Offenburg Datendiebstahl: Nur eine alte Handynummer

 Foto: Lahrer Zeitung

Lahr - Es sollen Tausende Daten gewesen sein, die ein oder mehrere Unbekannte von Politikern und Prominenten veröffentlicht hat. Daraus wurde rasch eine Diskussion über Sicherheit und Datenschutz. Auch heimische Abgeordnete sind betroffen.

Geburtsdaten, Adressen, E-Mail-Adressen, Telefon- und Faxnummern: Mit jeder Person lassen sich bestimmte Daten in Verbindung bringen. Viele sind auf den ersten Blick unwichtig. Doch je mehr Daten über einen Menschen vorliegen, desto leichter wird es, ihn auszuspähen oder ihn zu bedrängen, warnen Sicherheitsexperten. Gerade Politiker oder Prominente haben wenig Interesse, dass ihre privaten Handynummern oder persönliche E-Mail-Adresse in der Öffentlichkeit präsent sind.

Die zwei CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Weiß und Thorsten Frei, deren Wahlkreise im Ortenaukreis nebeneinanderliegen, gehören zu den Politikern, deren Daten im Netz veröffentlicht worden sind. Bei beiden war es eine Fehlinformation, wie sie gegenüber unserer Redaktion berichteten.

Frei: "Faktisch war ich betroffen, da mein Name in den Listen aufgetaucht ist. Allerdings war damit lediglich eine Handynummer verknüpft, die ich seit mehr als fünf Jahren nicht mehr in Benutzung hatte." Ganz ähnlich äußert sich Weiß: "Unter meinem Namen wurde lediglich eine Handynummer veröffentlicht. Diese war allerdings falsch und gehört mir nicht."

Informiert wurden beide durch die Geschäftsführung der CDU/CSU-Fraktion, dass es zu einem Datenklau gekommen sei. Um welche Daten es sich genau gehandelt habe, habe Frei von der IT-Abteilung des Bundestags erfahren.

Dass es immer die Gefahr eines Datendiebstahls gibt, ist den Politikern bewusst. "In unseren Büros versuchen wir alles, um Datenklau zu verhindern", teilt Weiß mit. Dazu gehöre auch, dass Passwörter regelmäßig geändert werden. "Als Politiker bin ich automatisch teil-öffentlich", schreibt Frei. Der 45-Jährige ist sich bewusst, dass Telefonnummern und Namen von Mitarbeitern breit gestreut werden. "Das solche Daten bekannt werden, ist normal. Damit muss man, und damit kann ich leben. Darüber hinaus schütze ich mich mit unterschiedlichen Kennwörtern, die gewissen Sicherheitsstandards entsprechen." Viel wichtiger erscheint dem Bad Säckinger allerdings ein "gesunder Umgang" mit der digitalen Kommunikation. "Als Politiker erreichen mich unzählige E-Mails von fremden Personen. Da muss man täglich sehr vorsichtig sein und die Gefahr von Phishing- und anderen Cyberattacken ist enorm groß." Frei ist sich sicher: "Es gibt keine einhundertprozentige Sicherheit."

Auch Weiß setzt auf einen bewussten Umgang mit Daten – und zwar generell: "Ein Restrisiko wird nie ganz auszuschließen sein, dass Daten entwendet werden." Dies war, erinnert sich der 62-Jährige, der seit 1998 im Bundestag sitzt, " bei Papierakten auch nicht anders, wenngleich sich der Diebstahl dort schwieriger gestaltet hat". Vorfälle wie der aktuelle Angriff und Datendiebstahl "rufen uns ins Bewusstsein, dass wir besonders wachsam sein müssen und unsere Daten mit dem jeweils aktuellen Stand der Sicherheitstechnik schützen müssen". Daher gelte für ihn, dass allzu vertrauliche Sachen nur über gesicherte Kanäle verschickt würden.

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