Offenburg LGS: Offenburger wollen mitreden

Die Offenburger wollen mit den Lahrern gleichziehen – eine Landesgartenschau soll her. Für die Planung hat die Stadt nun eine Bürgerwerkstatt veranstaltet. Unsere Zeitung war vor Ort und hat sich angesehen, was die Offenburger sich wünschen.

Offenburg. " Ich möchte Ihnen Lust machen", begrüßte der Offenburger Oberbürgermeister Marco Steffens die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt zur Planung der LGS-Bewerbung. Die Landesgartenschau biete eine riesige Chance, wobei die eigentliche Schau lediglich "das Krönchen" bilde. Die Stadt Offenburg lud ihre Bürger in die Konferenzsäle der Oberrheinhalle. Interessierte hatten hier die Möglichkeit, ihre Ideen, Fragen und Kritik am Vorhaben der Landesgartenschau 2034 äußern zu können.

Slogan "LG OG" kommt bei vielen Bürgern nicht gut an

Die Stuhlreihen waren gut besetzt, als Oberbürgermeister Marco Steffens die Begrüßungsrede hielt. Er sieht die Austragung der Landesgartenschau als große Chance. Auch Baubürgermeister Oliver Martini, der das bisherige Konzept vorstellte, sieht dies als Möglichkeit, mehr Grün- und Freiräume zu schaffen. Der Plan sieht unter anderem vor, die Kinzig zu Renaturieren, mehr Freiflächen zu schaffen und so mehr Lebensqualität in die Stadt zu bringen. Das Ziel sei dabei, "Der Kinzig Natürlichkeit und Erlebbarkeit zurückzugeben", so Steffens. Die Kinzig besitze großes Potenzial und solle vom Kanal zum Naturfluss umgestaltet werden.

In der Fragerunde zeigten sich erste Bedenken und Kritiken der Teilnehmer. Nicht nur der Slogan "LG OG", der zum Bewerben der Veranstaltung dient und von einigen als Abkürzung für "letzter Gruß" interpretiert wird, kommt nicht bei allen gut an. Auch das vorgetragene Konzept wurde kritisch hinterfragt. "Was passiert mit den Flächen nach der Landesgartenschau?", "Was, wenn die Stadt den Zuschlag nicht bekommt?" und "Inwiefern ist der Hochwasserschutz durch den Kinzigdamm auch nach der Renaturierung gewährleistet?" waren nur einige der Fragen, die die Bürger direkt im Anschluss äußerten. Antworten auf diese Fragen bekamen sie anschließend an den so genannten Diskussionsinseln. Zu den Themen Ausstellungskonzept, Wasser, Grün und Biodiversität, Klima, Begegnung und soziales Miteinander, Infrastruktur/Stadt sowie Bewegung und Erholung konnten sie sich mit anderen Interessierten und Experten der Stadt austauschen.

Bürger wünschen sich Kooperation mit der Offenburger Hochschule

Moderatorin Petra Pintscher appellierte an das Engagement der Teilnehmer: "Sie sind heute gefragt." So sollten Ideen und Vorstellungen gesammelt und gefunden werden, die mit Hilfe von Papierkarten an Pinnwänden gesammelt und nach Thema sortiert wurden. "Machen Sie mit und haben Sie Spaß daran", forderte Martini auf.

Wer Anmerkungen zu einem Thema hatte, welches nicht von den bestehenden Diskussionsinseln abgedeckt wurde, für den stand der "Joker-Tisch" parat. An den Tischen wurde emotional und intensiv diskutiert. Dabei wurde deutlich, wie sehr den Bürgern ihre Stadt und die Beteiligung am Großprojekt Landesgartenschau am Herzen liegt. Häufig fiel der Vergleich zur Landesgartenschau 2018, die in Lahr stattfand.

In der abschließenden Ergebnisrunde wurden die Ideen und Anregungen, die sich aus der Diskussion ergaben, von den Organisatoren präsentiert. Vor allem ökologische und soziologische Themen fanden viel Anklang, was sich durch die voll behängten Pinnwände zeigte. Ein Gastrokonzept entwickeln, Barrierefreiheit vor Ort und im Internet sowie Klimaneutralität, eine Kooperation mit der Hochschule und die Schaffung eines Fahrradschnellwegs waren einige der vielen Ideen, die genannt wurden.

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