Offenburg "Pro Biene" lehrt Bauern das Fürchten

Artenschutz ist den Winzern eine Herzensangelegenheit – die Forderungen der Inititative "Pro Biene" jedoch nicht. Foto: Stratenschulte

Ortenau (red/jpe) - Winzer aus dem Breisgau sagen Ja zum Schutz der Bienen aber Nein zum "Volksbegehren Artenschutz", das vom freien Institut "Pro Biene" initiiert wurde. Sie beklagen mangelnde Aufklärung über die Details der Forderungen.

Biene" sehen Winzer und Landwirte ihre Existenz aber auch die Kulturlandschaft bedroht.

"Wenn ich gefragt werde, bin ich auch ›pro‹ Biene und nicht ›contra‹, natürlich wollen wir die Bienen retten. Die Landwirte machen dies, schon aus Eigeninteresse. Aber dieses Volksbegehren führt leider zu weitreichenden Folgen. Eine Aufklärung aller Bürger ist deshalb unbedingt notwendig", erklärt Isabella Vetter, Geschäftsführerin der Breisgauer Wein GmbH, zu der auch Lahrer Winzer gehören, in einer Pressemitteilung.

Die Forderungen der Initiative "Pro Biene" würden unter anderem dazu führen, dass Flächen brachliegen, viele Arbeitsplätze und Existenzen in der Landwirtschaft verloren gehen und noch mehr Lebensmittel global eingekauft werden, die kaum auf chemische Rückstände überprüft werden. Deren Transport wirke sich dann schlecht auf die CO²-Bilanz aus. Das Klima schützen, sich regional und gesund ernähren. Wie funktioniert das ohne Bauern aus der Region? Diese Frage bewegt die Breisgauer Winzer.

50 Prozent Ökolandbau bis 2035: Aktuell werden nach Angaben der Winzer 14 Prozent der Flächen in Baden-Württemberg ökologisch bewirtschaftet. Der Marktanteil von Bio-Lebensmitteln betrage etwa fünf Prozent, wobei der Durchschnittsdeutsche jährlich rund 116 Euro für diese ausgibt. Das Volksbegehren "Pro Biene" fordert: "Die Landesregierung soll die Öko-Landwirtschaft so fördern, dass bis 2025 ein Viertel und bis 2035 die Hälfte aller landwirtschaftlichen Flächen im Ländle ökologisch bewirtschaftet werden." Durch diese Forderung gäbe es mehr Bio-Lebensmittel als nachgefragt würden oder die Bürger müssten ihre Ausgaben für Bio-Lebensmittel vervierfachen, damit Bio-Landwirte von ihrer Arbeit leben könnten, kritisieren die Weinbauern.

 50 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel bis 2025: Laut Initiative "Pro Biene" soll die Landesregierung bis Anfang 2022 einen Plan vorlegen, wie der Anteil der mit Pestiziden belasteten Flächen im Land bis 2025 um die Hälfte reduziert werden kann. Effektiver Pflanzenschutz sei aber nur durch situatives Reagieren möglich und könne nicht pauschal im Voraus beantragt werden. Daher führe aus Sicht der Winzer eine pauschale Mengenreduktion zu Missernten.

 Verbot von Pestiziden: Der Kaiserstuhl und auch der Bodensee liegen in verschiedenen Schutzgebieten. In diesen Gebieten wäre keine Landwirtschaft mehr möglich, kritisiert die Breisgauer Wein GmbH. Diese Kulturlandschaften würden dann verschwinden.

 Gesetzlicher Schutz von Streuobstbeständen: Die Pflege von Streuobstwiesen aktuell vom Land gefördert. Sollte ein gesetzlicher Schutz durchgesetzt werden, darf keine finanzielle Förderung mehr stattfinden. Schlimmstenfalls wäre die Rodung dieser Felder laut Winzer die Folge, bevor das Gesetz in Kraft tritt.

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