Sicherheit in Offenburg Polizei nimmt Schulwege in den Blick

Nicht nur die Autofahrer, auch die Schüler selbst nehmen die Polizisten auf dem Schulweg in den Blick. (Symbolfoto) Foto: Schutt

Mit dem Ende der Sommerferien hat die Polizei verstärkt den Schutz der jüngsten Verkehrsteilnehmer in den Blick genommen. Die Beamten der Verkehrsdienststellen kontrollieren daher auch in der Ortenau verstärkt die Schulwege.

Ortenau - Das Ziel der Aktion "Sicherer Schulweg" ist es, die Schulwegunfälle – also Unfälle, bei denen Schülerinnen und Schüler bis 17 Jahre als aktive Verkehrsteilnehmer auf dem Weg von oder zur Schule durch einen Verkehrsunfall verletzt werden – zu verringern, teilt das Polizeipräsidium Offenburg mit.

Im vergangenen Schuljahr 2020/21 verzeichnete die Polizei 53 Schulwegunfälle, was einen Anstieg von 16 Unfällen zum Vorjahr bedeutet. "Der vermeintlich starke Anstieg ist mit Sicherheit in dem Corona-bedingten Fernunterricht im Jahr 2020 zu finden, da die Kinder und Jugendliche nicht täglich auf dem Schulweg unterwegs waren", erläutert das Polizeipräsidium Offenburg. Die Zahl relativiere sich zudem mit Blick auf das Schuljahr 2018/19 mit insgesamt 68 Schulunfällen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums – dem Ortenaukreis, dem Landkreis Rastatt und Baden-Baden.

Während bei den Unfällen 47 Schüler leicht verletzt wurden, kam es in sechs Fällen zu schweren Verletzungen, so das Polizeipräsidium weiter. Todesfälle gab es jedoch keine. Bei der Untersuchung der Unfallursachen war laut Polizei ein Anstieg der selbst verschuldeten Unfälle durch die Schüler von 56 auf 60 Prozent zu erkennen. Beteiligt waren dabei im Wesentlichen Radfahrer (50 Prozent), Pkw (34 Prozent) sowie Fußgänger und motorisierte Zweiräder mit jeweils sechs Prozent. Nahezu die Hälfte der Unfälle sei auf den Ursachenkomplex "Vorfahrt, Abbiegen, Ein- und Ausfahren" zurückzuführen, so die Polizei. "Weiterhin schlagen Fahrfehler und die regelwidrige Nutzung des Verkehrsraums zu Buche."

Auch Fahrräder werden überprüft

Im regionalen Vergleich stieg die Zahl der Schulwegunfälle im Landkreis Rastatt von siueben auf zwölf. Im Ortenaukreis war eine Zunahme von 27 auf 35 zu verzeichnen, während sich die Zahl in Baden-Baden von eins auf sechs erhöhte. Spitzenreiter im Unfallranking sind die Städte Oberkirch und Baden-Baden mit jeweils sechs, gefolgt von Offenburg und Rastatt mit jeweils fünf sowie Bühl mit vier Schulwegunfällen. In Lahr ereigneten sich drei Verkehrsunfälle auf dem Weg zur Schule. "Wie auch in den vergangenen Jahren lassen sich innerhalb der Städte keine Unfallhäufungsstellen festmachen", erläutert das Polizeipräsidium.

Zu den polizeilichen Maßnahmen in den ersten Schulwochen gehören unter anderem die Überwachung der Gurt- und Kindersicherungspflicht, die Geschwindigkeitskontrollen, insbesondere an Stellen mit erhöhten Unfallgefahren für Kinder und Jugendliche und im Bereich der Schulwege, die Kontrolle des Verhaltens von Verkehrsteilnehmern gegenüber dem ÖPNV und Schulbussen sowie an Bushaltestellen, Fußgängerfurten und Überwegen. Ein besonderes Augenmerk legen die Beamten auch auf Verstöße gegen Park- oder Haltverbote sowie die Nutzung von Mobiltelefonen im Umfeld von Schulen, Kindergärten oder geschützten Überwegen.

Zudem überprüfen die Polizisten die technische Sicherheit der von den Schülern genutzten Verkehrsmittel, insbesondere der Fahrräder, und die generelle Überwachung des Verhaltens von Schülern auf den Schul- und Radschulwegen, erläutert das Polizeipräsidium.

Sichere Schulwege sind laut Polizeipräsidium Offenburg in den Wegplänen der jeweiligen Schule zu finden. Dabei handelt es sich um eine kartografische Darstellung des Umfelds einer Schule, die sichere Querungsstellen, Gefahrenstellen und deren Bewältigung sowie günstige Wege von Wohnort der Kinder zur Schule aufzeigt. Zudem rät die Polizei Eltern, die sicherste Route mit ihren Kindern mehrmals hin und zurück abzulaufen. Dabei biete es sich auch an, sich mit anderen Eltern abzusprechen.

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