Offenburg Rée Carré liegt trotz Corona im Plan

Offenburg - Die Bauarbeiten auf dem Gelände des Rée Carré in Offenburg schreiten rasch voran. Trotz coronabedingter Lieferengpässe soll das Einkaufszentrum im Oktober feierlich eröffnet werden.

Eröffnungstermin im Herbst dieses Jahres 

"Alle unsere Bemühungen laufen darauf hinaus, den geplanten Eröffnungstermin im Herbst 2020 zu halten", sagt Janine Gropp, Sprecherin der OFB-Projektentwicklung. Das Unternehmen aus Frankfurt betreibt als Bauherrin das mehr als 65 Millionen schwere Einzelhandels- und Wohnprojekt in Offenburg. Dort entsteht seit Juli 2019 auf rund 12 500 Quadratmetern ein neues Einkaufs- und Wohn-Quartier, das Rée Carré.

Front der ehemaligen Stadthalle wird integriert

Das Areal teilt sich auf fünf Gebäudekomplexe auf, darunter der Neubau der im Jahr 1904 errichteten Stadthalle, bei der es künftig einen zentralen Platz geben wird. Zwischen den Gebäuden verlaufen kleine Gassen und Wege, die dem Viertel seinen besonderen Charme geben sollen. Das Quartier soll Altstadt, Bahnhof und nördliche Stadterweiterung verbinden.

Auf der Baustelle wird trotz der Corona-Krise mit Hochdruck gearbeitet. "Wir haben genügend Personal, auch der administrative Bereich ist nicht betroffen. Natürlich wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, jedem einzelnen die Hygienevorschriften verdeutlicht, und das Abstandsgebot gilt auch auf der Baustelle", sagt Gropp.

Derzeit werden die Dächer der viergeschossigen Gebäude mit Ziegeln eingedeckt. In verschiedenen Bauteilen wird bereits am Innenausbau gearbeitet, Estrich verlegt und verputzt. Besonders auffällig ist in den vergangenen Wochen der Anbau an die beiden Türme mit dem Eingangsbereich der alten Stadthalle in die Höhe gewachsen. Er soll noch im Mai fertig werden. In dem neuen Gebäude mit den großen Rundbogenfenstern eröffnen zwei gastronomische Betriebe. Parallel werden letzte Fernwärmeleitungen und das Pflaster im Bereich der Gustav-Rée-Anlage verlegt. In den kommenden Wochen stehen nach Auskunft der OFB der Innenausbau der Mietobjekte sowie weitere Stahl- und Stahlbetonbauarbeiten im Bauteil D an.

Grenzschließungen drücken auf die Kosten

Vor allem bei den Großkomponenten für die Tiefgarage sei es zwischendurch zu Lieferschwierigkeiten von Bauteilen gekommen, beispielsweise konnten Baustoffe aus Italien nicht eingeführt werden. Die Auswirkungen auf die Baukosten seien jedoch bislang nicht abzuschätzen, heißt es – was wohl bedeutet, dass die ursprünglich vorgesehenen 65 Millionen Euro nicht ausreichen werden. "Das Stadtquartier Rée-Carré wird die hohe Einkaufsqualität in Offenburg weiter erhöhen", sagt Oberbürgermeister Marco Steffens.

Rund 80 Prozent sind bisher vermietet

Im Augenblick sind rund 80 Prozent des Objekts vermietet. "Damit sind wir sehr zufrieden", sagt die Sprecherin der OFB, "auch in der Coronakrise führen wir natürlich weiterhin Gespräche mit potenziellen Mietern für das Rée Carré". Allerdings seien die Verhandlungen jetzt schwieriger, weil viele Interessenten erst einmal die Folgen der Corona-Krise für ihr Unternehmen abschätzen wollen.

Verträge gibt es bislang mit der Stadtbäckerei Dreher samt Café, dem Asia-Restaurant Taumi, der Lebensmittelkette Alnatura, der Drogeriekette DM, dem Sportzubehörhändler Decathlon, dem Sportstudio Fitnessloft, dem Juwelier Spinner, den Mode-Lables Vero Moda und Jack & Jones sowie mit der Kioskkette Valora.

Mehrere Verkaufsflächen stehen noch zur Verfügung

Für die Verhandlungen mit einem Textilanbieter und einem Elektrofachmarkt, der im Vertrag zwischen dem Projektentwickler OFB und der Stadt als Ankermieter vorgesehen ist, stehen noch Einzelhandelsflächen in Größen von 120 bis 500 Quadratmetern zur Verfügung. Gemeinsam mit den Geschäften eröffnet die Tiefgarage mit 440 Stellplätzen. In den oberen Etagen zweier Gebäude entstehen auf rund 2000 Quadratmetern etwa 20 Wohnungen, die ab dem Frühjahr vermietet werden.

Zur Eröffnung im Herbst ist eine größere Veranstaltung vorgesehen, sagt Janine Gropp. "Wir wollen die Angebote und die Leistungskraft unserer Handelspartner, unserer gastronomischen Partner und aller Mieterinnen und Mieter in der Breite darstellen."

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