Offenburg Lisa Noreen angelt sich "Großen Preis"

Für Lokalmatador Alexander Schill aus Neuried gab es beim Großen Preis nichts zu holen. Foto: Fissler

Absolut spannendes und würdiges Finale der Baden-Classics in Offenburg. Den Sieg beim diesjährigen Großen Preis sicherte sich dabei am späten Sonntagnachmittag Lisa Noreen aus den Niederlanden.

 

Absolute Stille am Sonntagnachmittag in der Offenburger Baden-Arena – und das, obwohl auf den Zuschauertribünen fast kein Platz mehr frei war. Zu hören war lediglich das galoppierende Hufgetrampel und das angespannte Schnauben des vierbeinigen Athleten. Dann laute Musik, jubelnde Menschen und ein strahlendes Lächeln im Gesicht der Springreiter-Amazone Lisa Noreen. Mit 42,35 Sekunden und null Fehlern ging der Sieg des diesjährigen Großen Preis, eine internationale Springprüfung auf Drei-Sterne-Niveau (1,55 Meter), an die Niederländerin.

46 Spitzensportler waren aus der ganzen Welt nach Offenburg angereist, um sich beim Großen Preis zu messen und gleichzeitig Punkte für das Longines-Weltcupranking (Info) zu sammeln. Einen der weitesten Anreisewege hatte hierfür die Australierin Amy Graham mit ihrer 10-jährigen Stute Coleraine des Bergeries. Mit 73,89 Sekunden, damit einem Strafpunkt aufgrund von Zeitüberschreitung sowie einem Stangenabwurf, was letztlich in der Summe fünf Fehlerpunkte mit sich brachte, war der Einzug ins Stechen und eine vordere Platzierung jedoch nicht mehr möglich. Unter den insgesamt 24 deutschen Teilnehmern reihte sich unter anderem Lars Nieberg ein, der mit der deutschen Mannschaft Olympiasieger, Weltmeister und Europameister wurde. Beim Großen Preis am Sonntag reichte es mit seinen fünf Fehlerpunkten und einer Zeit von 72,27 Sekunden jedoch nicht für das Stechen. Ebenfalls verpasste dieses mit einem Stangenabwurf und der Zeit von 69,09 Sekunden der deutsche Meister von 2016, Hans-Dieter Dreher, der für die Finale Platin Tour in Offenburg sein Pferd Nadal sattelte. Der dreifache Sieger des Hamburger Derbys, Toni Haßmann, mit seinem 12-jährigen Wallach Bien Aimee de la Lionne patzte gleich dreifach. An das Stechen war mit zwölf Strafpunkten nicht mehr zu denken. Auch für den Ortenauer Springreiterprofi Alexander Schill aus Neuried-Altenheim ging der Große Preis nicht zufriedenstellend aus. Nach mehrfachen Fehlern hob er die Hand – sein 13-jähriger Hengst Chass und er waren damit aus dem Rennen.

Stark vertreten unter den internationalen Reitern war die Schweiz mit insgesamt neun Teilnehmern. Darunter Werner Muff, der sich kürzlich mit seinem Vierbeiner beim Fünf-Sterne-CSI in Basel auf den zweiten Platz ritt. Mit 65,94 Sekunden war er mit seinem 10-jährigen Wallach Cosby der Schnellste der ersten Runde, hatte jedoch zwei Stangen zum Fall gebracht.

Lisa Nooren zeigt keine Nerven

Zehn Teilnehmer hatten sich mit jeweils fehlerfreien Runden und innerhalb der erlaubten Zeit von 72 Sekunden für das Stechen qualifiziert. Darunter die EM-Mannschaftszweite, Christina Liebherr, aus der Schweiz. Sie ging mit ihrem 18-jährigen Fuchswallach Midship du Borda an den Start. Mit 48,45 Sekunden und vier Fehlerpunkten reihte sie sich auf den achten Platz ein. Eine Runde mit Spitzengeschwindigkeit zeigte Philip Rüping. Sein Pferd Clinta galoppierte mit 42,97 Sekunden durch den Stechparcours und lies dabei alle Stangen der insgesamt neun Hindernisse liegen – kaum noch zu schlagen dachte man. Doch dann kam die Niederländerin Lisa Nooren mit ihrem Pferd Dienellie und bewies das Gegenteil: Mit der unglaublichen Zeit von 42,35 Sekunden zog sie nochmals an Rüping vorbei. Dritter wurde Martin Dinesen Neergaard auf Cannary. Auch er hatte in der Zeit von 47,68 Sekunden im Stechen alle Stangen liegen lassen.

Für die Siegerin und die Platzierten der Final Platin Tour, die von der Südwestbank präsentiert wurde, gab es insgesamt 25 800 Euro Preisgeld. Zusätzlich konnte sich Nooren über einen Smart im Wert von 12 500 Euro als Ehrenpreis freuen.

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