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Offenburg Patienten sollen besser betreut werden

Die drei Neurochirurgen der Praxis für Neurochirurgie am Ortenau-Klinikum in Lahr, Sergiu Gaivas (von links), Christian Smely und Pierre Kluge, sind ab dem 1. Juli auch täglich in Offenburg präsent. Foto: Ortenau-Klinikum

Das Ortenau-Klinikum in Offenburg will die Zusammenarbeit zwischen der Unfallchirurgie in Offenburg und der neurochirurgischen Praxis in Lahr intensivieren. Ärzte aus Lahr sollen künftig täglich in Offenburg präsent sein.

 

Offenburg/Lahr (red/vk). Ermöglicht werde die engere Kooperation durch eine Vereinbarung der von den Chefärzten Eike Mrosek und Christian Smely geleiteten Einrichtungen, teilt das Ortenau-Klinikum mit. Ab dem 1. Juli soll werktags ein Neurochirurg der Praxis in Lahr permanent am Standort Ebertplatz in Offenburg sein, um als Ansprechpartner für neurochirurgische Patienten, für beratende Aufgaben und operative Eingriffe inklusive neurochirurgischer Notfalleingriffe sofort zur Verfügung zu stehen.

Zudem werde eine 24-stündige neurochirurgische Rufbereitschaft am Wochenende und nachts gewährleistet, um Menschen mit Schädel-Hirn-Traumen, Schwerverletzte und auch akute Hirnblutungen zu versorgen. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Unfallchirurgie werden laut Klinikleitung auch Verletzungen der gesamten Wirbelsäule jeglichen Schweregrades durchgehend an sieben Tagen in der Woche behandelt.

"Für die Klinik für Unfallchirurgie am Ortenau-Klinikum in Offenburg wird dadurch die notfallmäßige Versorgung von Schädel-Hirn-Verletzten und Schwerverletzten (›Polytraumen‹) entscheidend verbessert", heißt es aus der Klinikleitung. Dadurch könnten die Aufgaben eines überregionalen Traumazentrums bewältigt werden.

Ein weiterer Vorteil sei, dass die Neurochirurgen bei Fragestellungen zu ihrem Fachgebiet auch für die Patienten der anderen Fachbereiche des Offenburger Klinikums schneller zur Verfügung stünden. Dies betreffe Menschen mit degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule wie Bandscheibenvorfällen, Stenosen des Wirbelkanals und Instabilitäten, Patienten mit Tumorerkrankungen des Gehirns oder der Wirbelsäule sowie mit sogenannter Hydrozephalus-Erkrankung.

"Wir erwarten durch diese neue Stufe der Kooperation eine weitere Verbesserung der flächendeckenden medizinischen Versorgung der Bevölkerung im Ortenaukreis", so Mrosek und Smely unisono. Beide Fachbereiche wollen die notwendigen Operationen im Bedarfsfall gemeinsam vornehmen, um für die Patienten "durch die Zusammenführung der jeweiligen Kompetenzen ein bestmögliches Ergebnis zu erreichen".

INFO

So wurde bisher kooperiert

Die neurochirurgische Praxis in Lahr nimmt seit dem Jahr 2000 jährlich laut Ortenau-Klinikum rund 1000 elektive und Notfall-Operationen an den beiden Standorten in Lahr und Offenburg vor. Rund 4000 Patienten werden demnach jährlich ambulant in der Praxis und beratend im Klinikverbund betreut. "Seit 17 Jahren besteht nun schon neben der Arbeit am Hauptstandort Lahr eine eingeführte gute Zusammenarbeit zwischen der neurochirurgischen Praxis in Lahr und dem Ortenau-Klinikum in Offenburg", so Christian Smely, der die Praxis in Lahr leitet. Die Neurochirurgen der Lahrer Praxis operierten seither einmal wöchentlich Patienten mit degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule in Offenburg. Die stationäre Versorgung erfolge über die Unfallchirurgische Klinik am Standort Ebertplatz. Auch Notfall-Eingriffe werden demnach direkt in Offenburg durchgeführt. 2007 richtete die neurochirurgische Praxis in Lahr jeweils eine Filialpraxis in Offenburg und in Achern ein, um den ambulanten Patienten einen weiten Anfahrtsweg nach Lahr zu ersparen.

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