Offenburg Manches muss sich erst noch finden

Nach einem Jahr beim SV Linx kehrt Nico Schlieter (rechts) zurück zum Offenburger FV. Dessen Trainer würde den Defensivmann gerne zum Stürmer umfunktionieren. Foto: Archiv Foto: Lahrer Zeitung

Auch wenn der ganz große Umbruch ausblieb, hat der neue OFV-Trainer Benjamin Pfahler einiges zu tun. Auf entscheidenden Positionen hat sich personell etwas getan. Als Topfavorit der Liga sieht man sich daher in Offenburg erst mal nicht.

Für den neuen OFV-Coach Benjamin Pfahler beginnt eine Trainingseinheit in aller Regel mit der Fahrt über die Autobahn. Von Schallstadt bei Freiburg geht es über die A5 in Richtung Ortenau zum Offenburger FV. "Es ist natürlich anstrengend – aber bisher bin ich immer pünktlich ins Training gekommen", sagt Pfahler, der während des Telefonats gerade auf dem Weg ins Training war.

Seit dem 14. Juli fährt der Lehrer nun die Strecke. Der erste Eindruck seiner neuen Mannschaft sei positiv. "Man muss einfach schauen, wie man ein paar Sachen kompensieren kann", sagt Pfahler. Gemeint ist die personelle Situation, die sich kurz vor dem Vorbereitungsstart verschärft hat. Nach dem Abgang von Keeper Vauvenargues Kehi, der künftig in Frankreich spielt, wechselte auch Sinan Süme zum SV Linx. Somit sind Nummer eins und zwei aus der Vorsaison nicht mehr mit dabei. Da Sümes Wechsel sehr kurzfristig kam, wurde im Sommer kein Torwart verpflichtet. Das derzeitige Duo zwischen den Pfosten bilden daher zwei junge Keeper, die aus der A-Jugend kommen. Ein dritter Schlussmann werde wohl zunächst nicht dazukommen, so Pfahler. "Ich plane jetzt mit diesen beiden."

Kein "Neuner" mehr

Ebenfalls eine große Lücke hinterlässt Fabian Herrmann, der zum Bezirksligisten Zeller FV wechselt. Ohne ihn hat der OFV keine klassischen Mittelstürmer mehr im Kader. "Das müssen wir kompensieren und aus dem Mittelfeld gefährlich werden", gibt Pfahler schon mal einen Einblick in die Taktik. Außerdem plant er, Nico Schlieter umzufunktionieren. Nach einer Saison beim Oberligisten Linx kommt Schlieter zurück ins Karl-Heitz-Stadion. Eigentlich ist er eher in der Defensive zu Hause. In Ermangelung einen "Neuners" will der neue Trainer ihn jedoch auch in der Sturmspitze testen.

Sechs A-Jugendspieler

Ob das am Ende gelingen wird, kann Pfahler auch noch nicht sagen. "Es muss sich finden", sagt er. Taktisch will er das meiste übernehmen. "Rein von der Spielidee wird sich nicht viel ändern", so der 36-Jährige Coach, der beim OFV auf Florian Kneuker folgt. Unter seinem Vorgänger habe man häufig 4-3-3 gespielt. "Das ist ein System, das mir sehr liegt." Zudem will er ein zweites und dritten System einstudieren. Gleichzeitig hat er aber auch sechs A-Jugendliche ins Team zu integrieren.

OFV ist nicht Topfavorit

Die große Kampfansage an die Konkurrenz bleibt daher aus. Nachdem der OFV in der vergangenen Saison den Aufstieg knapp verpasst hat, ist Pfahlers Ziel zunächst einmal, "eine gute Rolle in der Verbandsliga zu spielen". Als Favoriten sieht er aber andere, Pfahler nennt konkret Lahr, Kehl und Denzlingen.

Pokal gegen Schutterwald

Doch auch die Offenburger darf man wohl zum Favoritenkreis zählen. Neben Schlieter bringen auch die Neuzugänge Dennis Kopf (SV Linx) und Jonas Pies von Pfahlers Ex-Club Endingen Erfahrung und Qualität mit.

Das erste Pflichtspiel für den OFV steht bereits am 7. August an, wenn es im Pokal gegen den Landesligisten FV Schutterwald geht. Viel Zeit bleibt dem neuen Mann an der Seitenlinie also nicht mehr. Daher trainieren seine Schützlinge bereits seit dem ersten Training mit dem Ball.

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