Offenburg Neue Rheintalbahn lässt Fragen offen

Auf der Rheintalbahn, wie hier im Bahnhof Lahr, kreuzen sich Fernverkehr und Güterzüge derzeit noch. Mit der neuen viergleisigen Rheintalbahn soll dies entzerrt werden. Jetzt liegen neue Planungsziele der Bahn vor. Und Viele ist weiterhin offen. Foto: Braun

Ortenau/Stuttgart - Die Planung für den Ausbau der Rheintalbahn läuft. Für den Abschnitt zwischen Appenweier und Kenzingen schlägt die Bahn AG eine Trasse in Normallage vor, also "ebenerdig" und nicht in Tieflage oder auf einem höhergelegten Damm.

Die nächsten Planungsziele zum Ausbau der Rheintalstrecke sind abgesteckt. Der Projektförderkreis Rheintalbahn kam am Montag unter Leitung von Landesverkehrsminister Winfried Hermann und des Vorstands Infrastrukturplanung der DB Netz AG, Jens Bergmann, zu seiner zweiten Sitzung zusammen.

Die Bahn AG erläuterte in ihrem Bericht zum Projektstatus den Fortschritt in den Abschnitten des viergleisigen Neu- und Ausbaus der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Basel.

Hochgelegter Bahndamm wäre teurer gewesen

Für den Streckenabschnitt 7, den Bereich zwischen Appenweier und Kenzingen, werden laut Mitteilung der Bahn derzeit die Vorplanungen und erste Planfeststellungsunterlagen erarbeitet.

Hier habe sich die Bahn mit dem Tunnel Offenburg und der Frage einer Tieferlegung der neuen Eisenbahnstrecke entlang der A 5 auseinandergesetzt. Die Abwägung der verschiedenen Belange wie Umweltauswirkungen, Hochwasserschutz, Sicherung gegen Auftrieb sowie auch der Mehrkosten habe gezeigt, so die Deutsche Bahn, dass die Normallage den geringsten Umwelteingriff aufweise und am wirtschaftlichsten sei.

Das würde bedeuten, dass die neue Bahntrasse nicht tiefergelegt, also in die Erde eingegraben wird. Das hatten sich viele gewünscht, auch wegen der Lärmbelastung.

Der Minister erklärte nach der Sitzung, dass es insgesamt rund um die Rheintalbahn noch offene Fragen gebe. Etwa im Zusammenhang mit der Höhenlage der autobahnparallelen Güterzugtrasse. Die Frage ist, ob es einen aufgeschütteten Bahndamm geben wird, der dann weithin sichtbar in der Landschaft herausragt.

Diese Befürchtung haben viele Beobachter in den Rathäusern und Gremien der Ortenau. Entlang der Bahntrasse sollen nämlich zusätzlich meterhohe Lärmschutzwände errichtet werden.

Dies hoch oben auf einem aufgeschütteten Bahndamm würde katastrophal aussehen, hieß es unter anderem vom Regionalverband. Auch aus vielen Gemeinden rührt sich dazu schon Protest.

Bessere Transparenz und Verständlichkeit

Im Verlauf der Sitzung wurde laut Verkehrsministerium deutlich, dass es auch beim Thema Behelfsbrücken und in einzelnen Abschnitten zum Lärmschutz noch Fragen zu klären gelte. Hermann zeigte sich aber hoffnungsvoll, dass die Fragen in Gesprächen mit der Bahn oder im weiteren Verfahren "einer Lösung zugeführt werden können."

Er betonte, dass rasche Fortschritte dringend geboten sind. "Die Klimakrise wartet nicht. CO2-Reduktion im Güterverkehr erfordert eine leistungsfähige Schiene."

Um beim Ausbau der Rheintalbahn zügig weiterzukommen, habe das Land zugesagt, sich an den Kosten für übergesetzlichen Lärmschutz und eine umweltfreundliche Trasse mit mehr als 400 Millionen Euro zu beteiligen.

Die Bahn will für die Streckenplanung die Arbeitsmethodik "Building Information Modeling (BIM)" einsetzen. Diese verknüpft die dreidimensionale Planung mit der Termin- und Kostenplanung. Dadurch können Termin- oder Kostenabweichungen früh erkannt werden. Aus dem Modell lassen sich Visualisierungen für die Öffentlichkeit generieren. Das sorgt für bessere Transparenz und Verständlichkeit, so die Bahn.

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