Offenburg OFV will weiter "oben mit dabei sein"

Nach etwas holprigem Start hat sich der Offenburger FV gefangen und überwinter auf Platz drei. Der neue Trainer Benjamin Pfahler ist zufrieden mit seiner Mannschaft, der jedoch Ende Oktober ein "echter Gradmesser" verwehrt blieb.

Insgeheim kam der ein oder anderen Mannschaft der erneute Teil-Lockdown, der in einer vorzeitigen Winterpause mündete, vielleicht sogar entgegen. Verbandsligist Offenburger FV gehört jedoch sicher nicht in diese Kategorie. Nach einem etwas holprigen Start mit unnötigen Auswärtsniederlagen kam der OFV immer besser in Tritt und stand zum Zeitpunkt der Pause mit 18 Punkten aus neun Spielen auf Rang drei.

"Gradmesser" abgesagt

Am letzten Oktober-Wochenende hätten die Offenburger eigentlich den Tabellenführer Pfullendorf im Karl-Heitz-Stadion empfangen. Ein Corona-Fall im Team sowie die kurze Zeit später folgende Generalabsage des Spieltags verhinderten jedoch das Spitzenduell. "Das wäre ein echter Gradmesser gewesen", sagt Benjamin Pfahler, seit Sommer Trainer beim OFV ist. Das Spiel gegen den Ersten hätte er gerne gesehen, um den aktuellen Stand seiner Mannschaft zu bewerten.

Doch bekanntlich wurde nichts daraus, mit einem Schnitt von zwei Punkten pro Spiel überwintert der OFV auf Rang drei. "Das ist ein guter Punkteschnitt", findet Pfahler, vor allem in der Offensive ist er sehr zufrieden mit seiner Elf. Inklusive Pokal erzielten die Offenburger 44 Treffer in zwölf Spielen. Und das, obwohl einige Offensivspieler auf anderen Positionen spielen als sie es gewohnt sind. "Wir sind vorne unglaublich flexibel", lobt Pfahler, der Anfang Oktober mit Martin Weschle doch noch einen gelernten Mittelstürmer in den Kader bekam.

Konterabsicherung klappt

Auch insgesamt fällt Pfahlers Zwischenfazit durchaus positiv aus, exemplarisch nennt er Aspekte wie Spielweise, Auftreten und Disziplin in Training und Spiel. Und auch die Konterabsicherung funktioniere – bei der offensiven Spielweise des OFV sicher kein Nachteil.

Auf der anderen Seite kassiere man aber noch zu viele Gegentreffer nach Standardsituationen, hat Pfahler durchaus noch Verbesserungspotenzial erkannt, zudem im athletischen Bereich noch Luft nach oben. Zumindest an der individuellen Fitness können seine Spieler auch über die Winterpause arbeiten, wann es wieder auf den Platz gehen wird, ist derzeit noch offen und liegt nicht in der Hand der Vereine. "Ich weiß nicht, wie sich die Situation entwickeln wird", sagt Pfahler – auch mit Blick auf die mittlerweile sehr wahrscheinliche Modusänderung. Mit einer Art Play-off-Runde könnte sich Pfahler durchaus anfreunden. An der Zielsetzung ändert das jedoch nichts. "Wir wollen oben mit dabei sein, egal in welchem Modus", sagt der OFV-Coach, der bei Freiburg wohnt.

Ohne Training nach Hause

Die Fahrtstrecke zum Training kann der Lehrer mittlerweile mit seinem Hauptjob verbinden. Seit Anfang des Schuljahres unterrichtet er an einer Offenburger Schule. Derzeit aber fährt er ohne Training wieder nach Hause. Die Hoffnung, dass es im neuen Jahr bald wieder auf den Platz geht, teilt OFV-Trainer Pfahler wohl mit vielen anderen Amateurfußballern.

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