Offenburg Neuer Standort ist in Sicht

Offenburg hat sich für die Ausrichtung einer Landesgartenschau beworben. Erhält die Stadt den Zuschlag, muss das Karl-Heitz-Stadion wohl einem Wasserpark weichen. Ein Standort für die neue OFV-Spielstätte wird nun genauer geprüft.

Das 1957 eröffnete Karl-Heitz-Stadion im Offenburger Süden hat schon so manches Highlight gesehen. 1984 wurde der OFV hier vor 9000 Zuschauern deutscher Amateurmeister, schlug im Finale den SC Eintracht Hamm mit 4:1. Nicht nur deshalb spricht Patrick Pohnke, Vorstand Verwaltung beim OFV, von einer Stadiontradition "wie wahrscheinlich in keinem anderem Verein in der Ortenau".   Wasserpark auf dem Gelände geplant: Doch nun könnten die Tage des Stadions gezählt sein. Denn Offenburg hat sich für die Ausrichtung einer Landesgartenschau im Jahr 2032, 2034 oder 2036 beworben. "Wenn die Stadt den Zuschlag bekommt, muss das Stadion weichen", erklärt Pohnke. Denn nach derzeitiger Planung soll auf dem OFV-Gelände, das in Kinzignähe liegt, ein Wasserpark für die LGS errichtet werden. Das würde dann nicht nur das Stadion, sondern auch die drei weiteren Plätze – ein Rasen-, ein Kunstrasen- sowie ein Ascheplatz – betreffen, auf denen derzeit die OFV-Mannschaften trainieren.   Wunschort für neues Stadion: Ein Alternativstandort für Stadion und Trainingsplätze scheint nun gefunden. Am Montag hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für einen Neubau westlich der Schwarzwaldbahn beim Schaible-Stadion zu erstellen. Dieser Standort – einer von fünf, die ursprünglich im Raum standen – sei der klare Favorit des Vereins, sagt Pohnke. Er entspreche am besten den Kriterien: Der Standort biete genug Raum für die insgesamt vier Plätze, die man brauche, liege in der Südstadt und sei gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. "Das ist vor allem für die Jugendlichen wichtig, die von weiter weg zu uns kommen", erklärt der OFV-Funktionär.   Derzeitiges Stadion muss modernisiert werden: Außerdem könne man an diesem Standort Synergie-Effekte mit bestehenden Sportflächen nutzen, beispielsweise um Engpässe in der Platzbelegung zu überbrücken. "Wir hoffen alle, dass es klappt", sagt Pohnke daher. Denn auch wenn der Verein am traditionsreichen Karl-Heitz-Stadion hängt, so ist dieses veraltet, sagt Pohnke. Das betreffe zum Beispiel die Umkleidkabinen, die sich hinter der Tribüne befinden. "Instandhaltung und Modernisierung wurden verschlafen." Daher ist auch für den Fall, dass Offenburg keine Landesgartenschau bekommt, der Neubau eines Stadions denkbar.   Inspiration auf anderen Anlagen holen: So oder so, die Tage des Karl-Heitz-Stadions scheinen gezählt. Mitte 2020 will die Stadt nun die Machbarkeitsstudie und Informationen über den möglichen neuen Standort des Stadions haben, wie Michél Elsté, Abteilungsleiter Sport bei der Stadt Offenburg, sagt. Um sich Inspiration für die neue OFV-Anlage zu holen, werde derzeit eine Tagesexkursion zu verschiedenen Sportstätten geplant. Elsté nennt als Beispiel die Anlage von Astoria Walldorf in Nordbaden, zudem hoffe man auf Vorschläge des Vereins, welche Anlagen man sich noch anschauen könne, so Elsté. Zum weiteren zeitlichen Ablauf vermag er noch keine konkreten Zahlen nennen und verweist auf den "engen Zusammenhang mit der LGS".   Stadt wäre wohl Inhaber, der OFV Betreiber: Über die Finanzierung des Baus gibt es ebenfalls noch keine finalen Aussagen, nach derzeitigem Stand wäre es aber laut Pohnke so, dass die Stadt baue und danach auch Inhaber sei, der Verein würde die Anlage dann pachten und betreiben. So ist es auch derzeit geregelt, der OFV als Pächter zahlt die Betriebskosten des Karl-Heitz-Stadion, die Kaltpacht wird – wie bei Offenburger Vereinen üblich – im Rahmen der Sportförderung der Stadt getragen.   10 000 Zuschauer sollen reinpassen: Anderen Zahlen sind hingegen schon genannt. So wünscht sich der OFV ein neues Stadion, in das ebenso wie in das derzeitige rund 10 000 Zuschauer passen. "Das ist die Mindestzahl, denn wir wollen auch in Zukunft Bundesliga-Mannschaften zu Testspielen rankriegen", verweist Pohnke auf die Partien gegen Eintracht Frankfurt 2018 den SC Freiburg in der diesjährigen Saisonvorbereitung.

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