Offenburg Messe-Betrieb wächst stetig

Ein Höhepunkt im Betriebsjahr ist die Oberrhein-Messe: Rund 75 000 Besucher kommen jedes Jahr Foto: Messe Offenburg Foto: Lahrer Zeitung

Offenburg. Die Oberrhein-Messe lockt zur Zeit wieder viele Tausend Besucher nach Offenburg. Sandra Kircher, Geschäftsführerin der Messe Offenburg/Ortenau GmbH, hat mit unserer Zeitung über den Ist-Stand und die Entwicklung der Messe sowie über Ideen und Pläne für die Zukunft gesprochen.

Frau Kircher, wie hat sich die Messe Offenburg/Ortenau in den vergangenen Jahren entwickelt?

Die Zahl der Messen in Eigenregie hat sich seit dem Jahr 2002 deutlich vergrößert. Von damals drei stehen wir jetzt bei 14. Nächstes Jahr kommt mit der "Bio Agrar" eine weitere hinzu. Auch die Zahl der Gast-Veranstaltungen ist gestiegen. Hierbei stellen wir den Veranstaltern die Fläche und Infrastruktur zur Verfügung.

Sehen Sie hier besonders wichtige Entscheidungen und Ereignisse?

Die wichtigsten Entscheidungen der vergangenen Jahre waren, unser Portfolio stetig zu erweitern und das Angebot an attraktiven Flächen und Räumen für Veranstalter zu steigern. Der Erfolg dieser Entscheidungen spiegelt sich in unseren Wirtschaftsergebnissen, die sich kontinuierlich entwickelt haben, wenn man die turnusgleichen Jahre vergleicht. Im Jahr 2018 liegen wir bei 18,6 Prozent Wachstum mit einem Gesamtumsatz von 8,8 Millionen Euro.

Welche Messeformate sind in den vergangenen Jahren dazugekommen?

Chronologisch betrachtet kamen von 2003 bis 2019 elf Messen in Eigenregie hinzu: Berufsinfomesse, Geotherm, Balance, "Bauen,Wohnen, Garten", Geotechnik, "Storenergy", "Wild und Fisch", "Forst Live", Edelsteintage, "Tattoo and Art" und "Komm Tec Live". Im nächsten Jahr wird erstmalig die Fachmesse Bio Agrar stattfinden. Sie richtet sich an Landwirte, die ihren Betrieb auf Bio-Richtlinien umstellen wollen.

Wie wurden die neuen Formate von Ausstellern und Besuchern angenommen?

Die Messen wurden gut angenommen. Verglichen mit 2015 ist die Zahl der Veranstaltungen von 464 auf 509 im Jahr 2018 gestiegen und die Zahl der Besucher von 381 739 auf 427 512. Wir haben ein offenes Ohr für Vorschläge und Wünsche, justieren gegebenenfalls nach und entwickeln die Messeformate stetig weiter, um ihre Attraktivität zu steigern.

Es soll bauliche Erweiterungen geben. Wie wird sich das Messegelände verändern?

Im August 2020 werden die Bauarbeiten für die neue Halle im südlichen Bereich des Messegeländes starten. Geplant ist eine rund zweijährige Bauzeit. Wir erweitern damit erneut unser Infrastruktur-Portfolio und können damit auch in ein komplett neues Angebotssegment – in Bezug auf überdachte Fläche unter einem Dach – eintreten. Der neue Hallenkomplex ist eine Mischung aus Baden-Arena und Oberrheinhalle und wird Funktionalität, Größe und Repräsentation verbinden. Der Neubau wird eine Grundfläche von 7500 Quadratmetern umfassen. Die Kernhalle selbst bietet 4900 Quadratmeter Fläche und ermöglicht mit ihrer lichten Höhe von 14 Metern auch Nutzungen, die hoch hinaus möchten. Die Halle wird von einem repräsentativen Foyer umrandet. Darüber hinaus gibt es einen Lager- und Backstagebereich. Wir können damit nicht nur weiteren Raum unter einem Dach anbieten, sondern noch flexibler auf die Wünsche der Veranstalter eingehen.

Am Beispiel der Oberrhein-Messe – der früheren Herbstmesse – sind viele Entwicklungen zu erkennen. Wie kommt es dazu?

In diesem Jahr begehen wir die 81. Auflage der Oberrhein-Messe. Das Windrad als Symbol der ehemaligen Herbstmesse steht für die Dynamik des Formats. Denn die Oberrhein-Messe befindet sich in einer ständigen Bewegung. Sei es das Nissan-Riesenrad, die Schwarzwaldhalle, der Herbstzauber, das "Windy"-Haus, die Erschaffung eines eigenen Maskottchens, die Einführung eines Eröffnungskonzertes. Solche Entwicklungen – wie auch neue Messen – entstehen weitgehend durch Marktbeobachtung und Kreativität im Team.

Welche kleinen oder großen Messeereignisse wird es demnächst geben?

Da gibt es mit der "Bio Agrar" das bereits erwähnte Neuvorhaben im Fachmesse-Bereich. Die Berufsinfomesse wird 2020 von der Ostseite des Geländes bis zur Halle 1 in den Westen wachsen: Das Interesse an dieser Messe ist so groß, dass wir erweitern. Auch das Fernsehen produziert demnächst wieder in Offenburg. Am 15. November wird die Silvester-Show mit Jörg Pilawa aufgezeichnet, die am 31. Dezember gesendet wird. Am 26. November folgen dann fünf Aufzeichnungen Schlager-Spaß mit Andy Borg. Das ist Werbung für Offenburg und die Ortenau.

Was macht für Sie die Strahlkraft des Messestandorts Offenburg aus?

Das Selbstverständnis der Messe Offenburg-Ortenau lautet: Regionale Stärke trifft internationale Reichweite in der trinationalen Metropolregion. Neben der Bedeutung für Branchen, Aussteller, Gastveranstalter und Besucher induziert der Messekonzern mit Besitz- und Betriebsgesellschaft Kaufkraft durch die Erzeugung von Umwegrentabilität in der Region. Unterschiedliche Formate erhöhen die Standortattraktivität für die Einwohner der Stadt sowie der Region und sind ein bedeutender Imagefaktor in der Positionierung als Oberzentrum. Die Messegesellschaft dient darüber hinaus als Instrument des Standortmarketings zur Ausweitung des Bekanntheitsgrads der Stadt sowie der Region.

Gab es einen persönlichen Höhepunkt für Sie in den vergangenen Jahren?

Wenn aus Planen und Organisieren Realität wird, ist das jedes Mal eine wunderbare Erfahrung für mich. Insofern gab es viele Höhepunkte für mich. Wenn wir unseren Gästen am Messeplatz ein schönes Erlebnis schenken können, ist unsere Mission erfüllt. Denn letztlich sind es doch immer die Beziehungen zwischen den Menschen, die das Besondere ausmachen.

Fragen von Dagmar Jäger

2018 fanden an 339 Belegungstagen 509 Veranstaltungen mit insgesamt 427 512 Besuchern auf dem Offenburger Messegelände statt. Der Eigentümer des Messegeländes ist die Offenburger Stadthallen- und Messeimmobilien-Gesellschaft. Der Betreiber ist die Messe Offenburg/Ortenau GmbH. Beide Gesellschaften sind jeweils zu 100 Prozent Tochtergesellschaften der Stadt Offenburg.

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