Offenburg Patienten besser verstehen

 Foto: Lahrer Zeitung

Dass Patienten mehr sind als ihre Diagnose und eine Nummer im Gesundheitssystem: Darum geht es in einem Symposium im Offenburg in der kommenden Woche. Dazu werden Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet.

Offenburg  (red/pme). Es sind einfache Fragen, auf die es selten eine einfache Antwort gibt: Wie gelingt ein ethisch wertvoller Umgang mit Patienten im oft sehr durchstrukturierten Krankenhausalltag? Wie schaffen Kliniken eine Atmosphäre, die von Verständnis für die Perspektive kranker Menschen geprägt ist? Am Donnerstag, 18. Oktober, wird sich diesen Themen gewidmet, teilt das Ortenau-Klinikum mit. Das Symposium trägt den Titel "Patientendialog".

Zu der Veranstaltung laden der Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern, der Bundesverband Beschwerdemanagement in Gesundheitseinrichtungen und der Clinotel-Krankenhausverbund ein. Angesprochen sind Fach- und Führungskräfte aus Kliniken, Ärzte, Pfleger, Beschwerdemanager, Patientenbeauftragte und Selbsthilfegruppen sowie Vertreter aus Politik und Fachverbänden. Unterstützt wird das Symposium durch den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Patienten, Ralf Brauksiepe.

Für Christian Keller, Geschäftsführer des Ortenau-Klinikums, ist Patientendialog ein zentrales Anliegen für sein Haus. "Wir unterstreichen damit unser Engagement, auch in einer Zeit moderner, hochspezialisierter Medizin den Menschen stets in den Mittelpunkt unseres ärztlichen und pflegerischen Handelns zu stellen." Dies gelte für das Ortenau-Klinikum besonders in der aktuellen Umbruchphase, die der Klinikverbund mit der Agenda 2030 eingeleitet habe, sowie für die Zeit danach.

Mit seinem Engagement für das Symposium wolle der Klinikverbund seine Bemühungen für den Patientendialog fortsetzen. So sei das Klinikum über Patientenfürsprecherin Ingrid Fuchs und den Leiter der Unternehmenskommunikation, Dieter Schleier, in den beiden relevanten Bundesverbänden vertreten.

Den Impulsvortrag zu Beginn der Veranstaltung hält Giovanni Maio von der Universität Freiburg. "Es ist der Patient, der die Medizin definiert", sagt der Arzt und Medizinethiker. Er setzt sich für einen patientenorientierten Dialog in Kliniken ein.

Viele Vorträge aus der Praxis

Anschließend wird Ingrid Fuchs ihre Erfahrungen unter dem Titel "Bindeglied zwischen Patient und Klinik – Patientenfürsprache am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach" vorstellen. Darüber hinaus werden Vertreter der beteiligten Bundesverbände und des Krankenhausverbundes über die Themen "Beschwerde-Benchmark" und "Kontinuierliche Patientenbefragung" sprechen. Zum Abschluss des Symposiums berichtet Karl Blum, Vorstandsmitglied des Deutschen Krankenhausinstituts, über Projekte zum Thema "Patienten- und Mitarbeiterorientierung".

Dem schließe sich eine ausführliche Diskussion der Vorträge mit Vertretern regionaler und überregionaler Patienten- und Sozialverbände an. Moderiert werde sie von Pflegedirektor Markus Bossong.

Eingeladen zum Symposium Patientendialog in Offenburg am Donnerstag, 18. Oktober, von 10 bis 15.30 Uhr sind Pflegekräfte, Klinikärzte, niedergelassene Ärzte sowie Vertreter von Selbsthilfegruppen aus der Region. Interessenten erhalten online weitere Informationen und können sich dort anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung ist im Auditorium der St. Josefsklinik.

Weitere Informationen: www.patientendialog.de

  • Bewertung
    0