Offenburg "Mögliche Rückschritte müssen aufgehalten werden"

Die Journalistin Kristina Maroldt beschäftigt sich bereits seit längerer Zeit mit dem Thema Gleichberechtigung. Während der Online-Veranstaltung wird sie ihre Ideen zur Bewältigung der Geschlechterungerechtigkeit vorstellen. Foto: Stadt

Ortenau - Frauen und Beruf? Wie passt das zusammen? Um diese Frage geht es bei den Frauenwirtschaftstagen von "Frau und Beruf. Das Netzwerk in der Ortenau", die in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie digital stattfinden.

Wie die Stadt Offenburg mitteilt, habe die Corona-Pandemie nicht nur deutlich gemacht, dass Deutschland "digital kann". Sie habe auch gezeigt, dass es noch immer die Frauen sind, die sich kümmern: daheim um Haushalt, Kinder im Home-Schooling, in der Pflege, um Kranke und um Alte. "Who Cares?" lautet die doppeldeutige Frage der Online-Veranstaltung zu den Frauenwirtschaftstagen am Donnerstag, 15. Oktober, ab 18 Uhr.

Aktuelle Studien zeigten, dass Frauen in der momentanen Situation stärker unter Mehrbelastung in Haushalt und Familie leiden als Männer. Mehr noch: "Die Gefahr der Retraditionalisierung durch die coronabedingte Care-Zeit ist hoch", sagt beispielsweise die Soziologin Bettina Kohlrausch.

Pandemie habe Probleme nicht geschaffen, sondern verschärft

Diesen Rückschritt gelte es aufzuhalten. "Wir müssen das nicht hinnehmen", sagt die Journalistin Kristina Maroldt. "Im Gegenteil: Nun müssen wir uns die Frage stellen, was wir aus dieser Tatsache machen." Maroldt beschäftigt sich nicht erst seit Beginn der Pandemie mit dem Thema Gleichberechtigung.

"Letztendlich ist es gar keine Retraditionalisierung. Die Pandemie hat nur die Probleme verschärft, die sowieso schon da waren", wird sie in der Mitteilung der Stadt zitiert. In der Online-Veranstaltung zu den Frauenwirtschaftstagen wird Maroldt ihre Ideen zur Bewältigung der Geschlechterungerechtigkeit vorstellen.

Austausch über persönliche Situation

Anschließend haben die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich in sogenannten Breakout-Räumen über die eigene Situation auszutauschen und zu diskutieren. Moderiert von der Diplompsychologin und Organisationsentwicklerin Ute Noack werden die Gedanken aus den Kleingruppen dann im Plenum zusammengetragen.

"Wir wünschen uns, dass aus der Veranstaltung Impulse entstehen, die die Teilnehmenden für ihren Alltag mitnehmen und die wir an die Politik weitergeben können", sagt Regina Geppert, Mitglied von "Frau und Beruf". Für die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Offenburg ist die Antwort auf die Frage "Who cares?" eindeutig: "Es muss uns alle kümmern, dass vor allem die Frauen sich kümmern."

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