einer ansprechenden und gut gelungenen Kür die Führung. Nach einer souverän geturnten zweiten Runde konnten die Sechstplatzierten der Deutschen Meisterschaft 2018, das Baden-Württemberger Team Pegasus Mühlacker, einige Punkte aufholen und gewannen den Masterclass Team-Wettkampf.

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